Magisterarbeit, 2004
183 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Grundlagen zu Werk und Person
2.1 Politische und private Einflüsse: Wichtige biographische Daten
2.2 Sozialismus und Demokratie: Biermanns politische Vorstellungen in der DDR
2.3 Schattenbilder in der Höhle des Gemüts: Das Private und das Politische in Biermanns Lyrik
2.4 Zwischen DDR und BRD: Erste Orientierungsversuche nach der Ausbürgerung
3. Die Ankunft in der westlichen Gesellschaft und die Auseinandersetzung mit dem Kommunismus
3.1 Das neue Politikverständnis
3.2 Die Auseinandersetzung mit der kommunistischen Ideologie
3.3 Das Verhältnis von Liebe und Politik nach dem Verlust der Utopie
3.4 Zwischenbilanz nach zehn Jahren in der Bundesrepublik
4. Die Wiedervereinigung Deutschlands und das Ende des Ost-West-Konflikts
4.1 Die direkte Einmischung in politische Diskurse: Wolf Biermann als Essayist
4.2 Neue Hoffnung auf einen demokratischen Sozialismus: Die Politik Michael Gorbatschows
4.3 Das Ende der DDR und die Wiedervereinigung
4.4 Die Politische Neuorientierung nach dem Ende der DDR
5. Wolf Biermann als Dichter und Publizist in der Berliner Republik
5.1 Der neue thematische Schwerpunkt: Die jüdische Kultur und der Holocaust
5.2 Gegenwart und Geschichtsbild: Die späten Lieder und Gedichte zum Thema Berlin
6. Vom Klassenkampf zum Kampf der Kulturen: Biermanns politische Entwicklung bis zur Gegenwart
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung des literarischen und politischen Werks von Wolf Biermann seit 1980 bis in die Gegenwart. Dabei wird analysiert, wie sich der Autor nach seiner Ausbürgerung aus der DDR im westdeutschen Exil neu orientierte, sich schrittweise vom orthodoxen Kommunismus distanzierte und eine neue Identität fand, die insbesondere von der Auseinandersetzung mit jüdischer Kultur und dem Holocaust geprägt ist.
Die Ankunft in der westlichen Gesellschaft und die Auseinandersetzung mit dem Kommunismus
Dies änderte sich mit dem zweiten Gedichtband, den Wolf Biermann in der Bundesrepublik veröffentlichte. Nach der großen öffentlichen Aufmerksamkeit, die um seine Person nach der Ausbürgerung entstanden war, zog sich Biermann ab 1980 für zwei Jahre aus der Öffentlichkeit zurück. Die Gedichte und Lieder, die in dieser Zeit entstanden sind, publizierte er in dem Band „Verdrehte Welt – Das seh’ ich gerne“ im Jahr 1982. Schon der Titel der Sammlung lässt ahnen, dass sich in den zwei Jahren des Entstehens einiges an Biermanns Standpunkten geändert hat.
Das Buch enthält neben den Gedichten auch einige Prosatexte, die als Kommentare zu politischen Ereignissen und sehr persönlichen Erlebnissen die in den Gedichten ausgedrückte Wandlung unterstreichen. Die Texte sind in vier Kapitel unterteilt, die die einzelnen Themenschwerpunkte zusammenfassen: Das Kapitel „Von den Menschen“ enthält neben sehr privaten Gedichten Überlegungen über die menschliche Natur und das menschliche Zusammenleben. Es ist eines der wichtigsten Kapitel, da sich darin ein neues Verständnis von Politik und eine für Biermann bis dahin untypische Art des politischen Gedichts manifestieren. Das Kapitel „Im Tagesdreck“ hebt sich davon mit den explizit auf tagespolitische Themen bezogenen Gedichten ab. Die häufig polemischen Gedichte, die z. B. im Kontext der Bundestagswahl 1980 entstanden sind, werde ich in dieser Arbeit nicht berücksichtigen, da sie für die Wandlung in Biermanns Werk nicht von großer Bedeutung sind. Ähnlich verhält es sich mit dem Kapitel „A Paris“, das neben Eindrücken von Biermanns Aufenthalten in Paris insbesondere die Wahl von Francois Mitterrand zum französischen Präsidenten zum Thema hat. Das Kapitel „Gott in Polen“ enthält die für Biermanns Entwicklung im Westen in den 80er Jahren wahrscheinlich wichtigsten Gedichte. Darin setzt er sich im Zusammenhang mit der Niederschlagung des Arbeiterstreiks der polnischen Gewerkschaft Solidarität mit dem Kommunismus und insbesondere mit den kommunistischen Parteien sowjetischer Prägung auseinander. Die Kapitel „von den Menschen“ und „Gott in Polen“ werde ich deshalb im Zusammenhang mit den Wandlungen in Biermanns Werk näher analysieren.
1. Einleitung: Einführung in die Problematik von Biermanns literarischer Entwicklung nach der Ausbürgerung und Definition des Untersuchungsrahmens.
2. Grundlagen zu Werk und Person: Zusammenfassung der biographischen Prägungen durch das Elternhaus und die kommunistische Erziehung sowie Darstellung von Biermanns Poetik.
3. Die Ankunft in der westlichen Gesellschaft und die Auseinandersetzung mit dem Kommunismus: Analyse der schrittweisen Abkehr von der kommunistischen Ideologie nach der Ankunft in der Bundesrepublik.
4. Die Wiedervereinigung Deutschlands und das Ende des Ost-West-Konflikts: Untersuchung der Reaktion auf die Wendeereignisse und der zunehmenden essayistischen Einmischung des Autors.
5. Wolf Biermann als Dichter und Publizist in der Berliner Republik: Fokussierung auf die wachsende Auseinandersetzung mit jüdischer Kultur und Holocaust-Thematiken.
6. Vom Klassenkampf zum Kampf der Kulturen: Biermanns politische Entwicklung bis zur Gegenwart: Abschließende Betrachtung der Transformation Biermanns vom DDR-Oppositionellen zum politisch neu orientierten Autor.
Wolf Biermann, DDR, Ausbürgerung, Kommunismus, Sozialismus, Judentum, Holocaust, Wiedervereinigung, Politische Lyrik, Exil, Identität, Stasi-Debatte, Bundesrepublik, Literaturwissenschaft.
Die Arbeit analysiert die politische und literarische Entwicklung von Wolf Biermann von 1980 bis zur Gegenwart, insbesondere seinen Wandel im westdeutschen Exil.
Im Zentrum stehen die Auseinandersetzung mit dem Kommunismus, die deutsche Teilung und Wiedervereinigung sowie die Identitätssuche des Dichters.
Das Ziel ist es, die Wandlung Biermanns von einem an die DDR gebundenen kommunistischen Lyriker hin zu einem Publizisten zu verstehen, der sich zunehmend jüdischen Themen widmet.
Der Autor führt eine literaturwissenschaftliche Analyse durch, die Biermanns Texte stets in ihren biographischen und historisch-politischen Kontext einbettet.
Der Hauptteil gliedert Biermanns Wirken in Phasen: die Zeit im Exil, die Wiedervereinigung sowie die späte Phase in der Berliner Republik.
Begriffe wie Identitätswandel, Politische Lyrik, Historisches Bewusstsein und kritische Auseinandersetzung mit der SED.
Der Vater dient Biermann als zentrale Identifikationsfigur und moralischer Antrieb, sowohl in seiner kommunistischen als auch später in seiner jüdischen Identitätsfindung.
Die Sichtweise verschiebt sich von einer emotionalen, auf die eigene DDR-Erfahrung zentrierten Perspektive hin zu einer distanzierteren, historisch-kritischen Betrachtung.
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