Bachelorarbeit, 2015
48 Seiten, Note: 2,0
1. Grundlagen und Zielsetzung der Arbeit
2. Die Popliteratur im Wandel der Zeit
2.1 Die junge deutschsprachige Literatur boomt
2.2 Die Unterscheidung Diederichsens zwischen Pop I und II
2.3 Spezifische Merkmale statt einheitlicher Definition
3. Zur Person Christian Kracht
4. Sein Romandebüt: Faserland
4.1 Zum Roman
4.2 Struktur und Sprache
4.3 Die Merkmale der Neuen Deutschen Popliteratur in Faserland
4.3.1 Diskurse der Medienwelt
4.3.2 Die Markensemantik
4.3.3 Die Abgrenzung von der Vorgängergeneration
4.3.4 Die zwischenmenschlichen Beziehung des Ich-Erzählers
4.3.5 Zum Titel des Romans und Wohlstand des Ich-Erzählers
4.3 Das Ende der Erzählung
5. Der Nachfolgeroman: 1979
5.1 Zum Roman und historischen Kontext
5.2 Struktur und Sprache
5.3 Der Vergleich mit Faserland
5.3.1 Gemeinsamkeiten der beiden Romane
5.3.2 1979 geht über Faserland hinaus
5.3.3 Unterschiede zwischen beiden Romanen
6. Der letzte Teil des Triptychons: Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten
6.1 Zum Roman und (alternativ-)historischen Kontext
6.2 Struktur und Sprache
6.3 Die Gattung und der Vergleich mit Faserland und 1979
6.3.1 Gemeinsamkeiten der drei Romane
6.3.2 Unterschiede zwischen den Romanen
6.3.3 Das leere Zentrum als roter Faden
7. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht das literarische "Triptychon" des Autors Christian Kracht, bestehend aus den Romanen Faserland, 1979 sowie Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten. Ziel ist es, die gemeinsamen Motive und Themen zu analysieren, die diese Werke verbinden, und dabei zu ergründen, inwiefern der Autor als typischer Vertreter der Neuen Deutschen Popliteratur eingeordnet werden kann oder sich inwieweit er sich von diesem Etikett löst.
4.3.2 Die Markensemantik
Schon zu Beginn der Erzählung merkt man, welch bestimmende Rolle Marken für den Protagonisten haben.
Also, es fängt damit an, daß ich bei Fisch-Gosch in List auf Sylt stehe und ein Jever aus der Flasche trinke. [...] Weil [es] ein bißchen kalt ist und Westwind weht, trage ich eine Barbourjacke mit Innenfutter. [...] Wir kennen uns noch aus Salem, obwohl wir damals nicht miteinander geredet haben, und ich hab sie ein paar mal im Traxx in Hamburg gesehen und im P1 in München.48
„Der Markenfetischismus ist schon in den ersten Zeilen [...] nicht zu übersehen“49 und ist eines der auffälligsten Charakteristika von Faserland. Doch auch im weiteren Verlauf wird man von Markennamen förmlich erschlagen. Brooks Brothers-Hemden und der S-Klasse-Mercedes hier, Jil Sander und Jean Paul Gaultier dort - Faserland ist übersäht mit Namen diverser Produkte und Prominenter als fester Bestandteil der Popkultur. Hier ist von exzessivem Label-Thinking die Rede.50 Die vielen Zitate, diese popkulturellen Wahrnehmungsbegriffe, tragen allesamt einen bestimmten, kulturellen Code, sodass nicht ihr Nutzen per se, sondern jenes Milieu, das sie symbolisieren, von Bedeutung ist. Sie dienen also der Charakterisierung und Schubladisierung der Menschen, die dem Protagonisten auf seiner Reise begegnen.
1. Grundlagen und Zielsetzung der Arbeit: Einführung in die Thematik der Neuen Deutschen Popliteratur und Darlegung der Zielsetzung, Krachts Romantriptychon vergleichend zu untersuchen.
2. Die Popliteratur im Wandel der Zeit: Historische Einordnung der Popliteratur in zwei Phasen (Pop I und Pop II) sowie Diskussion der Schwierigkeit einer einheitlichen Definition.
3. Zur Person Christian Kracht: Kurzbiografie des Autors und Einordnung seiner wichtigsten Werke in den Kontext seines Triptychons.
4. Sein Romandebüt: Faserland: Analyse des Erstlingsromans als Gründungsmoment der Popliteratur, inklusive Untersuchung von Sprache, Struktur und zentralen Motiven wie Identitätslosigkeit.
5. Der Nachfolgeroman: 1979: Untersuchung des zweiten Teils des Triptychons unter Berücksichtigung des historischen Kontextes und des Vergleichs zu Faserland hinsichtlich der popliterarischen Merkmale.
6. Der letzte Teil des Triptychons: Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten: Analyse des Abschlusswerks unter besonderer Berücksichtigung des alternativ-historischen Kontextes und der Abkehr von popliterarischen Standards.
7. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse, die das Triptychon als Entwicklungsprozess des Autors weg von der reinen Popliteratur hin zu komplexeren Gattungsformen darstellt.
Christian Kracht, Faserland, 1979, Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten, Neue Deutsche Popliteratur, Identität, Markensemantik, Label-Thinking, Triptychon, Popkultur, Konsumgesellschaft, Literaturanalyse, Postadoleszenz, Leeres Zentrum.
Die Arbeit analysiert die drei Romane Faserland, 1979 sowie Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten von Christian Kracht als zusammenhängendes "Triptychon" und prüft deren popliterarische Qualitäten.
Zu den Schwerpunkten zählen die Suche nach Identität, die Bedeutung von Markenkultur (Label-Thinking), die Rolle des Reisens und der Umgang mit historisch-politischen Kontexten.
Ziel ist es zu klären, warum Faserland als bedeutendes Werk der Popliteratur gilt und inwieweit die nachfolgenden Romane Krachts diese literarische Strömung fortführen oder verlassen.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die thematische Aspekte vergleicht und Sekundärliteratur zur Interpretation popliterarischer Merkmale heranzieht.
Der Hauptteil gliedert sich in Kapitel, die jeweils einen Roman detailliert untersuchen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausarbeiten und insbesondere die Veränderung des Erzählstils und der Thematik analysieren.
Die wichtigsten Begriffe sind "Popliteratur", "Markensemantik", "Identitätssuche", "Triptychon" und das "leere Zentrum".
Während Faserland stark auf einer oberflächlichen Marken- und Konsumwelt basiert, transportiert 1979 die Thematik der Bindungsunfähigkeit und Identitätslosigkeit auf eine politisch-dystopische Ebene und führt religiöse Bezugssysteme ein.
Der Roman verzichtet weitgehend auf popliterarische Elemente wie Markennamen oder spezifische Popmusik-Diskurse und nutzt stattdessen einen alternativ-historischen, dystopischen Kontext, um die Sinn- und Identitätsfrage auf einer anderen Ebene zu behandeln.
Das "leere Zentrum" dient als roter Faden für die Identitätsproblematik der Protagonisten, die versuchen, ihre innere Leere durch externe Systeme oder Konsum zu füllen, jedoch meist am Scheitern oder an der Auflösung des Ichs enden.
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