Diplomarbeit, 1992
216 Seiten, Note: 1,0
1. SUCHT
1.1 SUCHT- ALLGEMEINES
1.1.1 Definitionen, Typen, usw.
1.1.2Verbreitung (Epidemiologie)
1.2 ALKOHOLISMUS
1.2.1 Begriffsbestimmungen
1.2.2 Phasen und Typen
1.2.3 Alkoholwirkungen (Promille)
1.2.4 Alkoholverbrauch
1.2.5 Alkoholabbau
1.2.6 Der Preis
1.2.7 Gesundheitliche Schäden
1.2.8 Ursachen und fördernde Umstände / Ätiologie
1.2.9 ANHANG: Ein persönliches Referat
1.3 MEDIKAMENTENSUCHT
1.3.1 Allgemeines / Schwierigkeiten
1.3.2 Begriffsbestimmungen
1.3.3 Aufschlüsselung der Medikamentengruppen
1.3.4 Phasen und Typen
1.3.5 Medikamentenwirkungen
1.3.6 Medikamentenverbrauch
1.3.7 Medikamentenabbau
1.3.8 Der Preis (Gesundheitliche Schäden)
1.3.9 Ursachen / fördernde Umstände (Ätiologie)
1.4 MEHRFACH-SÜCHTE (POLYTOXIKOMANIE)
1.4.1 Allgemeines / Definitionen
1.4.2 Das Interview
1.4.3 Bemerkungen zum Interview
2. SUCHT UND GESELLSCHAFT
2.1 DER ZUSTAND DER GESELLSCHAFT:
ANSICHTEN BESCHREIBUNGEN MEINUNGEN
2.2 ZAHLEN UND UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE
2.3 LEISTUNG UND KONSUM: DIE “EDLEREN” FORMEN
2.4 ,,KLIMATISCHE“ BEDINGUNGEN IN DER GESELLSCHAFT
2.5 DIE GESELLSCHAFT: EIGENSCHAFTEN, EIGENARTEN
2.6 ZWISCHENBILANZ
2.7 WEM NÜTZEN SUCHTMITTEL ?
2.8 WERTE, NORMEN, SOZIALISATION: TRADIERUNG VON SUCHT
3. EXKURS: DIE ROLLE DER MEDIEN
3.1 DIE ROLLE DER MEDIEN
3.2 BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
3.3 EIN TAG IM LEBEN DES DIETMAR MICHEL
3.4 MEDIEN: INHALTE
3.5 MEDIEN UND SUCHT AM BEISPIEL ALKOHOL
3.6 MEDIEN ALS VORBILD
3.7 ALKOHOLWERBUNG IN ILLUSTRIERTEN
3.7.1 Die Untersuchung: Alkohol in Illustrierten
3.7.2 BEMERKUNGEN ZUR UNTERSUCHUNG
4. THERAPIE
4.1 THERAPIE
4.2 THERAPIE AM BEISPIEL ALKOHOL-/MEDIKAMENTE:
4.3 THERAPIE: "INNERE STATIONEN"
4.4 „ÄUßERE“ THERAPEUTISCHE STATIONEN (EINRICHTUNGEN)
4.5 MEDIKAMENTÖSE BEHANDLUNG DES ALKOHOLISMUS
4.6 PRÄVENTION
4.7 ALTERNATIVEN UND ERGÄNZUNGEN
4.8 THERAPIE: PERSÖNLICHES (EXKURS)
4.8.1 E.U.-G.A.M.E.
5. SOZIALARBEIT
5.1 SUCHT, THERAPIE, SOZIALARBEIT: BEZÜGE
5.2 ANREGUNGEN, ERGÄNZUNGEN UND DEREN UMSETZUNG
5.3 GRÜNDE FÜR BISHERIGE UNTERLASSUNGEN
Ziel dieser Arbeit ist es, die Suchtproblematik nicht als isoliertes medizinisches Phänomen, sondern als strukturelles Ergebnis der gesellschaftlichen Leistungs- und Konsumorientierung darzustellen und daraus sozialarbeiterische Konsequenzen abzuleiten.
Einleitung
Sucht hat viele Gesichter. Die Sucht nach Drogen, Alkohol und Medikamenten ist nur eines dieser Gesichter. Es ist eines das wir - wenn auch ungern- kennen, Andere haben wir erfolgreicher verdrängt, wollen sie nicht sehen, nicht kennen. Und doch sind sie da, ja beherrschen einen Großteil von uns. Und doch haben alle diese Gesichter etwas miteinander zu tun. Der ,,offiziell Süchtige" ist kein Exot, kein Fremder, Fremde mögen wir nicht, sie sind anders als wir, irgendwie bedrohlich. Doch es ist jetzt an der Zeit sich zu stellen, zu sehen, was Sucht wirklich ist, weiche Anteile von uns süchtig sind, viel süchtiger vielleicht als der ,,besoffene Penner" auf der Parkbank, Es soll hier aber nicht darum gehen, Verständnis bei ,,weltoffenen Therapeuten" zu wecken etwa nach dem Motto: ,,Ja, ja wir haben ja alle unsere süchtigen Anteile, so schlimm ist es also doch gar nicht, suchtkrank zu sein” Nein, darum geht es nicht ! Vielmehr geht es um nicht weniger, als klarzumachen, daß die Mehrheit der Bevölkerung suchtkrank ist ! Suchtkrank -natürlich- in einer besonderen Definition. Anders ausgedrückt ließe sich auch sagen, daß die Gesellschaft als Ganzes ein Suchtkranker ist (wenn man bereit ist diese sinnbildliche Darstellung hinzunehmen,
Um es klar auszudrücken: Die Gesellschaft, bzw. der größte Teil der Bevölkerung ist süchtig. Süchtig nach Konsumgütern, Waren, materiellen Dingen. Und er ist süchtig nach Leistung. In der Verkoppelung dieser beiden Eigenschaften ist er süchtig danach, Leistung zu konsumieren, zu ver brauchen. Genauer und ausführlicher ausgedrückt heißt dies folgendes: Der Einzelne glaubt ernsthaft durch den Ver-brauch von Dingen seine Bedürfnisse zu befriedigen und sich die Gefühle zu verschaffen die er braucht. Weiter gibt es genügend Anzeichen für die fortschreitende süchtige Entartung dieser an sich schon unzutreffenden Einstellung.
1. SUCHT: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Suchttypen (Alkohol, Medikamente, etc.) und deren Auswirkungen auf den menschlichen Organismus.
2. SUCHT UND GESELLSCHAFT: Hier wird die These aufgestellt, dass die Gesellschaft selbst als suchtkrank anzusehen ist, da sie das Leistungs- und Konsumprinzip als zentralen Wert internalisiert hat.
3. EXKURS: DIE ROLLE DER MEDIEN: Dieses Kapitel untersucht, wie Massenmedien durch gezielte Werbung und Vorbilder suchtfördernde Verhaltensmuster in der Bevölkerung stabilisieren.
4. THERAPIE: Der Autor beschreibt therapeutische Ansätze und betont, dass Abstinenz und der Prozess der "zufriedenen Abstinenz" zentrale Ziele für Suchtkranke darstellen.
5. SOZIALARBEIT: Das letzte Kapitel reflektiert die Rolle der Sozialarbeit bei der Suchtbekämpfung und fordert eine grundlegende Neuausrichtung der sozialen Ausbildung und Praxis.
Sucht, Alkoholismus, Medikamentenabhängigkeit, Leistungsprinzip, Konsumgesellschaft, Therapie, Sozialarbeit, Prävention, Suchtpotential, Drogen, Selbsthilfegruppen, Verhaltensmuster, psychische Abhängigkeit, gesellschaftliche Strukturen, Suchtforschung.
Die Arbeit analysiert Sucht nicht nur als individuelles Problem, sondern als tief verwurzeltes Symptom unserer Leistungs- und Konsumgesellschaft.
Die zentralen Felder umfassen Alkoholismus, Medikamentensucht, die Rolle der Medien bei der Induktion suchthaften Verhaltens sowie therapeutische Ansätze in der Sozialarbeit.
Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die gesellschaftlichen Ursachen von Sucht zu wecken und daraus konkrete Forderungen für Therapie und Prävention abzuleiten.
Der Autor stützt sich auf eine Analyse soziologischer und psychologischer Literatur, ergänzt durch eigene Erfahrungen und empirische Daten zu Konsum- und Suchtverhalten.
Der Hauptteil erstreckt sich von einer differenzierten Suchttypenlehre über die Kritik an der Konsumgesellschaft bis hin zu praxisorientierten Ansätzen in der Suchthilfe und Sozialarbeit.
Schlüsselbegriffe sind Sucht, Leistungsdruck, Konsumorientierung, Abstinenz und die notwendige Reform der sozialpädagogischen Ausbildung.
Der Autor sieht in den Medien eine maßgebliche Instanz, die durch Werbung und Vorbildfunktionen suchtfördernde Verhaltensweisen als erstrebenswerte Lebensstile normalisiert.
Der Autor ist selbst von Mehrfachabhängigkeit betroffen und nutzt seine eigenen therapeutischen Erfahrungen sowie seine Ausbildung zum Sozialarbeiter, um das Thema aus einer Innenperspektive zu beleuchten.
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