Bachelorarbeit, 2015
68 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Jugendgewalt
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Der Gewaltbegriff in Abgrenzung zur Aggression
2.3 Ein Blick in die Statistik
2.4 Adoleszenz als besondere Lebensphase
2.5 Formen von Jugendgewalt
2.6 Erklärungsansätze
2.7 Jugendgewalt und Geschlecht
2.8 Komorbide Verhaltensauffälligkeiten
3 Das Elternhaus als Risikofaktor bei der Entstehung von Jugendgewalt
3.1 Einordnung und Begriffsbestimmung von Risikofaktoren
3.2 Wesentliche elternbezogene Risikofaktoren bei der Entstehung von Jugendgewalt
3.2.1 Konflikte in elterlicher Beziehung
3.2.2 Trennung oder Scheidung der elterlichen Beziehung
3.2.3 Elterliches Erziehungsverhalten
3.2.4 Indirekte Viktimisierung durch Beobachtung familiärer Gewalt
3.2.5 Direkte Viktimisierung durch eigene Gewalterfahrungen
3.2.5.1 Physische Gewalterfahrungen
3.2.5.2 Psychische Gewalterfahrungen
3.3 Kumulative Zusammenhänge zwischen elternbezogenen Risikofaktoren bei der Entstehung von Jugendgewalt
4 Das Elternhaus als Schutzfaktor bei der Entstehung von Jugendgewalt
4.1 Einordnung und Begriffsbestimmung von Schutzfaktoren
4.2 Wesentliche 2elternbezogene Schutzfaktoren bei der Entstehung von Jugendgewalt
4.2.1 Autoritatives Erziehungsverhalten
4.2.2 Sichere Bindung
4.3 Kumulative Zusammenhänge zwischen elternbezogenen Schutzfaktoren bei der Entstehung von Jugendgewalt
5 Kleine qualitative Stichprobe anhand von drei Interviews
5.1 Vorstellung der Kinder- und Jugendhilfe des CJDs
5.2 Durchführung der Interviews
5.3 Auswertung- Interview 1
5.4 Auswertung- Interview 2
5.5 Auswertung- Interview 3
5.6 Zusammenfassende Erkenntnisse
6 Konsequenzen für die schulische Praxis
6.1 Die schulische Lernkultur
6.2 Die Gestaltung des Sozialklimas
6.3 Prozesse der Etikettierung und Stigmatisierung
6.4 Etablierung von Regeln
6.5 Kooperation mit außerschulischen Partnern
7 Fazit
8 Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht den Einfluss des Elternhauses auf die Entstehung von Jugendgewalt, wobei sie sowohl risikofördernde als auch risikomildernde (schützende) elternbezogene Faktoren analysiert, um daraus Konsequenzen für die schulische Praxis abzuleiten.
3.2.4 Indirekte Viktimisierung durch Beobachtung familiärer Gewalt
Viktimisierung ist ein Lehnwort des lateinischen Ausdrucks „victima“ und bedeutet „zum Opfer machen“. Zu bewiesenen Erkenntnissen quantitativer Forschung gehört, dass Kinder, welche in ihrem Elternhaus mit ständig andauernder Gewalt konfrontiert werden, in späteren Phasen des Lebens eine hohe Disposition zu Gewalttaten aufzeigen (vgl. Sutterlüty, 2002, S. 109 f.). Diese Kausalitäten werden in einschlägiger Literatur hierzu mit dem sogenannten Kreislauf der Gewalt beschrieben. Der erste hierzu bestehende Forschungskontext stellt empirisch geprüfte Zusammenhänge zwischen Gewalterfahrungen im Elternhaus und späterem Gewalthandeln in der eigens gegründeten Familie heraus. Der zweite und hier relevante Kontext, stellt die Korrelation zwischen Kindesmisshandlung im Elternhaus und die im außerfamiliären Bereich verübten Gewalttaten im Jugend- und Erwachsenenalter heraus (vgl. Sutterlüty, 2002, S. 110 f.). Aufgabe der qualitativen Empirie ist es somit nach der Art und Weise der Wirkung zu forschen, welche bei der Ausübung von jugendlichen Gewalttaten aktiviert wird.
Indirekte Viktimisierung meint hier und bezogen auf Jugendgewalt, das Miterleben, also Beobachten von Gewalt bei dem der Vater gegenüber der Mutter oder ein Elternteil gegenüber einem der anderen Kinder gewalttätig wird. Hierbei durchlebt das/ der beobachtende Kind/ Jugendliche ein massives Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit, da es/ er die betroffene familiäre Bezugsperson nicht vor den Gewalthandlungen bewahren kann (vgl. Sutterlüty, 2011, S, 33).
Baier et al. (2006) können durch eine Schülerbefragung aufzeigen, dass Jugendliche, welche häufig elterliche Partnergewalt (physischer Art) beobachten, ein zweifach so hohes Risiko aufweisen, selber zum Mehrfach- Gewalttäter zu werden (vgl. Deegener& Körner, 2011, S. 167). Auch Sutterlüty beschreibt auf Grundlage leitfadengestützter Interviews mit mehrfach jugendlichen Gewalttätern, dass durch indirekte Viktimisierung körperliche Ohnmachtsgefühle aufseiten des Kindes entstehen, welche eine tiefe moralische Bestürzung auslösen können (vgl. Sutterlüty, 2011, S. 33).
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des Elternhauses für die kindliche Entwicklung ein und benennt die Forschungsabsicht, sowohl Risiko- als auch Schutzfaktoren in Bezug auf Jugendgewalt zu beleuchten.
2 Jugendgewalt: Dieses Kapitel definiert Jugendgewalt, grenzt sie von Aggression ab, betrachtet statistische Daten, die Adoleszenz als Phase, Formen der Gewalt, theoretische Erklärungsansätze sowie geschlechtsspezifische Unterschiede.
3 Das Elternhaus als Risikofaktor bei der Entstehung von Jugendgewalt: Es werden elternbezogene Risikofaktoren wie Konflikte, Erziehungsverhalten und Viktimisierung (direkt/indirekt) analysiert, die zur Entwicklung von Jugendgewalt beitragen können.
4 Das Elternhaus als Schutzfaktor bei der Entstehung von Jugendgewalt: Dieses Kapitel stellt positive elterliche Einflüsse wie autoritatives Erziehungsverhalten und sichere Bindungen als Ressourcen gegenüber, die der Entstehung von Gewalt entgegenwirken.
5 Kleine qualitative Stichprobe anhand von drei Interviews: Anhand dreier Interviews mit Jugendlichen werden die theoretischen Erkenntnisse zu Risikofaktoren praxisnah illustriert.
6 Konsequenzen für die schulische Praxis: Das Kapitel leitet aus den Erkenntnissen Strategien für Schulen ab, insbesondere zur Prävention, Intervention, Gestaltung der Lernkultur und Kooperation mit Eltern.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Rolle des Elternhauses und verweist auf die Bedeutung der weiteren Sozialisationsinstanzen.
8 Literaturverzeichnis: Umfassendes Verzeichnis der verwendeten Quellen.
Jugendgewalt, Elternhaus, Risikofaktoren, Schutzfaktoren, Adoleszenz, Erziehungsverhalten, Viktimisierung, Gewaltprävention, Schulische Praxis, Bindungstheorie, Sozialisation, Aggression, Familiäre Konflikte, Kriminalstatistik, Kindesmisshandlung.
Die Arbeit untersucht den Einfluss des Elternhauses auf die Entwicklung von Jugendgewalt. Dabei wird analysiert, welche elterlichen Bedingungen als Risiko- oder Schutzfaktoren wirken können.
Die zentralen Themen sind die Definition und Erklärung von Jugendgewalt, die Analyse elterlicher Risikofaktoren (wie Gewalt oder Vernachlässigung) sowie Schutzfaktoren (wie Erziehung und Bindung) und deren Relevanz für die schulische Praxis.
Das Ziel ist es, den elterlichen Einfluss bei der Entstehung von Jugendgewalt besser nachvollziehbar zu machen und aufzuzeigen, welche Konsequenzen dies für präventive und interventive Maßnahmen in der Schule hat.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Aufarbeitung der Fachliteratur mit einer qualitativen Analyse von drei Interviews mit Jugendlichen aus einer Betreuungseinrichtung.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Betrachtung des Jugendgewalt-Phänomens, die detaillierte Analyse elternbezogener Risikofaktoren, die Untersuchung elternbezogener Schutzfaktoren und die Auswertung der Interviews.
Die wichtigsten Begriffe sind Jugendgewalt, Risikofaktoren, Schutzfaktoren, Elternhaus, Erziehungsstile, Viktimisierung und Gewaltprävention.
Risikofaktoren werden als Bedingungen definiert, die die Wahrscheinlichkeit für Problemverhalten erhöhen, während Schutzfaktoren Potenziale darstellen, die eine positive Entwicklung unterstützen und die Wirkung von Risiken abmildern können.
Die Interviews dienen dazu, die theoretischen Konzepte wie Viktimisierung oder mangelndes Monitoring an konkreten biografischen Beispielen zu veranschaulichen, wobei die Autorin die geringe Repräsentativität der Stichprobe betont.
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