Masterarbeit, 2013
229 Seiten, Note: 1,6
0. Einleitung
1. Vorurteile
1.1 Definitionen
1.1.1 Vorurteil
1.1.2 Stereotyp
1.2 Sozialpsychologische Vorurteilsforschung
1.2.1 Theoretische Einordnung des Begriffs „Vorurteil“
1.2.2 Vorurteilstheorien
1.2.3 Entstehung und Struktur von Vorurteilen
1.2.4 Merkmale von Vorurteilen
1.2.5 Wirkung von Vorurteilen
1.2.6 Exkurs: Wie entsteht Diskriminierung?
1.3 Überblick zur bisherigen Forschung zu ethnischen Vorurteilen
1.3.1 Umgang mit Stereotypen und Vorurteilen
1.3.2 Arbeit mit Vorurteilen
1.3.3 Vorurteile bei Jugendlichen
1.3.4 Entwicklungspsychologische Betrachtung von Jugendlichen
1.4 Dekonstruktion von Stereotypen und Vorurteilen bei Jugendlichen
2. Unterrichtsversuch zur Dekonstruktion von Vorurteilen am Beispiel Islam
2.1 Darstellung der Methode
2.2 Erhebungsmethoden
2.3 Datenerhebung
2.4 Auswertungsmethode
3. Durchführung
3.1 Beschreibung der Unterrichtseinheit
3.1.1 Filme im Unterricht
3.1.2 Der Film „Almanya“ als Dekonstruktionsmittel
4. Hypothesen
5. Ergebnisse
5.1 Stereotype
5.1.1 Stereotype über Muslime
5.1.2 Stereotype über Türken
5.2 Vorurteile
5.2.1 Vorurteile über Muslime
5.2.2 Vorurteile über Türken
5.3 Negative Gedanken
5.3.1 Negative Gedanken zu dem Begriff „Islam“
5.3.2 Negative Gedanken zu aktuellen Themen
5.4 Dekonstruktion bzw. Aufweichen von Stereotypen und Vorurteilen
5.4.1 Festgestelltes Aufweichen der stereotypen Strukturen bei den SuS
5.4.2 Festgestelltes Aufweichen der Vorurteilsstrukturen
5.5 Weiterführende Fragen
5.5.1 Fragen zur Religion
5.5.2 Fragen zu aktuellen Themen
6. Interpretation
7. Fazit
8. Ausblick
Diese Masterarbeit untersucht, inwiefern durch eine wissensvermittelnde Unterrichtseinheit unter Einsatz medienpädagogischer Methoden Vorurteile gegenüber dem Islam und der ethnischen Gruppe der Türken bei Jugendlichen einer achten Klasse abgebaut werden können. Dabei liegt der Fokus auf der Dekonstruktion bestehender Stereotype durch gezielte Reflexionsprozesse.
1.2.3 Entstehung und Struktur von Vorurteilen
Gordon Allport stellte als einer der Ersten 1954 die Frage nach der Entstehung und den Gründen von Vorurteilen beziehungsweise deren Entwicklung in der Pubertät. Für ihn stehen die Lernprozesse im Vordergrund, in denen heranwachsende Jugendliche die bisherigen Einstellungen, die sie aus ihrem Elternhaus übernommen haben, überdenken und mit ihrer eigenen Persönlichkeit in Einklang bringen wollen. Wenn die Pubertät naht und der Prozess des Erwachsenwerdens langsam heranrückt, werden die bisherigen Einstellungen neu organisiert. Diese pubertären Prozesse nennt er Konditionierung, selektive Wahrnehmung und Vollständigkeit, Lernen der instrumentellen Funktion, das Bedürfnis nach Status sowie Kaste und Klasse und deren instrumentelle Funktion.
Während der Konditionierung kommt es bei Kindern meist zu einer erschreckten Reaktion, wenn in einer eigentlich vertrauten Situation etwas Ungewohntes geschieht, was dem Kind Angst einflößt. Die für Kinder biologisch nachvollziehbare Reaktion der Ablehnung auf alles Unbekannte, was unheimlich erscheint, setzt sich in ihrem Gedächtnis fest und bleibt meist bis in das Erwachsenenalter bestehen. Eine solche Überallgemeinerung (totale Ablehnung) einer ganzen Gruppe hat meist ein starkes Erlebnis als Hintergrund, bringt allerdings auch Schwierigkeiten aufgrund der bereits erwähnten Verallgemeinerung mit sich. In diesem Kontext stellt sich Allport die Frage, wie sich aus einer Einstellung ein Vorurteil entwickelt? Eine entscheidende Rolle spielen hierbei Vorausbedingungen wie das Elternhaus, bisherige Konditionierungen oder im sozialen Umfeld eines Kindes gebrauchte linguistische Bezeichnungen, welche alle zusammen eine Richtung vorgeben, in die Ordnungen, Haltungen und Tendenzen gehen. Sie bestimmten zu einem Großteil den Prozess der selektiven Wahrnehmung, sodass sich eine angeblich logische Vervollständigung der Einstellung geschieht.
0. Einleitung: Einführung in die Thematik der Vorurteilsforschung und Darlegung der zentralen Forschungsfrage dieser Arbeit.
1. Vorurteile: Theoretische Auseinandersetzung mit den Begriffen Vorurteil und Stereotyp sowie Analyse der Entstehung, Struktur und Wirkung von Vorurteilen aus sozialpsychologischer Sicht.
2. Unterrichtsversuch zur Dekonstruktion von Vorurteilen am Beispiel Islam: Erläuterung des methodischen Vorgehens bei der Erhebung und Auswertung im schulischen Kontext der achten Klasse.
3. Durchführung: Beschreibung der konkreten Unterrichtseinheit, der verwendeten Materialien und des Einsatzes von Filmen als pädagogisches Werkzeug.
4. Hypothesen: Formulierung der forschungsleitenden Annahmen hinsichtlich des Vorwissens und der Einstellungsänderungen der Schülerinnen und Schüler.
5. Ergebnisse: Darstellung und Analyse der empirischen Befunde aus den Befragungen, unterteilt in die Kategorien Stereotype, Vorurteile, negative Gedanken und Dekonstruktionsprozesse.
6. Interpretation: Zusammenführende Betrachtung der Ergebnisse im Lichte der Hypothesen und der theoretischen Grundlagen.
7. Fazit: Resümee über die Möglichkeiten und Grenzen einer wissensvermittelnden Unterrichtseinheit zur Vorurteilsdekonstruktion.
8. Ausblick: Diskussion der Herausforderungen von Präventionsprogrammen und Empfehlungen für die zukünftige schulische Arbeit.
Vorurteile, Stereotype, Islam, Jugendliche, Dekonstruktion, Sozialpsychologie, Diskriminierung, interkulturelle Kompetenz, Unterrichtsversuch, Almanya, Identitätsfindung, Vorurteilsforschung, Ethnische Minderheiten, Vorurteilsprävention, Gruppenidentität.
Die Masterarbeit befasst sich mit der Wirksamkeit einer unterrichtlichen Intervention zur Dekonstruktion von Vorurteilen bei Jugendlichen gegenüber Muslimen und der ethnischen Gruppe der Türken.
Die Themenfelder umfassen die sozialpsychologische Grundlagenforschung zu Vorurteilen, entwicklungspsychologische Aspekte bei Jugendlichen sowie die praktische Erprobung medienpädagogischer Methoden im schulischen Kontext.
Die Arbeit untersucht, ob durch eine wissensvermittelnde Unterrichtseinheit, die verschiedene medienpädagogische Ansätze nutzt, Vorurteile gegenüber dem Islam und türkischstämmigen Menschen abgebaut werden können.
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der Brainstorming-Einheiten, eine schriftliche Filmreflexion und narrative Interviews zur Datengewinnung nutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Block, der Definitionen und Forschungstheorien umfasst, und einen empirischen Teil, in dem der Unterrichtsversuch an einer IGS beschrieben, ausgewertet und interpretiert wird.
Wesentliche Begriffe sind Vorurteile, Stereotype, Islam, Dekonstruktion, Sozialpsychologie, interkulturelle Kompetenz und Jugendliche.
Der Film bietet durch seine humorvolle und gleichzeitig tiefgründige Darstellung der deutsch-türkischen Familiengeschichte einen idealen Anknüpfungspunkt, um festgefahrene Bilder zu irritieren und einen Perspektivwechsel bei den Schülern zu fördern.
Der Bumerang-Effekt beschreibt das Phänomen, bei dem eine gezielte Konfrontation mit Inhalten, die dem eigenen Vorurteil widersprechen, zu einer Verhärtung der ursprünglichen Ansichten führen kann, wenn die emotionale Bindung an diese Vorurteile zu stark ist.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

