Masterarbeit, 2014
94 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Theoretische Rahmung
1.1 Norbert Elias – Zivilisationstheorie
1.1.1 Zum Begriff der Zivilisation
1.1.2 Selbstzwang und Fremdzwang
1.1.3 Bezug zur Fragestellung
1.1.4 Zwischenfazit und Ausblick
1.2 Gerhard Schulze – Die Erlebnisgesellschaft
1.2.1 Wandel des Alltagslebens
1.2.2 Fünf verschiedene soziale Milieus
1.2.3 Bezug zur Fragestellung
1.2.4 Fazit und Ausblick
2. Wie der Hund zum Haustier wurde
2.1 Vorfahre Wolf
2.2 Die Domestikation
2.3 Zucht
2.4 Die Schattenseite der gezielten Selektion
3. Wie der Hund zum Menschen wird
3.1 Aktueller Forschungsstand und Überblick über das Feld
3.2 Der Hund als Wirtschaftsfaktor
3.3 Die zunehmende Vermenschlichung des Hundes anhand verschiedener Beispiele
3.4 Exkurs: Heimtier versus Nutztier – ein Paradoxon
3.5 Zusammenfassung
4. Eigene Erhebung
4.1 Qualitative Methode: Beobachtung
4.1.1 These und Fragestellung
4.1.2 Setting und Feld
4.1.3 Dokumentation und Auswertung
4.1.4 Zusammenfassung und Zwischenfazit
4.2 Quantitative Methode: Fragebogen
4.2.1 Konzipierung und Forschungsprozess
4.2.2 Auswertung
4.2.3 Evaluation
4.2.4 Zusammenfassung und Fazit
5. Der Hund in der Zukunft
5.1 Die Folgen der Vermenschlichung
5.2. Der Hund in der modernen Arbeitswelt
5.3 Einflüsse von wissenschaftlichen Erkenntnissen auf das Zusammenleben
5.4 Zurück zu den Wurzeln – zumindest teilweise
5.5 Welche Hunde brauchen wir in der Zukunft?
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den tiefgreifenden Bedeutungswandel des Hundes in der modernen Gesellschaft, mit dem zentralen Fokus auf der Frage, ob das Tier zunehmend als Kindersatz fungiert. Dabei werden soziologische Theorien, historische Entwicklungen und aktuelle Trends der Vermenschlichung analysiert und durch eine eigene empirische Erhebung ergänzt.
2.4 Die Schattenseite der gezielten Selektion
Früher war die Zucht von Hunden klar auf die Erhaltung von bestimmten gewünschten Fähigkeiten ausgelegt. So wurden die Hunde miteinander verpaart, die am besten Haus und Hof bewachten oder besonders erfolgreich bei der Jagd waren. Um Äußerlichkeiten ging es dabei nicht. Im Vordergrund stand einzig und allein der größtmögliche Nutzen für den Menschen. Das änderte sich mit der Gründung der ersten Rassezuchtvereine. Der American Kennel Club wurde im Jahr 1884 gegründet, wobei der britische Kennel Club als Orientierung genutzt wurde. Schnell konnte eine stetig wachsende Anzahl von registrierten Rassehunden sowie eine zunehmende Beliebtheit derselben verzeichnet werden (vgl. Herzog 2012: 136). „Genau wie in England erlebte auch in den USA die Begeisterung für Rassehunde einen spektakulären Anstieg. Hundeausstellungen waren anfangs nur ein Zeitvertreib des Landadels, doch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfasste die Begeisterung für den Hund auch die wachsende Mittelschicht.“ (ebenda: 136). Parallel dazu kamen auch in Deutschland erste Zuchtversuche zustande. 1863 fand die erste Ausstellung von Rassehunden statt. Insgesamt 453 Hunde waren in Hamburg zu sehen (vgl. Chronik auf der Internetseite des VDH: http://www.vdh.de/fileadmin/media/ueber/wir_ueber_uns/vdh_chronik.pdf. Stand: 18.08.2014).
Jeder Zuchthund sollte nach Möglichkeit dem für seine Rasse eigens definierten Standard entsprechen. Hierunter sind bestimmte Merkmale in Aussehen und Wesen zu verstehen. So ist bis heute für jede Rasse genau festgelegt, welche charakterlichen, vor allem aber optischen Ausprägungen erwünscht sind und gefördert werden. Das reicht von der exakten Anordnung von Flecken im Fell bis hin zur Form der Schnauze. „Das Streben nach ‚Perfektion‘ in der Rassehundezucht hatte mitunter unglückliche Folgen. Ein einheitliches Aussehen lässt sich nur durch die Paarung miteinander verwandter Tiere erreichen, was mitunter auch Väter und Töchter bedeutete.“ (Mugford 2013: 13). Unter dieser Vorgehensweise, dem gezielten Einkreuzen auch eng verwandter Tiere, also Inzucht, leidet besonders die Gesundheit der einzelnen Exemplare.
Einleitung: Einführung in die Thematik des Bedeutungswandels des Hundes vom Nutztier zum Familienmitglied und Vorstellung der Forschungsziele.
1. Theoretische Rahmung: Analyse des zivilisatorischen Prozesses nach Norbert Elias und der Erlebnisgesellschaft nach Gerhard Schulze zur Begründung des Wertewandels.
2. Wie der Hund zum Haustier wurde: Untersuchung der historischen Entwicklung vom Wolf zum domestizierten Hund und der Auswirkungen gezielter Zucht.
3. Wie der Hund zum Menschen wird: Betrachtung der Vermenschlichung, des Hundes als Wirtschaftsfaktor und der paradoxen Unterscheidung zwischen Heim- und Nutztieren.
4. Eigene Erhebung: Darstellung der empirischen Untersuchung mittels einer Kombination aus qualitativer Beobachtung in einer Hundeschule und einer quantitativen Befragung von Hundehaltern.
5. Der Hund in der Zukunft: Diskussion zukünftiger Herausforderungen, wie der Integration in die Arbeitswelt und der Notwendigkeit einer sachkundigen Hundehaltung.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Plädoyer für ein verantwortungsvolles, artgerechtes Zusammenleben zwischen Mensch und Hund.
Hundehaltung, Zivilisationstheorie, Erlebnisgesellschaft, Domestikation, Vermenschlichung, Kindersatz, Rassehundezucht, Tierethik, Sozialpartner, Familienmitglied, Wirtschaftsmarkt, Hundeführerschein, Empirische Untersuchung, Qualitative Beobachtung, Quantitative Befragung
Die Arbeit untersucht, wie sich die Bedeutung des Hundes in der modernen Gesellschaft gewandelt hat und ob der Hund vom ursprünglichen Helfer heute zum Kindersatz für seine Halter geworden ist.
Die zentralen Themen sind der Wandel gesellschaftlicher Werte, die wirtschaftliche Rolle von Heimtieren, die ethischen Konsequenzen moderner Zuchtpraktiken sowie die zunehmende Vermenschlichung von Hunden im Alltag.
Das Ziel ist es, durch soziologische Theoriebildung und eine eigene empirische Studie herauszufinden, welchen Stellenwert Hunde heute einnehmen und wie sich die Beziehung zwischen Mensch und Hund in einer von Erlebnisorientierung geprägten Welt verändert hat.
Es wird ein Mixed-Method-Design verwendet, das eine qualitative Beobachtung in einer Hundeschule mit einer quantitativen Fragebogen-Erhebung unter Hundehaltern kombiniert.
Der Hauptteil widmet sich den theoretischen Grundlagen, der Geschichte der Domestikation, der ökonomischen und sozialen Bedeutung des Hundes sowie der kritischen Auseinandersetzung mit modernen Zuchttrends und der Integration von Hunden in den Alltag.
Zu den prägenden Begriffen gehören die Zivilisationstheorie, Erlebnisorientierung, Vermenschlichung, Qualzucht, Kindersatz und die Rolle des Hundes als Sozialpartner oder Familienmitglied.
Ja, ein Kapitel beleuchtet kritisch die Schattenseiten der gezielten Selektion und Qualzucht, insbesondere die gesundheitlichen Probleme bei Rassen wie dem Mops oder dem Cavalier King Charles Spaniel.
Die Arbeit thematisiert den gesellschaftlichen Widerspruch, einerseits Hunde und Katzen als geliebte Familienmitglieder zu betrachten, während andererseits Millionen von Nutztieren in industriellen Systemen unter oft fragwürdigen Bedingungen gehalten und konsumiert werden.
Die Arbeit diskutiert den Übergang von veralteten, auf Dominanz basierenden Erziehungsmethoden hin zu modernen, gewaltfreien und bedürfnisorientierten Ansätzen für ein harmonisches Zusammenleben.
Die Autorin fordert mehr Sachkunde bei Haltern, eine stärkere Reglementierung der Zucht, ein Ende der Qualzuchten und die Einführung von Qualifizierungsmaßnahmen wie einem Hundeführerschein, um das Wohl des Tieres sicherzustellen.
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