Bachelorarbeit, 2015
61 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2. Wirtschaftskriminalität in Unternehmen
2.1. Definition und Abgrenzung
2.2. Täter und Motive
2.3. Schäden durch Wirtschaftsdelikte
2.4. Politisch-rechtliche Einflussfaktoren
3. Komponenten eines Anti-Fraud-Management-Systems
3.1. Einführung
3.2. Fraud Prevention - Präventionsmaßnahmen gegen Wirtschaftskriminalität
3.2.1. Integrität in der Unternehmenskultur und ethische Kodizes
3.2.2. Interne und externe Compliance-Regelungen
3.2.3. Red Flagging Management
3.2.4. Interne Kontrollsysteme
3.2.5. Hinweisgebersysteme
3.3. Einfluss der Internen Revision
3.4. Die Rolle von Abschlussprüfer und Aufsichtsrat
4. Status Quo: Umgang mit Präventionsmaßnahmen in Großunternehmen am Beispiel der Siemens AG
4.1. Hintergründe zur Korruptionsaffäre
4.2. Implementierung eines Compliance-Systems
4.3. Zwischenfazit
5. Fazit
Die Arbeit untersucht, inwiefern systematische Präventionsmaßnahmen innerhalb eines Anti-Fraud-Management-Systems effektiv dazu beitragen können, Wirtschaftskriminalität in Unternehmen zu verhindern. Dabei wird analysiert, wie Unternehmen Risikofaktoren identifizieren und mit welchen Instrumenten sie dolosen Handlungen entgegenwirken können, wobei die Korruptionsaffäre der Siemens AG als Praxisbeispiel dient.
3.2.1. Integrität in der Unternehmenskultur und ethische Kodizes
In Kapitel 2.2. (Täter und Motive) konnte ein mangelndes Unrechtsbewusstsein (Studie von KPMG) als eines der am häufigsten vorkommenden Tatmotive für Fraud festgehalten werden. Dies wirft die Frage in den Raum, ob in diesem Falle Nachholbedarf sowohl in ethischen als auch in moralischen Belangen besteht. Integrität ist gerade dann gefragt, wenn die Verlockung entsprechend groß ist. Vor allem Korruption unterliegt empirisch einer äußerst niedrigen Entdeckungswahrscheinlichkeit, aber verspricht gleichzeitig sehr hohe Profite.
Die Autoren der PwC-Studie „Wirtschaftskriminalität und Unternehmenskultur“ (2013) heben die positive Einflussnahme einer integritätsförderlichen Unternehmenskultur auf die Wirksamkeit von Compliance- und Anti-Fraud-Maßnahmen hervor. Die Einhaltung der Integrität auf mehreren Ebenen im Unternehmen sei zwar eine große Herausforderung, allerdings untermauern die Studien auch, dass eine integritätsorientierte Erfolgskultur die Akzeptanz bei Mitarbeitern stärkt. Das Erfolgsrezept lautet daher, wenn eine hohe Akzeptanz von Mitarbeitern bei Compliance-Richtlinien vorzufinden ist, lassen sich umso mehr Fraud-Fälle aufdecken und verhindern. Den größten Einfluss hat die Unternehmensführung, da sie eine Vorbildfunktion hat. Ethische Grundprinzipien müssen von oben nach unten verinnerlicht und vorgelebt werden.
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die Brisanz von Unternehmensskandalen, unterstreicht die Unterschätzung wirtschaftskrimineller Risiken und definiert das Ziel der Arbeit, die Wirksamkeit von Anti-Fraud-Management-Systemen zu prüfen.
2. Wirtschaftskriminalität in Unternehmen: Dieses Kapitel erläutert komplexe Begrifflichkeiten, analysiert Täterstrukturen und Motive sowie die finanziellen und immateriellen Schäden durch Wirtschaftsdelikte unter Berücksichtigung politisch-rechtlicher Rahmenbedingungen.
3. Komponenten eines Anti-Fraud-Management-Systems: Es werden zentrale Instrumente wie Unternehmenskultur, Compliance-Regelungen, Red Flagging, interne Kontrollsysteme und Hinweisgebersysteme detailliert erörtert, ergänzt durch die Rolle der internen Revision und externer Aufsichtsorgane.
4. Status Quo: Umgang mit Präventionsmaßnahmen in Großunternehmen am Beispiel der Siemens AG: Anhand des Korruptionsskandals bei Siemens wird der Wandel von einer krisenbehafteten Struktur hin zu einem global vorbildlichen Compliance-System praxisnah nachvollzogen.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass ein ganzheitlich konzipiertes und ineinandergreifendes Anti-Fraud-Management-System essenziell für die strategische Prävention gegen Wirtschaftskriminalität ist und die Notwendigkeit einer gelebten Integritätskultur unterstreicht.
Wirtschaftskriminalität, Anti-Fraud-Management, Compliance, Korruptionsprävention, Fraud Triangle, Internal Control System, Unternehmenskultur, Hinweisgebersysteme, Whistleblowing, Interne Revision, Bilanzmanipulation, Risikomanagement, Siemens AG, Management Override, Integrität.
Die Arbeit befasst sich mit der Implementierung und Wirksamkeit von Anti-Fraud-Management-Systemen in Unternehmen, um Wirtschaftskriminalität präventiv zu bekämpfen.
Zentrale Themen sind die Definition von Wirtschaftskriminalität, Täterprofile, rechtliche Einflussfaktoren, Instrumente der Risikofrüherkennung sowie die Gestaltung einer integren Unternehmenskultur.
Ziel ist es, zu untersuchen, ob und wie ein strukturiertes Anti-Fraud-Management dazu beitragen kann, wirtschaftskriminelle Handlungen zu verhindern und das Unternehmen vor materiellen sowie immateriellen Schäden zu schützen.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung durch Fachliteratur und Studien sowie eine Fallstudienanalyse am Beispiel des Korruptionsskandals der Siemens AG.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Risikofaktoren, eine detaillierte Diskussion der Komponenten eines Anti-Fraud-Management-Systems sowie eine Untersuchung der Rolle von Interner Revision und Aufsichtsorganen.
Begriffe wie Compliance, Fraud Triangle, Integrität, interne Kontrollen, Risikomanagement und Whistleblowing stehen im Mittelpunkt der Analyse.
Siemens dient als Beispiel, da der Konzern einen medienwirksamen Korruptionsskandal durchlief und daraufhin ein umfassendes, heute international anerkanntes Compliance-System implementierte.
Die Arbeit analysiert das Phänomen des "Management Override", bei dem Führungskräfte ihre Machtposition nutzen, um bestehende interne Kontrollen zu umgehen, was signifikant höhere Schäden verursacht als Delikte auf Mitarbeiterebene.
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