Masterarbeit, 2015
62 Seiten, Note: 1,7
1. EINLEITUNG
2. FLÜCHTLING – KLÄRUNG UND DEFINITION EINES BEGRIFFS
3. WANDLUNG EINES BEGRIFFS: VOM FLÜCHTLING ZUM ASYLBEWERBER
4. MEDIZINISCHE VERSORGUNG VON FLÜCHTLINGEN/ASYLBEWERBERN IN DEUTSCHLAND
5. DAS ASYLBEWERBER-LEISTUNGSGESETZ UND SEINE LEISTUNGEN
6. ENTWICKLUNG NORMATIV-ETHISCHER MAßSTÄBE ZUR GESUNDHEITSVERSORGUNG VON FLÜCHTLINGEN
a. Maßstab Nr. 1: Alle Menschen haben Würde, sind daher gleich zu achten und gleich zu behandeln
b. Maßstab Nr. 2: Gleichheit im Zugang zu gesundheitlicher Versorgung für alle sich im Staatsgebiet aufhaltenden Menschen, ohne Repressalien
c. Maßstab Nr. 3: Bei jeglichen Beschwerden/Symptomen, die eine Erkrankung nicht ausschließen lassen, ist unmittelbar, d. h. so rasch wie möglich, ein Arzt zur Untersuchung und Einleitung ggfs. weiterer Diagnostik beizuziehen
7. ANWENDUNG DER DEFINIERTEN NORMATIV-ETHISCHEN MAßSTÄBE AUF DIE KONKRETE SITUATION
8. LÖSUNGSVORSCHLÄGE FÜR DEUTSCHLAND UND EUROPA ZUR VERBESSERUNG DER UNGENÜGENDEN MEDIZINISCHEN VERSORGUNG VON – INSBESONDERE BESTIMMTEN GRUPPEN VON – FLÜCHTLINGEN
a. Vorschlag Nr. 1: Ein Rechtsstatus für Flüchtlinge als Grundlage menschlicher Normalität im täglichen Leben in Deutschand und Europa
b. Vorschlag Nr. 2: Deutschland als reichster und wirtschaftlich stärkster Staat in Europas Mitte hat seine „splendid isolation“-Position bezüglich der Einreise von Flüchtlingen über einen „sicheren Drittstaat“ aufzugeben
c. Vorschlag Nr. 3: Deutschland- und Europa-weite Schaffung der Möglichkeit für Flüchtlinge zu arbeiten, Beiträge in Sozialversicherungen zu leisten sowie darüber Anerkennung und Selbstachtung (wieder) gewinnen zu können und letztlich eingebürgert zu werden
d. Vorschlag Nr. 4: Anpassung der Gesetze und Vorschriften
9. FAZIT
Die Arbeit untersucht die Problematik der medizinischen Unterversorgung von Flüchtlingen in Deutschland, insbesondere von Gruppen ohne regulären Aufenthaltsstatus, und entwickelt auf Basis normativ-ethischer Maßstäbe Lösungsansätze für ein gerechteres Zugangssystem.
1. Einleitung
„Flüchtling in Deutschland - Patient dritter Klasse“ war der Aufmacher des „Deutsches Ärzteblatt“ vom 28. März 2014. (Klinkhammer/Korzilius, 2014, S. 466-469). Der Kölner Diözesan-Caritasdirektor Dr. med. Frank Hensel wird in diesem Artikel mit der Aussage zitiert: „Das Asylbewerberleistungsgesetz hat so hochschwellige Barrieren in der gesundheitlichen Versorgung gesetzt, dass Krankheitsverläufe eher verschleppt werden und dann um so schwerer behandelt werden können.“ (Klinkhammer/Korzilius, 2014, S. B 468). Und er fährt in seiner Beschreibung fort, noch schlimmer seien Flüchtlinge dran, die sich illegal in Deutschland aufhalten. Sie sind „… vom Zugang zur Gesundheitsversorgung so gut wie ausgeschlossen.“ (Korzilius, 2014, S. B 469).
Eine adäquate Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen ist konfrontiert mit völlig unterschiedlichen Interessen der unmittelbar, aber auch mittelbar Beteiligten, die sich zum Teil gegenseitig aufheben, blockieren, zumindest aber drastisch beeinflussen. Die Aufnahme von Flüchtlingen ist eine staatliche Aufgabe und damit rechtlich geregelt. Dies beinhaltet viele zu berücksichtigende Einzelheiten, die jeweils interpretationsfähig sind. Die Gesundheitsversorgung der Menschen ist zum einen eine humane, individuelle, zum anderen aber eine speziell ärztliche Aufgabe. Weiter ist sie aber - zumindest in manchen Belangen - eine öffentliche Aufgabe. Dadurch wird sie politisch stets im bestehenden ökonomischen Umfeld betrachtet.
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die prekäre gesundheitliche Versorgungssituation von Flüchtlingen und stellt die zentrale Fragestellung der Arbeit vor, wie eine gerechtere Organisation der Gesundheitsversorgung erreicht werden kann.
2. FLÜCHTLING – KLÄRUNG UND DEFINITION EINES BEGRIFFS: Dieses Kapitel definiert den Flüchtlingsbegriff völkerrechtlich anhand der Genfer Flüchtlingskonvention und erörtert die Interpretationsspielräume bei der Bestimmung des Schutzstatus.
3. WANDLUNG EINES BEGRIFFS: VOM FLÜCHTLING ZUM ASYLBEWERBER: Es wird die historische und administrative Transformation des Flüchtlings zum Asylbewerber sowie die damit verbundene soziale und rechtliche Stigmatisierung analysiert.
4. MEDIZINISCHE VERSORGUNG VON FLÜCHTLINGEN/ASYLBEWERBERN IN DEUTSCHLAND: Der Fokus liegt hier auf dem medizinisch-anthropologischen Menschenbild und dem Anspruch auf Gesundheitsversorgung jenseits rein technokratischer Modelle.
5. DAS ASYLBEWERBER-LEISTUNGSGESETZ UND SEINE LEISTUNGEN: Das Kapitel analysiert die gesetzlichen Rahmenbedingungen für medizinische Leistungen bei Krankheit, Schwangerschaft und Geburt sowie die administrativen Hürden beim Zugang zur ärztlichen Hilfe.
6. ENTWICKLUNG NORMATIV-ETHISCHER MAßSTÄBE ZUR GESUNDHEITSVERSORGUNG VON FLÜCHTLINGEN: Es werden zentrale ethische Maßstäbe, wie die Menschenwürde und das Prinzip der Gleichheit, für eine ethisch verantwortbare Gesundheitsversorgung entwickelt.
7. ANWENDUNG DER DEFINIERTEN NORMATIV-ETHISCHEN MAßSTÄBE AUF DIE KONKRETE SITUATION: Die entwickelten ethischen Grundsätze werden auf die Lebensrealität verschiedener Flüchtlingsgruppen angewandt und auf ihre praktische Umsetzbarkeit geprüft.
8. LÖSUNGSVORSCHLÄGE FÜR DEUTSCHLAND UND EUROPA ZUR VERBESSERUNG DER UNGENÜGENDEN MEDIZINISCHEN VERSORGUNG VON – INSBESONDERE BESTIMMTEN GRUPPEN VON – FLÜCHTLINGEN: Basierend auf der Analyse werden konkrete politische und soziale Lösungsansätze, wie die Etablierung eines Rechtsstatus und die Anpassung gesetzlicher Vorschriften, diskutiert.
9. FAZIT: Das Fazit fasst die Notwendigkeit zusammen, eine humane und vertrauensvolle Grundlage für die Flüchtlingsversorgung in Deutschland zu schaffen, die über rein ordnungspolitische Ansätze hinausgeht.
Flüchtlinge, Asylbewerber, Gesundheitsversorgung, Medizinethik, Menschenwürde, Asylbewerberleistungsgesetz, Aufenthaltsstatus, Soziale Gerechtigkeit, Menschenrechte, Genfer Flüchtlingskonvention, Gesundheitsfürsorge, Patientenrechte, Integration, Gesetzgebung, Ethik.
Die Arbeit untersucht die ethischen und rechtlichen Diskrepanzen bei der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen in Deutschland und fordert einen gleichberechtigten Zugang zur Gesundheitsversorgung für alle Menschen, unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus.
Zentrale Themen sind die Definition und Wandlung des Flüchtlingsbegriffs, das Asylbewerberleistungsgesetz, die medizinische Ethik im Arzt-Patienten-Verhältnis sowie die Menschenwürde als universeller Maßstab für soziale Gerechtigkeit.
Das Ziel ist es, auf Basis philosophischer und rechtlicher Analysen zu belegen, dass der Ausschluss von Flüchtlingen von einer adäquaten Gesundheitsversorgung ethisch nicht zu rechtfertigen ist, und konkrete politische Lösungswege aufzuzeigen.
Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Methode, die medizinhistorische, ethische, juristische und sozialpolitische Argumentationslinien verknüpft, um eine fundierte Handlungsempfehlung abzuleiten.
Der Hauptteil behandelt die detaillierte Analyse der normativen Maßstäbe (Menschenwürde, Gleichheit im Zugang) und deren Anwendung auf die konkrete, oft ungenügende Situation der verschiedenen Flüchtlingsgruppen in Deutschland.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Menschenwürde, Flüchtlingsstatus, Gesundheitsversorgung, soziale Gerechtigkeit und das Asylbewerberleistungsgesetz beschreiben.
Der Autor kritisiert, dass der Gesetzgeber ordnungspolitische Interessen, wie die Kontrolle und Ausweisung von Personen, konsequent über die Gewährleistung humanitärer Hilfe und die medizinische Versorgung Bedürftiger stellt.
Das Beispiel des Flüchtlingskindes Leonardo P. verdeutlicht drastisch die negativen Folgen bürokratischer Hürden im Gesundheitswesen, die eine lebensnotwendige ärztliche Behandlung verzögert haben und zu schweren bleibenden Schäden führten.
Der Autor schlägt einen klaren Rechtsstatus für alle Flüchtlinge vor, der ihnen eine legale Teilhabe ermöglicht und den Zugang zur Gesundheitsversorgung durch Mechanismen wie eine „grüne Krankenversicherungskarte“ absichert.
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