Bachelorarbeit, 2015
44 Seiten, Note: 2,1
1 Einleitung
1.1 Fragestellung und Vorgehen
1.2 Methode und Problematik
1.2.1 Epochenbegriffe
1.2.1.1 ‚Expressionismus‘
1.2.1.2 ‚Sturm und Drang‘
1.2.2 Der Forschungsstand zum Expressionismus
1.2.3 Zur Gemeinsamkeit literarischer Jugendbewegungen: Die Rezeption des Sturm und Drang im Expressionismus
2 Problemkonstellation: die Diskurse
2.1 Zeitkritik und Antibürgerlichkeit
2.1.1 Zeitkritik und Antibürgerlichkeit im Expressionismus
2.1.2 Zeitkritik und Antibürgerlichkeit im Sturm und Drang
2.2 Generationenkonflikt
2.2.1 Generationenkonflikt im Expressionismus
2.2.2 Generationenkonflikt im Sturm und Drang
3 Zeitkritik, Antibürgerlichkeit und Generationenkonflikt im Drama des Expressionismus
3.1 Gesellschaftliche Bedingungen der Literaturproduktion
3.1.1 Gesellschaftliche Bedingungen der antibürgerlichen Haltung
3.1.2 Situation der Schriftsteller im Expressionismus
3.1.2.1 Biografische Einordnung Walter Hasenclevers
3.2 Geistesgeschichtliche Grundlagen und Formen der expressionistischen Gesellschaftskritik
3.2.1 Hasenclevers Positionierung zur den geistigen Strömungen seiner Zeit
3.3 Walter Hasenclevers Der Sohn
3.3.1 Inhaltlicher Überblick und formale Analyse
3.3.2 Inhaltliche Analyse
3.3.2.1 Zeitkritik und Antibürgerlichkeit
3.3.2.2 Generationenkonflikt
4 Ausblick: Zum Entwurf einer idealen Vaterschaft
Die Arbeit untersucht die dramatische Umsetzung der drei zeitgenössischen Problemfelder ‚Zeitkritik‘, ‚Antibürgerlichkeit‘ und ‚Generationenkonflikt‘ im expressionistischen Drama und setzt diese in Bezug zum Sturm und Drang, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede literarischer Jugendbewegungen aufzuzeigen.
3.1.2.1 Biografische Einordnung Walter Hasenclevers
Walter Hasenclever, dem sein erstes Drama Der Sohn frühe Popularität verschaffte, traf mit diesem Werk das Lebensgefühl der jungen Generation, indem er eine „idealistische Aufbruchsstimmung“ mit dem Wunsch nach „radikalen gesellschaftlichen Veränderungen“ verknüpfte. Die Aufführungsgeschichte des Sohn ist gekennzeichnet durch Ablehnung und Zensur der konservativen Kreise: Nach der Erstveröffentlichung im Herbst 1914 in der Zeitschrift Die weißen Blätter im Kurt Wolff Verlag Leipzig vergingen zwei Jahre bis zu einer ersten Bühnenübernahme am Deutschen Landestheater Prag. Erst die Aufhebung der Zensur zum Jahresende 1918 sowie die erste folgende expressionistische‘ Inszenierung am Hof- und Nationaltheater Mannheim unter Richard Weicherts Regie - von Hasenclever in Mein Weg zur Komödie rückblickend als „eine szenische Lösung […], die an Kühnheit sämtliche bisherige Darstellungen auf dem Theater in den Schatten stellt“ bezeichnet – verhalfen dem Drama zu einem „Triumphzug auf den Bühnen des […] Deutschen Reiches“.
Kurt Pinthus beschreibt im Vorwort zu seinem autobiographischen Roman Irrtum und Leidenschaft rückblickend eine Dreiteilung von Hasenclevers Werk in eine Anfangsphase als „politischer Dichter“, eine folgende „mystische[n] Periode“ sowie den Wechsel zur „leichte[n, d.A.] Gesellschaftskomödie“ ab den zwanziger Jahren.
Hasenclever selbst besaß eine großbürgerliche Herkunft. Sein Großvater verkörperte als Tuchfabrikant den typischen wilhelminischen Unternehmer mit Standesbewusstsein, einem elitären Selbstverständnis und reaktionären sozialen Einstellungen (wie die Verteidigung streng hierarchischer Familienstrukturen oder seine feindliche Einstellung gegenüber dem Sozialismus). Dennoch bot das Haus seiner Großeltern Hasenclever eine Fluchtmöglichkeit vor den problematischen Beziehungen zu seinen Eltern.
1 Einleitung: Definiert das Ziel der Arbeit, die drei zentralen Themenfelder Zeitkritik, Antibürgerlichkeit und Generationenkonflikt im expressionistischen Drama sowie den Vergleich zum Sturm und Drang zu analysieren.
2 Problemkonstellation: die Diskurse: Erläutert die theoretischen Grundlagen der drei Leitthemen und zeigt die Verflechtungen sowie Unterschiede in den beiden betrachteten literarischen Epochen auf.
3 Zeitkritik, Antibürgerlichkeit und Generationenkonflikt im Drama des Expressionismus: Untersucht die konkreten gesellschaftlichen und geistesgeschichtlichen Rahmenbedingungen und analysiert Walter Hasenclevers "Der Sohn" als paradigmatisches Wandlungsdrama.
4 Ausblick: Zum Entwurf einer idealen Vaterschaft: Diskutiert die utopischen Entwürfe einer idealen Vaterschaft in Hasenclevers Werk und setzt diese in Bezug zu dessen eigener Biografie.
Expressionismus, Sturm und Drang, Zeitkritik, Antibürgerlichkeit, Generationenkonflikt, Walter Hasenclever, Der Sohn, Wandlungsdrama, Vater-Sohn-Konflikt, Literarische Jugendbewegung, Gesellschaftskritik, Literaturgeschichte, Epochenvergleich, Moderne, Autorenschaft.
Die Arbeit analysiert, wie die Themen Zeitkritik, Antibürgerlichkeit und Generationenkonflikt im expressionistischen Drama umgesetzt wurden und welche Bezüge dabei zur Epoche des Sturm und Drang existieren.
Der Fokus liegt primär auf dem Expressionismus (frühes 20. Jahrhundert) und dem Sturm und Drang (ausgehendes 18. Jahrhundert).
Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der dramatischen Umsetzung der genannten Diskurse aufzuzeigen und zu prüfen, ob und inwieweit ein Epochenvergleich zwischen diesen Bewegungen methodisch sinnvoll ist.
Das Drama "Der Sohn" von Walter Hasenclever wird als Prototyp des expressionistischen Wandlungsdramas einer eingehenden formalen und inhaltlichen Analyse unterzogen.
Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den historischen Kontext der Literaturproduktion, geistesgeschichtliche Grundlagen sowie die Analyse von Motiven und Figurenkonstellationen im Text kombiniert.
Das Vater-Sohn-Motiv wird als zentrales Element des Generationenkonflikts verhandelt, wobei die Figur des Sohnes oft als Rebell gegen väterliche Autorität und bürgerliche Normen stilisiert wird.
Der Sturm und Drang dient als historische Referenz für literarische Jugendbewegungen, die ebenfalls durch Protest gegen Konventionen und den Wunsch nach individueller Emanzipation geprägt waren.
Die Arbeit arbeitet heraus, dass Hasenclevers eigene Kindheitserfahrungen im preußisch geprägten Elternhaus als bewusste Vorlage für das Drama dienten und die Konflikte in "Der Sohn" maßgeblich mitprägten.
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