Masterarbeit, 2015
153 Seiten, Note: 1.3
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
2. Migrationsbedingte Mehrsprachigkeit
2.1. Mehrsprachigkeit
2.1.1. Der Zweitspracherwerb
2.1.2. Herausforderungen und Chancen einer mehrsprachigen Entwicklung
2.2. Migrationshintergrund
2.2.1. Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland
2.3. Mehrsprachigkeit als Folge von Migration
3. Mehrsprachigkeit an Schulen in Deutschland
3.1. Das deutsche Schulsystem
3.2. Die Bildungsbeteiligung von Migranten
3.3. Die Bedeutung von Sprache im schulischen Kontext
3.3.1. Gefährdungspotenziale mehrsprachiger Entwicklung in der Schule
3.3.2. Möglichkeiten durch Mehrsprachigkeit in der Schule
3.3. Förderung in Deutsch als Zweitsprache
3.4. Förderung in der Herkunftssprache
3.5. Unterrichtsmodelle im Hinblick auf Mehrsprachigkeit
3.5.1. Einsprachige Unterrichtsmodelle
3.5.2. Zweisprachige Unterrichtsmodelle
3.5.3. Unterrichtsmodelle im deutschen Bildungssystem
3.6. Lehrerbildung
4. Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht
4.1. Grammatikunterricht in mehrsprachigen Lerngruppen
4.2. Aktuelle Konzepte
4.2.1. Language Awareness
4.2.2. Durchgängige Sprachbildung
4.2. Widersprüche und Chancen eines mehrsprachigen Deutschunterrichts
5. Unterrichtsreihe zu Sprachbetrachtung und Grammatik im mehrsprachigen Klassenzimmer
5.1. Vorbemerkung
5.2. Unterrichtsreihe mit dem Thema Die Satzglieder in einer 5.Klasse eines Gymnasiums
5.2.1. Reihenplanung im Überblick
5.2.2. Bedingungsanalyse: Voraussetzung der Klasse
5.2.3. Einbettung des Themas in den rheinland-pfälzischen Lehrplan
5.2.4. Sachanalyse
5.3. Unterrichtsentwurf zur 3. Stunde der Unterrichtsreihe: Satzglieder I - Der Tanz der Wörter im Satz
5.3.1. Einbettung der Stunde in die Unterrichtsreihe
5.3.2. Verlaufplan
5.3.3. Didaktische Analyse
5.3.4. Methodische Analyse
5.4. Unterrichtsentwurf zur 9. Stunde der Unterrichtsreihe: Sprachvergleich Wort für Wort – Vergleich des Satzbaus im Deutschen und im Englischen
5.4.1. Einbettung der Stunde in die Unterrichtsreihe
5.4.2. Verlaufplan
5.4.3. Didaktische Analyse
5.4.4. Methodische Analyse
5.5 Reflexion der Unterrichtsreihe
6. Fazit & Ausblick
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Mehrsprachigkeit im deutschen Bildungssystem, insbesondere im Deutschunterricht. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, welche Bedeutung dem Bildungsziel Mehrsprachigkeit zukommen sollte, um Bildungschancen von Kindern mit Migrationshintergrund zu verbessern und sie nicht als Defizit, sondern als Ressource zu begreifen.
2.1. MEHRSPRACHIGKEIT
Bisher wurde für das Phänomen Mehrsprachigkeit aus wissenschaftlicher Perspektive keine allgemein gültige Definition gefunden (vgl. DÖLL 2012, 20). In der Linguistik sprach man Mitte des 20. Jahrhunderts erst dann von Mehrsprachigkeit, wenn ein Mensch in der zweiten Sprache vergleichbare Kompetenzen wie in der Erstsprache besaß (vgl. RIEHL 2006, 1). Heute wird diese Auffassung nicht mehr vertreten, „da eine mehrsprachige Person selten alle Situationen des Lebens in beiden (oder mehreren) Sprachen meistern muss“ (ebd.). Daher bezeichnet RIEHL (ebd.) Menschen dann als mehrsprachig, wenn sie in der Lage sind, in gegebener Situation, problemlos zwischen den Sprachen umschalten zu können.
Für ROTHWEILER (2007, 103f.) sind nicht nur diejenigen mehrsprachig, die sich in einer Fremdsprache ausdrücken und in ihr kommunizieren können, sondern auch solche, die einen Dialekt und die Hochsprache sprechen. Die meisten Menschen erreichen in der Zweitsprache keine mit der ersten Sprache vergleichbaren Kompetenzen (vgl. ebd. 111). „Für diesen zentralen Unterschied zwischen Erst- und Zweitsprachkompetenz wird unter anderem eine Veränderung der Spracherwerbsfähigkeit während der frühen Kindheit verantwortlich gemacht“ (ebd.). Wenn eine zweite Sprache ungesteuert, parallel zur ersten Sprache und innerhalb des frühen Kleinkindalters erworben wird, besteht jedoch die Chance eines sogenannten „simultanen Spracherwerbs“ (vgl. ebd. 115).
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Mehrsprachigkeit und deren Relevanz im deutschen Bildungssystem.
2. Migrationsbedingte Mehrsprachigkeit: Theoretische Grundlagen zu Mehrsprachigkeitsformen und Spracherwerbsprozessen.
3. Mehrsprachigkeit an Schulen in Deutschland: Analyse des Schulsystems, institutioneller Diskriminierung und Förderkonzepten für Migrantenkinder.
4. Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht: Untersuchung didaktischer Ansätze wie Language Awareness und Durchgängiger Sprachbildung.
5. Unterrichtsreihe zu Sprachbetrachtung und Grammatik im mehrsprachigen Klassenzimmer: Praktische Planung und Reflexion einer Unterrichtseinheit zum Thema Satzglieder.
6. Fazit & Ausblick: Zusammenfassende Bewertung und notwendige bildungspolitische Konsequenzen.
Mehrsprachigkeit, Migrationshintergrund, Deutsch als Zweitsprache, DaZ, Bildungssprache, Durchgängige Sprachbildung, Language Awareness, Submersion, Immersion, Schulerfolg, Bildungsbenachteiligung, Sprachförderung, Satzglieder, Grammatikunterricht, Interkulturelles Lernen
Die Arbeit beleuchtet die Situation von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem und hinterfragt den Umgang der Institution Schule mit sprachlicher Vielfalt.
Themen sind unter anderem der Spracherwerb bei Kindern, die Rolle der Schulsprache, institutionelle Diskriminierung, verschiedene Unterrichtsmodelle und Ansätze zur Sprachförderung im Deutschunterricht.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Mehrsprachigkeit im Unterricht konstruktiv genutzt werden kann, um Bildungsbenachteiligung abzubauen und Chancengleichheit zu fördern.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und einer praxisorientierten Fallstudie in Form einer geplanten und reflektierten Unterrichtsreihe an einem Gymnasium.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Mehrsprachigkeit und Migration, die Analyse schulischer Strukturen sowie die Konzeption und Reflexion einer konkreten Unterrichtsreihe zu Satzgliedern.
Die zentralen Begriffe umfassen Mehrsprachigkeit, Bildungssprache, DaZ, Durchgängige Sprachbildung und Language Awareness.
Die Unterrichtsreihe integrierte Ansätze der Language Awareness, indem die Schüler Satzstrukturen verschiedener Sprachen kontrastierten und ihre eigene Mehrsprachigkeit aktiv als Ressource einbrachten.
Die Lehrkraft nimmt eine aktive Rolle als Begleiter von Spracherwerbsprozessen ein und fungiert durch Sprachbewusstheit und offene Unterrichtsgestaltung als Vorbild für die Schüler.
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