Bachelorarbeit, 2015
48 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Deutsch lernen und beherrschen
2.1 DaF: Definition und theoretische Grundlagen des Fremdsprachenlernens
2.2 Die Bedeutung der Grammatik für den DaF-Unterricht
2.3 Kriterien für eine lernerfreundliche Grammatikvermittlung
3. Das System der Substantivflexion
3.1 Die Grammatik des Deutschen: Besonderheiten und Systematik – am Beispiel der Flexion
3.2 Die Substantivflexion: Flexionsparadigmen und Flexionsformen
3.3 Die Rolle des Genus bei der Substantivflexion und die Verteilung der Pluralsuffixe
3.4 Vier Substantivklassen nach Wiese
4. Grammatikvermittlung im DaF-Unterricht am Beispiel der Substantivflexion
4.1 Analyse von Vermittlungsansätzen in DaF-Lehrwerken
4.2 Mögliche Integration einer systematischen Vermittlung der Pluralbildung in den DaF-Unterricht
4.3 Methodisch-didaktische Überlegungen zur Umsetzung des Unterrichtsgegenstandes
5. Zusammenfassung und Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Grammatikvermittlung im Unterricht Deutsch als Fremdsprache (DaF), wobei der Fokus auf der systematischen Darstellung der Substantivflexion liegt. Das Ziel ist es zu belegen, dass die Pluralbildung im Deutschen einer nachvollziehbaren Systematik folgt, und aufzuzeigen, wie diese durch gezielte, lernerfreundliche Vermittlungsstrategien effektiver als durch bloßes Auswendiglernen in den Unterricht integriert werden kann.
3.2 Die Substantivflexion: Flexionsparadigma und Flexionsformen
Wie bereits angeführt, ist unter der Nominalflexion, zu der die Flexion des Substantivs zählt, die Flexion zu verstehen, die nach den Flexionskategorisierungen Kasus, Numerus und Genus dekliniert. Jedes Substantiv weist demnach Merkmale dieser Merkmalklassen auf. Flexionsformen eines Lexems werden in sogenannten Flexionsparadigmen zusammen gestellt. Das Flexionsparadigma umfasst demnach die Menge der Wortformen eines Worts (vgl. Meibauer et al. 2007, S. 22). Die deutsche Sprache zählt zu den flektierenden Sprachen mit zum Teil recht komplexen Flexionsparadigmen. Dem entgegen stehen die isolierenden Sprachen, wie das Chinesische und Vietnamesische, die nur eine Form im Flexionsparadigma aufweisen (vgl. Eisenberg 2004, S. 151). Das traditionelle Substantivparadigma weist acht Positionen auf, die sich aus den vier Kasus und den zwei Numeri ergeben (vgl. ebd., S. 158), was das folgende Beispiel verdeutlicht.
Jede Wortform des Paradigmas weist unterschiedliche Flexionskategorien auf. Abhängig von den Flexionskategorien können die Wortformen verschiedene Markierungen tragen, wodurch sie sich voneinander unterscheiden. Die Nominalflexion erfolgt in erster Linie durch die Anfügung von Flexionsmorphemen, genauer gesagt durch Suffixe. Sie kann in die substantivische, pronominale und adjektivische Flexion unterteilt werden (vgl. Sahel/Vogel 2013, S. 24).
Betrachtet man nun die Flexion des Substantivs genauer, lassen sich folgende Eigenschaften feststellen: Das Substantiv ist eine Wortart mit festem Genus, alle Formen eines Substantivparadigmas sind daher entweder Femininum, Maskulinum oder Neutrum (vgl. Eisenberg 2004, S. 158). Genus ist folglich unveränderbar und stellt somit streng genommen keine Flexionskategorisierung des Substantivs dar. Hierbei handelt es sich lediglich um eine lexikalische Eigenschaft des Substantivs. Streng genommen flektiert das Substantiv folglich nur nach Numerus und Kasus (vgl. Sahel/Vogel 2013, S. 23). Das Genus kann nur durch den Artikel sichtbar gemacht werden, es wird daher als inhärentes Merkmal bezeichnet (vgl. Meibauer et al. 2007, S. 23).
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die Bedeutung der Grammatikvermittlung im DaF-Kontext hervorzuheben und die Notwendigkeit einer systematischeren Herangehensweise an die Substantivflexion zu begründen.
2. Deutsch lernen und beherrschen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Fremdsprachenlernens, beleuchtet die Rolle der Grammatik im DaF-Unterricht und definiert Kriterien für eine lernerfreundliche Unterrichtsgestaltung.
3. Das System der Substantivflexion: Hier wird das grammatische System der deutschen Substantivflexion unter besonderer Berücksichtigung des Genus und der verschiedenen Flexionsklassen nach Wiese detailliert analysiert.
4. Grammatikvermittlung im DaF-Unterricht am Beispiel der Substantivflexion: Dieser Teil enthält eine Analyse von Lehrwerken, zeigt deren Defizite in der Pluralvermittlung auf und entwirft ein systematisches, induktives Modell für die Unterrichtspraxis.
5. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit bestätigt die Ausgangsthese, dass eine explizite und systematische Vermittlung der Plural-Regularitäten den Lernprozess optimiert und die Sprachbeherrschung effektiver fördert.
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Die Arbeit befasst sich mit der Grammatikvermittlung im DaF-Unterricht, spezifisch mit der Herausforderung der deutschen Substantivflexion und Pluralbildung für Lernende.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Fremdsprachenlernens, das linguistische System der deutschen Substantivflexion sowie didaktische Konzepte zur Vermittlung dieser komplexen Strukturen.
Das Ziel ist es zu zeigen, dass die Pluralbildung kein willkürliches Phänomen ist, und Methoden zu entwickeln, wie diese Systematik für Lernende explizit und verständlich dargestellt werden kann.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse linguistischer Fachliteratur sowie auf eine kritische, exemplarische Analyse ausgewählter DaF-Lehrwerke.
Der Hauptteil gliedert sich in eine linguistische Analyse des Substantivsystems (Kapitel 3) und eine didaktische Untersuchung der Vermittlung in Lehrbüchern samt eines konkreten Lösungsvorschlags für den Unterricht (Kapitel 4).
Die Arbeit ist durch Begriffe wie DaF, Substantivflexion, Pluralbildung, systematische Grammatikvermittlung und didaktische Reduktion gekennzeichnet.
Die Arbeit entscheidet sich bewusst dafür, den s-Plural als Grundregel zu behandeln, da er trotz seiner oft als peripher eingestuften Rolle einen wichtigen Bestandteil des Grundwortschatzes für DaF-Lernende darstellt.
Das Genus fungiert als ein entscheidender Steuerungsfaktor für die Wahl des Pluralsuffixes, weshalb eine korrekte Genuszuweisung eine Grundvoraussetzung für die Anwendung der Pluralregeln ist.
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