Diplomarbeit, 2008
94 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Aktienrückkäufe am deutschen Kapitalmarkt
2.1 Der Aktienrückkauf als Ausschüttungsinstrument in Abgrenzung zur Dividende
2.2 Motive für den Aktienrückkauf aus Unternehmenssicht
2.3 Aktuelle Gesetzeslage in Deutschland
2.4 Methoden zum Erwerb eigener Aktien
2.4.1 Rückkauf im laufenden Handel
2.4.2 Rückkauf durch Tenderverfahren
2.4.2.1 Festpreisangebot
2.4.2.2 Holländisches Auktionsverfahren
2.4.3 Individuell ausgehandelter Rückkauf
3 Aktienrückkäufe aus finanztheoretischer Sicht
3.1 Die neoklassische Sicht
3.2 Die neo-institutionelle Sicht
3.2.1 Prinzipal-Agenten-Beziehung
3.2.2 Das Signalisieren als Mittel zum Abbau Adverser Selektion
3.2.3 Die Free Cash Flow-Hypothese zur Reduktion von Moral Hazard
4 Empirische Untersuchung der Kursreaktion nach einer Ankündigung zum Aktienrückkauf
4.1 Aufbau der Analyse
4.1.1 Stichprobenerienerung
4.1.2 Methodik der empirischen Analyse
4.1.3 Einführung der Regressionsvariablen
4.2 Ergebnisse der empirischen Untersuchung
4.2.1 Deskriptive Auswertung
4.2.2 Kursreaktion der Stichprobe
4.2.2.1 Ergebnisse der Stichprobe
4.2.2.2 Einordnung der Kursreaktion in die wissenschaftliche Literatur
4.2.3 Untersuchung der Einflussfaktoren
4.2.3.1 Aufbau der multiplen linearen Regression
4.2.3.2 Ergebnisse der multiplen Regression und Einordnung in die wissenschaftliche Literatur
5 Schlussbetrachtung
Diese Diplomarbeit untersucht den Einfluss der Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms auf die Aktienkurse am deutschen Kapitalmarkt, um die Gültigkeit der Signal- und der Free Cash Flow-Hypothese empirisch zu prüfen.
3.2.2 Das Signalisieren als Mittel zum Abbau Adverser Selektion
Liegen Informationsasymmetrien vor Vertragsabschluss vor, besitzt der Agent Informationen, die für den Prinzipal nicht verfügbar sind. Er hat aufgrund seiner Insiderstellung in der Regel detailliertere Informationen über das Marktumfeld des Unternehmens als der Prinzipal und kann daher die Höhe und die Verteilung der zukünftigen Zahlungsüberschüsse besser beurteilen und damit den wahren Unternehmenswert genauer einschätzen. Da das Management seine eigenen Interessen verfolgt, sind alle veröffentlichten Informationen zunächst einmal als potentiell unglaubwürdig einzustufen. Der Prinzipal geht folglich das Risiko ein, dass der Agent die wirkliche Situation vor Vertragsschluss nicht offen legt, um seinen Nutzen zu erhöhen, wodurch der Prinzipal systematisch getäuscht werden kann. Da der Prinzipal folglich nicht von einer bestmöglichen Verwendung seiner Ressourcen ausgehen kann, wird er vor einem finanztheoretischen Hintergrund nur bereit sein, finanzielle Mittel in beschränktem Umfang oder zu Konditionen dem Agenten anzuvertrauen, die entsprechend seines zusätzlichen Risikos eine angemessene Rendite erzielen.
Unter Anwendung des Modells der asymmetrischen Informationsverteilung im Gebrauchtwagenmarkt von Akerlof (1970) auf die Kapitalbeschaffung von Unternehmen muss unter Unsicherheit von Seiten der Kapitalgeber von einer lediglich durchschnittlichen Qualität der kapitalsuchenden Unternehmen ausgegangen werden. Wenn keine Möglichkeit besteht, gute von schlechten Unternehmen zu unterscheiden, haben alle Unternehmen den Anreiz, sich als ein gutes auszugeben, um günstige Konditionen am Markt zu erhalten. Folglich sind Investoren nur bereit, Unternehmen gegen eine zusätzliche Prämienzahlung zu finanzieren. Der Kapitalmarkt wird in diesem Fall als gepoolt bezeichnet, da Investoren keine Möglichkeit haben, gute von schlechten Unternehmen zu unterscheiden und sich alle Unternehmen mit den gleichen Konditionen konfrontiert sehen. Unternehmen mit hoher Qualität werden sich aus dem Markt zurückziehen, wenn sie keine Möglichkeit zur Separation haben, da sie keine angemessenen Konditionen erzielen können. Als Resultat sinkt die durchschnittliche Qualität auf dem Kapitalmarkt weiter. Die Folge dieses Prozesses, der als Adverse Selektion bezeichnet wird, ist eine erschwerte Kapitalbeschaffung für Unternehmen, was im Extremfall zu Marktversagen führen kann.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Aktienrückkäufe als Instrument der Ausschüttungspolitik und Definition des Ziels der vorliegenden Untersuchung.
2 Aktienrückkäufe am deutschen Kapitalmarkt: Detaillierte Betrachtung der Methoden, rechtlichen Rahmenbedingungen und Motive für Aktienrückkäufe in Deutschland.
3 Aktienrückkäufe aus finanztheoretischer Sicht: Theoretische Einordnung durch neoklassische Ansätze und neo-institutionelle Hypothesen wie Agency-Theorie und Free Cash Flow-Hypothese.
4 Empirische Untersuchung der Kursreaktion nach einer Ankündigung zum Aktienrückkauf: Darstellung der methodischen Vorgehensweise und empirische Auswertung der Kursreaktionen inklusive Regressionsanalyse.
5 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Diskussion der Bestätigung der zugrunde liegenden Finanztheorien.
Aktienrückkauf, Kapitalmarkt, Ereignisstudie, Signalhypothese, Free Cash Flow-Hypothese, Agency-Theorie, Adverse Selektion, Kursreaktion, abnormale Rendite, Unterbewertung, Finanzierung, Unternehmenskontrolle, Kapitalstruktur, Deutschland, Regressionsanalyse
Die Arbeit analysiert empirisch die Auswirkungen der Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms auf die Aktienkurse von börsennotierten Unternehmen am deutschen Kapitalmarkt.
Die zentralen Felder sind die Methoden des Aktienrückkaufs, rechtliche Rahmenbedingungen in Deutschland, finanztheoretische Erklärungsmodelle für Kursbewegungen sowie die statistische Auswertung von Marktdaten.
Ziel ist es, zu prüfen, ob die in der Literatur etablierte Signalhypothese (Information über Unterbewertung) oder die Free Cash Flow-Hypothese (Reduktion von Agency-Kosten) die beobachteten Kursreaktionen nach Ankündigungen besser erklären können.
Es handelt sich um eine Ereignisstudie, die stetige Renditen auf Basis von Marktdaten berechnet, kombiniert mit einer multiplen linearen Regression, um den Einfluss verschiedener Unternehmensmerkmale auf die abnormalen Renditen zu bestimmen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Rückkaufmotive und Hypothesen sowie eine umfassende empirische Untersuchung, die das Vorgehen bei der Stichprobengenerierung und die Modellierung der Regression erläutert.
Wesentliche Begriffe sind Aktienrückkauf, Signalhypothese, Free Cash Flow-Hypothese, Adverse Selektion, abnormale Rendite und Agency-Kosten.
Die Regressionsanalyse liefert eine deutliche Bestätigung für die Free Cash Flow-Hypothese, da Variablen wie der Free Cash Flow (FCF%) einen signifikanten Einfluss auf die abnormalen Renditen zeigen.
Im Gegensatz zu früheren Studien, die Aktienrückkäufe primär als Mittel zum Abbau von Informationsasymmetrien sahen, betont diese Arbeit die Bedeutung der Ausschüttungshöhe und des Free Cash Flow-Generierungspotenzials als Erklärungsfaktor.
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