Diplomarbeit, 2008
99 Seiten
1. Einführung
2. Begriffserläuterungen
2.1 Islamismus und Islam
2.2 Islamismus und Jihadismus
2.3 Radikal und extremistisch
2.4 Zum Begriff der Migration
2.5 Die wehrhafte Demokratie
3. Migranten in der Bundesrepublik Deutschland
3.1 Historische Entwicklung der Migration
3.2 Sozioökonomische Lebensverhältnisse von Migranten in der BRD
3.3 Migranten in der Mehrheitsgesellschaft
4. Prozesse der Radikalisierung
4.1 Bildungsdefizite und mangelnde Integration
4.2 Zur Problematik von Parallelgesellschaften
4.3 Öffentlich agierende islamische Gruppierungen
4.3.1. Islamische und islamistische Verbände in Deutschland
4.3.2 Hamas (Harakat al-Muqawama al-Islamiya)
4.3.3 Hizb Allah (Partei Gottes)
4.3.4 Islamische Befreiungspartei (Hizb ut-Tahrir - HuT)
4.3.5 Islamische Gemeinschaft Milli Görus (IGMG)
4.3.6 Muslimbruderschaft
4.3.7 Tabligh-i Jama'at (TJ)
4.4 Jugendarbeit islamistischer Vereine
4.5 Der Faktor „religiöse Motivation“
4.6. Wege in die Radikalisierung
4.7. Das Bedrohungspotenzial des islamistischen Terrorismus
5. Maßnahmen einer wehrhaften Demokratie
5. 1 Gesetzliche Grundlagen zur Abwehr extremistischer Bestrebungen
5.2 Gesellschaftspolitische Lösungsansätze
6. Schlussbetrachtung
Diese Arbeit untersucht die Hintergründe und Prozesse, die zur Radikalisierung muslimischer Migranten in der Bundesrepublik Deutschland führen. Das Ziel besteht darin, die sicherheits- und gesellschaftspolitischen Konsequenzen zu analysieren, die im Hinblick auf eine drohende demokratiefeindliche Extremisierung notwendig sind.
3.1 Historische Entwicklung der Migration
Insbesondere in den sechziger Jahren fanden innerhalb der europäischen Staaten in größerem Umfang Migrations- und Immigrationsbewegungen statt. Diese entstanden vor allem durch die gezielte Anwerbung von Arbeitskräften ab dem Jahr 1955, zunächst in Italien, ab 1960 auch in Spanien und Griechenland, ab 1961 in der Türkei, ab 1963 in Marokko, ab 1965 in Tunesien und ab 1966 in Jugoslawien. Dies ermöglichte auch die massive Einwanderung von Muslimen nach Deutschland. Weitere Migranten kamen aufgrund von Krieg und Vertreibung oder vollzogen die Flucht vor politischer oder anderweitig motivierter Verfolgung.
Gastarbeiter und deutsche Bevölkerung hatten ein doppelseitiges Akzeptanzproblem, welches bis heute anhält. Die Zustimmung oder Ablehnung von Zuwanderung schwankt dabei je nach Konjunkturlage.
Die höchst unterschiedlichen Normen in Bezug auf Familie, kulturelles Leben, Ordnungs- und Arbeitsvorstellungen stellten sich zumindest als durchaus divergierend dar und hatten jede für sich eine eigene Logik. Schaefer spricht von interferierenden Rationalitätssphären, die eine rein verfahrensmäßige Akzeptanz (z.B. innerhalb des Arbeitsprozesses) erfahren, und von subjektiven Normkomplexen, die diese rein verfahrensmäßige Akzeptanz bei weitem übersteigen und deshalb abgewiesen werden. Für viele muslimische Migranten bedeuteten so gerade die freiheitlichen Verhältnisse in Deutschland einen Kulturschock.
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Aufmerksamkeit für Prozesse der Radikalisierung unter muslimischen Migranten in Deutschland seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001.
2. Begriffserläuterungen: Es werden grundlegende Termini wie Islamismus, Islam, Radikalität, Extremismus und der Begriff der wehrhaften Demokratie definiert und voneinander abgegrenzt.
3. Migranten in der Bundesrepublik Deutschland: Dieses Kapitel analysiert die historische Entwicklung der Migration sowie die sozioökonomischen Lebensverhältnisse und die Stellung von Migranten in der deutschen Mehrheitsgesellschaft.
4. Prozesse der Radikalisierung: Hier werden die Ursachen für Radikalisierung, wie Bildungsdefizite, Parallelgesellschaften und der Einfluss islamistischer Gruppierungen, detailliert untersucht.
5. Maßnahmen einer wehrhaften Demokratie: Das Kapitel befasst sich mit den gesetzlichen Grundlagen und gesellschaftspolitischen Ansätzen zur Abwehr extremistischer Bestrebungen in Deutschland.
6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit gelungener Integration als beste Prävention gegen terroristische Bedrohungen.
Radikalisierung, Islamismus, Migration, Deutschland, Integration, Parallelgesellschaften, Terrorismus, wehrhafte Demokratie, muslimische Migranten, Bildung, sozioökonomische Bedingungen, Fundamentalismus, Extremismus, Identität, Religionsunterricht
Die Diplomarbeit untersucht die Ursachen und Hintergründe, die zur Radikalisierung von muslimischen Migranten in der Bundesrepublik Deutschland führen können, sowie mögliche sicherheits- und gesellschaftspolitische Gegenmaßnahmen.
Zentrale Themen sind die Migrationsgeschichte, die sozioökonomischen Lebensbedingungen von Migranten, die Rolle religiöser Organisationen, Bildungsdefizite sowie die Herausforderungen einer wehrhaften Demokratie im Umgang mit Parallelgesellschaften.
Das primäre Ziel ist eine wissenschaftliche Ursachenanalyse der Radikalisierung sowie die Erörterung effektiver Lösungsansätze, um eine weitere Extremisierung zu verhindern und die Integration zu fördern.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Forschungsstandanalyse sowie der Auswertung empirischer Studien zu den Lebensbedingungen und Einstellungen muslimischer Migranten in Deutschland.
Der Hauptteil analysiert detailliert Radikalisierungsprozesse, die Bedeutung von Bildungsdefiziten, die Problematik von Parallelgesellschaften, das Agieren islamistischer Gruppen in Deutschland und die Rolle der religiösen Identität.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Radikalisierung, Islamismus, Integration, Parallelgesellschaften, Terrorismus, wehrhafte Demokratie und soziale Benachteiligung.
Die Arbeit sieht in vielen privaten Koranschulen einen problematischen Faktor, da dort oft keine kritische Auseinandersetzung mit Religion stattfindet und teilweise fundamentalistische Ideologien vermittelt werden, die einer Integration entgegenstehen.
Die interkulturelle Pädagogik wird als ein zentraler gesellschaftspolitischer Lösungsansatz diskutiert, der dazu beitragen soll, Benachteiligungen im Bildungswesen abzubauen und die Entwicklung einer positiven, eigenständigen Identität junger Migranten zu fördern.
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