Examensarbeit, 2014
124 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Das Eigene, das Andere und das Fremde
2.1 Das Eigene
2.2 Das Andere und das Fremde
2.3 Das „Anderswo“ und das „Außer-ordentliche“
3. Der Anspruch des Fremden und seine Wirkungen
3.1 Die Entdeckung der Fremderfahrung durch das Anderswo und das…
3.2 Ein Wandel festgefahrener Denkgewohnheiten
4. Möglichkeiten des Umgangs mit dem Fremden
4.1 Aneignung
4.1.1 Positive Aneignung
4.1.2 Positive Aneignung durch das Fremde im Eigenen
4.2 Stereotype und Vorurteile
4.3 Rassismus
5. Bildung im Anspruch des Fremden
6. Einleitung der praktischen Arbeit
7. Das eigene Vorverständnis in Bezug auf das Fremde
8. Das eigene Erkenntnisinteresse
9. Methodologisches Positionieren und Vorgehen
9.1 Der Zugang zum Feld
9.2 Lerngruppenbeschreibung
9.3 Methode der Untersuchung und Datenerhebung
9.4 Methode der Transkription
9.5 Methode der Auswertung
10. Auswertung
10.1 Auswertungsphase 1
10.1.1 Konkrete Befragung zur Fremderfahrung
10.1.2 Zuordnung der Bildergalerie zum Fremden und Bekannten
10.1.3 Auswertungsphase 1 Die Diskussion der Collagenzuordnung
10.1.4 Experiment zum Umgang mit dem Fremden
10.1.5 Auseinandersetzung mit dem Bilderbuch „Irgendwie Anders“
10.2 Auswertungsphase 2
11. Schwierigkeiten im Forschungsprozess
12. Ergebnis
13. Fazit und offene Fragen
Die Arbeit untersucht, wie kleine Kinder im schulischen Kontext mit dem Phänomen des „Fremden“ umgehen und ob sie durch gezielte qualitative Forschungsmethoden für einen positiven Umgang mit Fremdheit sensibilisiert werden können.
3.1 Die Entdeckung der Fremderfahrung durch das Anderswo und das Außerordentliche
In der Geschichte gab es Zeiten ohne bewusste Fremderfahrungen. Nichts, was es gab, „[…] was, sofern es überhaupt ist und so oder so ist [...]“ (ebd., S. 16), wurde als fremd wahrgenommen. Stattdessen kam es zur Bändigung alles Fremden, das hier und dort aufflackerte, durch eine allgemeingültige, scheinbare Gesamtordnung, die das Umgreifen des Eigenen und Fremden zur Aufgabe hatte (vgl. ebd.). So gingen z. B. die klassischen Griechen davon aus, dass es möglich sei, alle unterscheidbaren Lebensordnungen mittels einer Theorie der Vernunft zu umrahmen. D. h., sie mutmaßten, jedem Menschen sei eine Vernunft zuzusprechen, welche allen gemeinsam ist, und dass – je mehr sich jeder Einzelne in seinem Tun und Denken von dieser Vernunft leiten lasse – alle Unterschiede zwischen den Menschen aufhebbar seien (vgl. ebd.).
Die „klassische Form der Ordnung zeichnet sich dadurch aus, daß sie dem Menschen (a) vorgegeben, daß sie (b) allumfassend, daß sie (c) mehr oder weniger fest umgrenzt und (d) in ihren Grundzügen repetitiv ist.
Eine radikale Form der Änderung und Neuerung kann es nicht geben, außer im Sinne von Verfall und Wiederherstellung. Denn zu dieser allumfassenden Ordnung gibt es keine andere Alternative als das Chaos […] Ihren plastischen Ausdruck fand diese Gesamtordnung, die Welt, Leben und Gesellschaft umgreift, im griechischen Kosmos, im mittelalterlichen Ordo – mutatis mutandis auch außerhalb Europas, so etwa im altchinesischen Li oder Tao […]“ (B. Waldenfels 1990, S. 18)
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Annäherung an den Umgang mit dem Fremden im Unterricht und Erläuterung der theoretischen Basis durch B. Waldenfels.
2 Das Eigene, das Andere und das Fremde: Definition und Abgrenzung der Begriffe Eignes, Anderes und Fremdes sowie Reflexion über die eigene subjektive Wahrnehmung.
3 Der Anspruch des Fremden und seine Wirkungen: Analyse der Wirkungen, die das Fremde auf das Eigene ausübt, insbesondere als Krisenerfahrung und Herausforderung.
4 Möglichkeiten des Umgangs mit dem Fremden: Untersuchung von Aneignungsformen, Vorurteilen und Rassismus als Reaktion auf das Fremde.
5 Bildung im Anspruch des Fremden: Verknüpfung des Bildungsbegriffs mit der Erfahrung des Fremden als notwendiger Anlass für Transformationsprozesse.
6 Einleitung der praktischen Arbeit: Vorstellung des qualitativen Forschungsdesigns zur Untersuchung des Umgangs von Schulkindern mit Fremdheit.
9 Methodologisches Positionieren und Vorgehen: Darlegung der qualitativen Forschungsmethoden, einschließlich teilnehmender Beobachtung und Gruppeninterviews.
10 Auswertung: Detaillierte Analyse der gesammelten Daten aus dem Unterricht anhand zentraler Kategorien.
Fremdheit, Eigenheit, Phänomenologie, Bernhard Waldenfels, Bildung, Transformation, Aneignung, Stereotype, Vorurteile, Rassismus, qualitative Forschung, Grounded Theory, Schule, Identitätsentwicklung, Interkulturalität.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der phänomenologischen Auseinandersetzung mit dem Fremden und wie diese theoretischen Erkenntnisse in pädagogische Lernprozesse integriert werden können.
Die Kernpunkte sind die Differenz zwischen dem Eigenen und dem Fremden, die psychologischen Mechanismen der Abwehr durch Vorurteile und die Bedeutung von Bildung als Antwort auf Fremderfahrungen.
Das Ziel ist es zu untersuchen, wie Grundschüler mit dem Fremden umgehen und ob und wie sie für einen reflektierten, positiven Umgang mit diesem Phänomen sensibilisiert werden können.
Es handelt sich um eine qualitative Forschungsarbeit. Die Autorin führt eine Unterrichtseinheit in einer Grundschulklasse durch, nutzt teilnehmende Beobachtung und wertet die Daten mittels eines Verfahrens an die Grounded Theory angelehnt aus.
Der theoretische Teil expliziert Begriffe nach Bernhard Waldenfels. Der praktische Teil umfasst die Analyse von Unterrichtsinteraktionen, in denen Kinder Bilder und Situationen als „fremd“ oder „bekannt“ klassifizieren.
Die wichtigsten Begriffe sind Fremdheit, Aneignung, Bildung, Vorurteile, qualitative Forschung und Identität.
Die Studie zeigt, dass Kinder dazu neigen, Fremdes schnell in vorhandene Denkschemata einzuordnen oder abzulehnen, um Unsicherheit zu vermeiden, statt sich auf den fremden Anspruch einzulassen.
Die Lehrkraft ist entscheidend, da sie den Prozess der Hinterfragung und des Forschens begleiten muss, anstatt vorschnelle Antworten zu liefern, die nur die bestehende Ordnung des Kindes bestätigen.
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