Masterarbeit, 2014
66 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Risiko und Unsicherheit: von der Antike zur Risikogesellschaft
2.2 Der Risikobegriff
2.2.1 Frank Hyneman Knight: Risk, Uncertainty and Profit
2.2.2 Niklas Luhmann: Soziologie des Risikos
2.2.3 Ulrich Beck: Die Risikogesellschaft
2.3 Von Risiko zu Unsicherheit, Resilienz und Vulnerabilität
3. Einführung in die Resilienzforschung
3.1 Definitorische Herausforderungen des Resilienz- und Vulnerabilitätsbegriffs
3.1.1 Resilienz
3.1.2 Vulnerabilität
3.2 Forschungsstand und Entwicklungsperspektiven
3.2.1 Resilienz und Vulnerabilität aus divergenten Perspektiven
3.2.2 Resilienz und Vulnerabilität aus soziologischer Perspektive
4. Exkurs: „Hydraulic Fracturing“ („Fracking“)
4.1 Technische Basis und Stand der Forschung
4.2 Fracking: Konträre Standpunkte
4.3 Fracking, Risiko, Krise und Katastrophe?
4.4 Vom Fracking zu Resilienz und Vulnerabilität
5. Forschungslücken und Erkenntnisdefizite
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Begriffe Resilienz und Vulnerabilität grundlegend zu erfassen und aus einer soziologischen sowie sozialwissenschaftlichen Perspektive zu beleuchten, wobei das Fallbeispiel des „Hydraulic Fracturing“ zur theoretischen Veranschaulichung herangezogen wird.
2.2.1 Frank Hyneman Knight: Risk, Uncertainty and Profit
„It is a world of change in which we live, and a world of uncertainty. We live only by knowing something about the future; while the problems of life, or of conduct at least, arise from the fact that we know so little” (Knight 1921/1971, S. 199).
Frank Hyneman Knight wurde 1885 als ältestes von elf Kindern auf einem Bauernhof in Illinois geboren, studierte Philosophie, wandte sich letztendlich den Wirtschaftswissenschaften zu und unterrichtete bis zu seinem Tod 1972 an der Universität Chicago (vgl. Bernstein 1996/1998, S. 275f.).
Obschon seine Arbeiten nicht direkt der Soziologie zuzuordnen sind und vor allem für die Wirtschaftswissenschaften und auf den Finanzmärkten Relevanz besitzen, wo Entscheidungen Zukunftsprognosen reflektieren und Überraschungen zum Alltag gehören, spielen sie für die Betrachtung des soziologischen Risikobegriffs doch eine bedeutende Rolle: Knight‘s „Risk, Uncertainty and Profit“ stellt das erste maßgebliche und alle Disziplinen übergreifende Werk dar, das sich mit der Thematik von Risiko, Ungewissheit und Entscheidungsfindung befasst (vgl. ebenda, S. 277ff.).
In der besagten Dissertation, die 1921 veröffentlicht wurde, unterscheidet Knight zwischen Unsicherheiten („uncertainties“) und Risiken („risks“) und definiert drei Arten von Wahrscheinlichkeitssituationen. Diese sind logisch gewonnene, empirisch erhobene und geschätzte Wahrscheinlichkeit, wobei die beiden Erstgenannten von Knight unter dem Begriff des Risikos zusammengefasst werden und sich aus zweckrationalen Wahrscheinlichkeitsberechnungen bestimmen lassen. Letztgenannte beschreibt er als echte Unsicherheit oder auch Ungewissheit und kann aufgrund fehlenden Wissens oder fehlender Erfahrungen nicht kalkuliert werden (vgl. Boeckelmann/Stormy 2011, S. 2). Demnach stellt Unsicherheit im Knight’schen Verständnis den Gegenbegriff zum Risiko dar (vgl. Christmann et al. 2011, S. 7).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Resilienz- und Vulnerabilitätsforschung ein und verortet diese im Kontext moderner gesellschaftlicher Risiken und Unsicherheiten.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel legt die Basis durch die Betrachtung soziologischer Risikokonzepte von Knight, Luhmann und Beck und deren Relevanz für Resilienz.
3. Einführung in die Resilienzforschung: Hier werden definitorische Herausforderungen und der aktuelle Forschungsstand zu den Begriffen Resilienz und Vulnerabilität aus verschiedenen Disziplinen aufgearbeitet.
4. Exkurs: „Hydraulic Fracturing“ („Fracking“): In diesem Kapitel wird das „Fracking“-Verfahren vorgestellt, technisch erläutert und kritisch hinsichtlich seiner Risiken und der Anwendbarkeit von Resilienzkonzepten untersucht.
5. Forschungslücken und Erkenntnisdefizite: Dieses abschließende Kapitel reflektiert kritisch die Anwendung der Resilienz- und Vulnerabilitätskonzepte in der Praxis und identifiziert offene Forschungsfragen.
6. Fazit: Das Fazit resümiert die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit und ordnet die Bedeutung der Resilienz-Thematik für die moderne Gesellschaft ein.
Resilienz, Vulnerabilität, Risikosoziologie, Unsicherheit, Hydraulic Fracturing, Fracking, Gesellschaftskritik, Systemtheorie, Risikogesellschaft, Umweltrisiken, Anpassungsfähigkeit, Soziale Konstruktion, Risiko, Katastrophenforschung, Nachhaltigkeit.
Die Arbeit untersucht die theoretischen Konzepte von Resilienz und Vulnerabilität aus soziologischer und sozialwissenschaftlicher Sicht und überträgt diese auf ein praxisorientiertes Fallbeispiel.
Die zentralen Themenfelder sind die soziologische Risikoforschung, die Resilienz- und Vulnerabilitätsforschung sowie die gesellschaftliche Debatte um komplexe Technologien.
Das primäre Ziel ist es, die theoretische Basis für Resilienz- und Vulnerabilitätskonzepte zu schaffen und deren Anwendbarkeit und Grenzen in der Praxis am Beispiel des „Fracking“ zu prüfen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Literaturstudie soziologischer und sozialwissenschaftlicher Diskurse sowie einer Fallbeispielanalyse.
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Fundamente der Risikosoziologie, die Einführung in die Resilienzforschung sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Technologie des „Hydraulic Fracturing“.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Resilienz, Vulnerabilität, Risikosoziologie, Unsicherheit und Fracking charakterisiert.
Luhmann unterscheidet zwischen Risiko, das als Folge einer eigenen Entscheidung auftritt, und Gefahr, die als externe Bedrohung betrachtet wird, der das System passiv ausgesetzt ist.
Fracking wurde gewählt, da es eine hochaktive, technisch komplexe und medial sowie politisch umstrittene Thematik darstellt, die sich gut als Gegenstand einer soziologischen Analyse eignet.
Die größte Herausforderung ist, dass viele Resilienzkonzepte abstrakt und theoretisch bleiben und es an empirischen Belegen fehlt, wie diese in konkreten sozialen Systemen operationalisiert werden können.
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