Bachelorarbeit, 2014
60 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Problemstellung des Themas
1.2. Zielsetzung der Arbeit und Literaturreflexion
1.3. Grundinformation über die arabischen Länder
2. Ursachen des „Arabischen Frühlings“
2.1. Soziale Bewegungen und Medien
2.2. Patrilineares System
2.3. Demographische Gründe
3. Abriss der medienpolitischen Situation vor und zu Beginn der Revolutionen
3.1. Tunesien
3.2. Ägypten
4. Methoden
4.1. Medienethnografie
4.2. Interviewmethoden
5. Informant und Ergebnispräsentation des Interviews
6. Die Rolle der Social Media
6.1. Social Media als Auslöser und Begleiter während den Protesten
6.2. Aktivisten und Aktivistinnen im Internet
6.2.1. YouTube
6.2.2. Facebook und Twitter
6.2.3. Blogs
6.3. Soziale Bewegungen im Internet
6.4. Ethnologische Betrachtung
7. Die Rolle der journalistischen Berichterstattung
7.1. Die Rolle der Printmedien
7.2. Journalistische Berichterstattung in den arabischen Medien
7.3. Al- Jazeera
7.4. Wirkung und Berichterstattung in den „westlichen“ Medien
8. Aktuelle mediale Situation
9. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Rolle und den Einfluss von Medien – insbesondere Social Media und journalistische Berichterstattung – auf den Verlauf und die Dynamik sozialer Bewegungen während des „Arabischen Frühlings“, unter besonderer Berücksichtigung der Beispiele Tunesien und Ägypten.
6.4. Ethnologische Betrachtung
Für Medienethnologen ist nicht die Frage wichtig, was Medien mit Menschen und Kulturen machen, sondern vielmehr, was Menschen in Bezug auf die Medien für Handlungen vornehmen und wie sie Medien in ihre tägliche Kommunikation und kulturelle Praxis integrieren.
Deshalb ist es auch für den Ethnologen Juris weniger wichtig, auf welche Weise die neuen Medien soziale Proteste beeinflussen, sondern er legt den Fokus mehr darauf, wie soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook vollkommen die Art und Weise beeinflussen, wie sich Bewegungen organisieren. Es stellt sich also nicht die Frage, ob sie eine Rolle spielen, sondern wie sie eine Rolle spielen.
Juris beschreibt sein Konzept der Beziehung der Social Media zur Logik der Gruppierung. Er unterscheidet zwischen „logic of networking“, „cultural framework“ und „logic of aggregation“ (2012:260). Globale Bewegungen waren seit den späten 1990 er Jahren von einer tiefgreifenden kulturellen Logik der Vernetzung geprägt.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Revolutionen des Arabischen Frühlings und die zentrale Forschungsfrage nach der Rolle der Medien als möglichem Katalysator.
2. Ursachen des „Arabischen Frühlings“: Untersuchung soziologischer, demografischer und struktureller Faktoren, die den Aufständen zugrunde liegen, sowie die Einordnung sozialer Bewegungen.
3. Abriss der medienpolitischen Situation vor und zu Beginn der Revolutionen: Darstellung der staatlichen Kontrolle über Internet und Medien in Tunesien und Ägypten sowie deren Umgehung durch die Bevölkerung.
4. Methoden: Erläuterung der medienethnographischen und qualitativen Interviewmethoden, die zur Datengewinnung für die vorliegende Arbeit herangezogen wurden.
5. Informant und Ergebnispräsentation des Interviews: Vorstellung des Interviewpartners und Analyse seiner persönlichen Erfahrungen und Wahrnehmungen zur Rolle der Medien im Kontext der Revolution.
6. Die Rolle der Social Media: Detaillierte Analyse der Mobilisierung über Plattformen wie YouTube, Facebook und Twitter sowie deren Bedeutung für die Netzwerkbildung.
7. Die Rolle der journalistischen Berichterstattung: Bewertung der Einflüsse durch Printmedien sowie des Senders Al-Jazeera und westlicher Medien auf die öffentliche Meinungsbildung.
8. Aktuelle mediale Situation: Einblick in die post-revolutionären Bedingungen und die anhaltende Instrumentalisierung der Medien durch politische Akteure.
9. Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse, wonach Medien zwar einen wesentlichen Beitrag zur Mobilisierung leisteten, aber nicht als alleiniger Auslöser zu verstehen sind.
Arabischer Frühling, Soziale Bewegungen, Medienethnografie, Social Media, Ägypten, Tunesien, Internetaktivismus, Journalismus, Al-Jazeera, Mobilisierung, politische Partizipation, Zensur, Revolution, digitale Netzwerke, Kommunikation.
Die Arbeit befasst sich mit dem Einfluss von Medien auf soziale Bewegungen während des „Arabischen Frühlings“ im Jahr 2011, wobei sie insbesondere die Rolle digitaler Netzwerke und des Journalismus analysiert.
Zentral sind die Wechselwirkungen zwischen Internetnutzung, politischer Mobilisierung, staatlicher Medienzensur und der Darstellung der Ereignisse durch verschiedene Medienakteure.
Die Arbeit hinterfragt kritisch, ob Medien lediglich als neutrale Werkzeuge fungierten oder ob sie eine aktive, „zauberhafte“ Rolle bei der Auslösung der Aufstände spielten.
Die Autorin nutzt eine medienethnographische Herangehensweise und führt ein qualitatives Experteninterview durch, um die Perspektive eines Zeitzeugen mit theoretischen Konzepten zu verknüpfen.
Es erfolgt eine detaillierte Untersuchung der Internetaktivitäten (Facebook, Twitter, YouTube), der journalistischen Berichterstattung (insb. Al-Jazeera) und eine kritische ethnologische Betrachtung dieser Phänomene.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Arabischer Frühling, soziale Netzwerke, Medienkompetenz, Revolution und politische Partizipation geprägt.
Mostafa F. sieht in Al-Jazeera einen politisch instrumentalisierten Akteur, der weniger für Objektivität steht, sondern als Propagandainstrument für die Interessen Katars fungiert.
Er betont, dass Bildung und ein hohes Maß an „Awareness“ entscheidend dafür sind, Medieninhalte kritisch zu hinterfragen und sich nicht manipulieren zu lassen.
Er nennt den ägyptischen Sinn für Humor als wesentliches kulturelles Merkmal, das den Menschen half, mit den dunklen Zeiten der Revolution umzugehen.
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