Bachelorarbeit, 2014
101 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Allgemeine Entwicklungen
3 Sozialisationsfeld Pflegefamilie
3.1 Das Pflegekind – eine kurze Personenbeschreibung
3.2 Pflegefamilie als Leistungserbringer und private Familie
3.3 Weshalb werden Pflegefamilien benötigt?
3.4 Pflegefamilien als geeignete Unterbringung für Kinder
4 Prozesse des Scheiterns
4.1 Der Begriff des Scheiterns
4.2 Abbrüche als Herausnahme oder Rückgabe eines Pflegekindes
4.3 Beendigung des Pflegeverhältnisses
5 Arten der Beendigung von Pflegeprozessen
5.1 Geplante Abbrüche
5.1.1 Verselbstständigung und Volljährigkeit
5.1.2 Adoption
5.1.3 Rückführung
5.1.4 Wunsch auf Beendigung
5.2 Ungeplante Abbrüche
5.3 Kriterien an und für weiterführende Hilfen
6 Kriterien, die das Scheitern begünstigen
6.1 Das Pflegekind
6.2 Die Pflegefamilie
6.3 Das Jugendamt
7 Vorzeitige Beendigungen von Pflegeverhältnissen nach § 33 SGB VIII
8 Forschungsmethodik
8.1. Die Methode
8.1.1 Begriffsbestimmung und Erläuterung der Analyseformen
8.1.2 Dokumenten- und Aktenanalyse
8.1.3 Vorgehensweise
8.2 Ablauf der Untersuchung
8.2.1 Vorbereitung der Dokumenten- und Aktenanalyse
8.2.2 Ausführung der Dokumenten- und Aktenanalyse
8.2.3 Ursprüngliche Vorgehensweise
8.3 Auswertung der Ergebnisse
8.3.1 Beschreiben des Vorgehens
8.3.2 Darstellung und Auswertung
9 Auswirkungen auf die Betroffenen
10 Beratungstätigkeit und ihre Konsequenzen
10.1 Definition Beratung
10.1.1 Begleitende Supervision
10.1.2 Supervisionen in der Pflegekinderhilfe
10.2 Pflegekinderhilfe – mögliche Perspektiven der Weiterentwicklung
10.3 Beratung und Begleitung in der Pflegekinderhilfe
10.4 Welche pädagogische Unterstützung brauchen Pflegeeltern?
10.4.1 Rahmenbedingung für die Beratung, Begleitung und Unterstützung der Pflegefamilie
10.4.2 Themen der Beratungsinhalte
10.4.3 Ziele der Beratungstätigkeit
10.5 Entwicklung von Qualitätsstandards für die Pflegekinderhilfe
11 Zusammenfassung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Ursachen und Hintergründe für das Scheitern von Pflegeverhältnissen in Pflegefamilien und analysiert, welche Konsequenzen sich daraus für die pädagogische Beratungstätigkeit ergeben. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, welche Faktoren zu vorzeitigen Beendigungen führen und wie durch gezielte Beratung, Begleitung und Qualitätsstandards stabilere Rahmenbedingungen geschaffen werden können.
1 Einleitung
In der vorliegenden Arbeit wird der Frage nachgegangen, welche Faktoren eine Beendigung von Pflegeverhältnissen in Pflegefamilien verursachen. Nach der einleitenden theoretischen Diskussion über die allgemeinen Entwicklungen im Pflegekinderwesen, wird das Sozialisationsfeld Pflegefamilie näher erläutert. „Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Förderung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.“1 Demnach muss immer versucht werden, zugunsten des Kindes zu handeln und dabei sollen unnötige Übergangsunterbringungsmöglichkeiten vermieden werden. Bestenfalls soll das Kind nach der Perspektivklärung seine endgültige Unterbringung erhalten.
Pflege und Erziehung sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst obliegende Pflicht gemäß Artikel 6 GG i.V. mit § 1 SGB VIII. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft. Die Aufgabe des Jugendamtes ist es, den Schutz eines jeden Kindes sicherzustellen.2 Überdies muss es in diesem Zusammenhang seiner Kontrollfunktion nachgehen, denn nicht alle Eltern können ihren Kindern einen harmonischen und angemessenen Alltag sowie eine altersentsprechende Entwicklung und Förderung ermöglichen.3 Diesbezüglich wird zudem darauf eingegangen, was geschieht, wenn leibliche Eltern versagen und nicht mehr in der Lage sind, ihre eigenen Kinder zu versorgen.
Weiterhin soll die Frage geklärt werden, was Kinder und Jugendliche benötigen, deren Eltern nicht für sie sorgen können, da hierbei die Pflegefamilie eine entscheidende Rolle spielt. Anschließend werden der Prozess des Scheiterns sowie die Arten der Beendigung von Pflegeprozessen ausführlich vorgestellt. Das Thema scheint auf den ersten Blick einmal ein blinder Fleck zu sein. Es wird deutlich, dass Scheitern genau genommen als Frage der Vorstellung sowie Perspektive des Kindes zu verstehen ist und dementsprechend einen ambivalenten Sachverhalt aufzeigt.
1 Einleitung: Die Arbeit stellt die zentrale Forschungsfrage nach den Ursachen für Abbrüche in Pflegefamilien und leitet in die theoretische Diskussion des Pflegekinderwesens ein.
2 Allgemeine Entwicklungen: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Aufbau des Pflegekinderwesens nach und beleuchtet die positive Aufbruchsstimmung der 1990er Jahre im Vergleich zu aktuellen Herausforderungen.
3 Sozialisationsfeld Pflegefamilie: Es erfolgt eine Definition des Pflegekinderwesens sowie eine Charakterisierung des Pflegekindes und der Rolle der Pflegefamilie als Leistungserbringer und privater Lebensraum.
4 Prozesse des Scheiterns: Das Kapitel definiert den Begriff des Scheiterns soziologisch und differenziert zwischen verschiedenen Formen der Beendigung im Pflegekontext.
5 Arten der Beendigung von Pflegeprozessen: Hier werden geplante Abbrüche (z.B. Volljährigkeit, Adoption) von ungeplanten Abbrüchen abgegrenzt und die Relevanz von Anschlusshilfen diskutiert.
6 Kriterien, die das Scheitern begünstigen: Die Untersuchung identifiziert zentrale Risikofaktoren wie das Pflegekind, die Pflegefamilie sowie das Jugendamt, die zu einem Abbruch führen können.
7 Vorzeitige Beendigungen von Pflegeverhältnissen nach § 33 SGB VIII: Vorstellung einer empirischen Studie zu Abbrüchen, die als Grundlage für die eigene Aktenanalyse dient.
8 Forschungsmethodik: Erläuterung der qualitativen Aktenanalyse, mit der die Beendigungsgründe an Fallbeispielen belegt werden.
9 Auswirkungen auf die Betroffenen: Betrachtung der psychosozialen Folgen von Bindungsabbrüchen für die Kinder und Jugendliche.
10 Beratungstätigkeit und ihre Konsequenzen: Diskussion über die Notwendigkeit von Supervision, Beratung und Qualitätsstandards zur Prävention von Abbrüchen.
11 Zusammenfassung: Resümee der theoretischen und empirischen Ergebnisse mit Fokus auf die Bedeutung professioneller Unterstützung durch das Jugendamt.
Pflegefamilie, Pflegekind, Pflegeverhältnis, Abbruch, Scheitern, Jugendamt, Beratung, Supervision, Hilfe zur Erziehung, Bindungsabbruch, Kindeswohl, Anschlusshilfen, Fallanalyse, Pädagogische Unterstützung, Qualitätsstandards.
Die Arbeit analysiert die Gründe für die Beendigung von Pflegeverhältnissen in Pflegefamilien und untersucht, welche Faktoren zu einem "Scheitern" führen, um daraus Konsequenzen für die pädagogische Beratung zu ziehen.
Zu den Schwerpunkten zählen der Prozess des Scheiterns, die Rolle des Jugendamtes, die psychosozialen Auswirkungen auf Pflegekinder sowie die Notwendigkeit professioneller Beratungs- und Supervisionsangebote.
Das Ziel ist es, Faktoren zu identifizieren, die eine vorzeitige Beendigung von Pflegeverhältnissen verursachen, und Strategien sowie Standards für die Beratungstätigkeit zu entwickeln, um solche Abbrüche zu verhindern.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung und einer empirischen Dokumenten- und Aktenanalyse. Dabei wurden Akten des Chemnitzer Pflegekinderdienstes untersucht und mit vorliegenden Studien (z.B. von Dr. Hédervári-Heller) verglichen.
Der Hauptteil befasst sich mit den Kriterien, die das Scheitern begünstigen, der Analyse der Abbruchgründe anhand von Fallberichten sowie der Diskussion über notwendige Beratungsstandards und Supervisionen.
Die zentralen Schlagworte sind Pflegekinderhilfe, Abbruch von Pflegeverhältnissen, Kindeswohl, Jugendamt, Beratungstätigkeit und Bindungsstörungen.
Die Arbeit betont, dass fehlende oder mangelhafte Anbahnungsphasen häufig ein kritischer Faktor sind, da sie eine tragfähige Bindungsentwicklung zwischen Pflegeeltern und Pflegekind von Anfang an erschweren.
Supervision wird als unverzichtbares Instrument für Fachkräfte im Pflegekinderwesen gesehen, um Fallkomplexität zu bewältigen, eigene blinde Flecken zu reflektieren und die Qualität der pädagogischen Arbeit zu sichern.
Obwohl Kontakte zur Herkunftsfamilie wichtig sein können, zeigen die Fallberichte, dass diese oft massive Verhaltensauffälligkeiten beim Pflegekind auslösen können, was die Pflegeeltern an ihre Belastungsgrenze führt.
Die Autorin leitet ab, dass eine professionellere Begleitung, regelmäßige Supervision und die Entwicklung klarer Qualitätsstandards zwingend erforderlich sind, um Pflegefamilien bei Überforderung rechtzeitig zu unterstützen und Abbrüche zu vermeiden.
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