Bachelorarbeit, 2012
54 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Biblische Grundlagen der Taufe
2.1 Alttestamentliche Hintergründe
2.1.1 Die Symbolkraft des Wassers
2.1.1.1 Die Erschaffung der Welt (Gen 1,1-2)
2.1.1.2 Die Sintflut (Gen 6-9)
2.1.1.3 Der Durchzug durch das Rote Meer (Ex 14)
2.1.2 Reinigungsriten im Alten Bund
2.2 Neutestamentliche Tauftheologie
2.2.1 Die Taufe des Johannes
2.2.2 Die Taufe Jesu im Jordan und ihre Bedeutung
2.2.3 Hat Jesus selbst getauft?
2.2.4 Ansätze einer Tauftheologie in den neutestamentlichen Gemeinden
2.2.4.1 Aspekte der paulinischen Tauftheologie
2.2.4.2 Die Taufe im Johannesevangelium
3 Die Kindertaufe
3.1 Biblische Grundlegung der Kindertaufe
3.1.1 Die Taufe ganzer Häuser
3.1.2 Stellen zur Kindertaufe im Neuen Testament
3.2 Dogmengeschichtliche Aspekte der Kindertaufe
3.2.1 Die Taufe in der Alten Kirche
3.2.2 Die Taufe als Herrschaftswechsel im Frühmittelalter
3.3 Diskussion der Kindertaufe im 20. Jahrhundert
3.4 Gegenwärtige Problematik
3.5 Ökumenischer Diskurs
4 Schlusswort
5 Literaturverzeichnis
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die biblisch-historischen Hintergründe und die gegenwärtige Problematik der Kindertaufe. Ziel ist es, die Entwicklung der Taufpraxis von den biblischen Ursprüngen bis zur heutigen Zeit darzustellen, um die theologischen Begründungen zu analysieren und die kontroversen Diskussionen im ökumenischen Kontext kritisch zu reflektieren.
2.1.1.1 Die Erschaffung der Welt (Gen 1,1-2)
In den Regionen, in denen die großen Weltreligionen entstanden sind, ist das Wasser eine Kostbarkeit. Für die Menschen in der Antike galt das aus dem Erdboden aufbrechende Quellwasser als ein Werk göttlicher Macht. So wurde den Quellen Opfer gebracht, um den Quellgott gnädig zu stimmen. Oft galten Quellen auch als Wohnorte von Göttern oder Geistern. Ebenso bewundernswert war für die Menschen der Antike das Wasser, das vom Himmel strömt. Solch ein Regenguss ermöglicht, das eine Wüste wieder zu leben beginnt und Gräser und Blumen anfangen zu blühen. „Das Wasser der Quellen und Bäche und das Wasser des Regens, das Wasser »unten« und das Wasser »oben« müssen im Anfang eins gewesen sein. Dieses Ur-Wasser, die Urflut, wird auch in der biblischen Schöpfungserzählung erwähnt.“ Direkt zu Beginn des Schöpfungsberichts wird erzählt, wie Gott den Himmel und die Erde erschuf und das Chaos auf der Erde herrschte. Über der Urflut lag Finsternis und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser (Gen 1,1-2). Dieser Gottesgeist brachte Ordnung in das Durcheinander. Das Wasser wurde geteilt in das Wasser über und in das Wasser unter dem Firmament. „Diese Trennung wird immer wieder aufgehoben durch den Regen, […]. Der Regen vermählt Himmel und Erde. Aus dieser Vereinigung kann das irdische Leben emporkeimen.“ Das irdische Leben wird durch das Wasser ermöglicht.
Durch das Schöpfungshandeln Gottes wird der Mensch zum Leben befähigt. In der Schöpfung dankt der Mensch Gott für sein Dasein. Das Wasser ist ein lebenswichtiges Element für den Menschen. In dem Zusammenhang mit der Schöpfung ist das Wasser ein positives, ein Leben möglich machendes Zeichen. Diese Ansicht spiegelt sich auch in der Taufe wieder. Es wird eine Art Neuschöpfung vollzogen. „Als Element der Taufe deutet es darauf hin, daß der Mensch durch göttliches Handeln dem Chaos, der Unordnung, entrissen ist. Er wird in eine neue Ordnung hineingenommen und durch Gottes Wort zu neuem Leben gerufen.“
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung der Taufe als christliches Initiationssakrament ein und formuliert die Fragestellung nach den biblischen und historischen Hintergründen sowie der Problematik der Kindertaufe.
2 Biblische Grundlagen der Taufe: Dieses Kapitel erläutert die alttestamentlichen Hintergründe wie die Symbolkraft des Wassers und beleuchtet anschließend die neutestamentliche Tauftheologie, insbesondere die Taufe des Johannes und Jesu.
3 Die Kindertaufe: Das Hauptkapitel analysiert die biblische Grundlegung, dogmengeschichtliche Aspekte sowie die gegenwärtige Problematik und den ökumenischen Diskurs zur Kindertaufe.
4 Schlusswort: Das Schlusswort fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass eine Taufpastoral bei gläubigen Eltern heute theologisch vertretbar und sinnvoll ist, sofern sie in ein lebendiges Gemeindeleben eingebettet bleibt.
5 Literaturverzeichnis: Ein Verzeichnis der verwendeten theologischen Fachliteratur und Quellen.
Kindertaufe, Erwachsenentaufe, Tauftheologie, biblische Grundlagen, Initiationsritus, Glaubensweg, Ökumene, Sakrament, Taufpraxis, Wasser, Heiliger Geist, Christwerdung, Taufpastoral, Urgemeinde, Erbsünde.
Die Arbeit behandelt die Entwicklung der Kindertaufe sowie deren theologische, biblische und historische Begründungen und die damit verbundenen aktuellen Problemstellungen.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Symbolik des Wassers, die neutestamentliche Tauftheologie, die Geschichte der Kindertaufe von der Alten Kirche bis zum Mittelalter und die moderne ökumenische Diskussion.
Das Ziel ist es, die biblischen und historischen Grundlagen der Kindertaufe aufzuarbeiten und zu erörtern, inwiefern eine heutige Taufpraxis vor dem Hintergrund des persönlichen Glaubens und des Gemeindelebens zu verantworten ist.
Es handelt sich um eine theologisch-historische Analyse, die auf einer fundierten Auswertung biblischer Texte sowie dogmengeschichtlicher Fachliteratur basiert.
Der Hauptteil analysiert ausführlich die "Biblischen Grundlagen" (Kapitel 2) und die "Kindertaufe" (Kapitel 3), inklusive der geschichtlichen Entwicklung, der Kontroverse im 20. Jahrhundert und der ökumenischen Debatte.
Wichtige Begriffe sind Kindertaufe, Tauftheologie, biblische Grundlagen, Initiationsritus, Glaube, Ökumene, Taufpastoral und Gemeinde.
Die Diskussion entzündete sich an der Pluralität der Sinnangebote und dem Wunsch nach einer bewussten Glaubensentscheidung, angestoßen unter anderem durch die Kritik von Karl Barth.
Während die katholische Kirche die Kindertaufe als Sakrament des Glaubens bejaht, legen Baptisten Wert auf die bewusste, mündige Glaubensentscheidung vor der Taufe (Glaubenstaufe).
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