Bachelorarbeit, 2015
59 Seiten, Note: 1,0
1 Problemstellung und Aufbau der Arbeit
2 Grundzüge der Multiplikatorenbewertung
2.1 Definition und Grundprinzip
2.2 Anwendungszwecke
2.3 Ablauf der Multiplikatorenbewertung
2.3.1 Auswahl der Vergleichsunternehmen
2.3.2 Bildung des Multiplikators
2.3.2.1 Unterscheidung nach Datenbasis
2.3.2.2 Unterscheidung nach Unternehmenswert
2.3.2.3 Unterscheidung nach Bezugsgröße
2.3.2.3.1 Größen der Gewinn- und Verlustrechnung
2.3.2.3.2 Größen der Bilanz
2.3.3 Aggregation und Anwendung des Multiplikators
3 Value Adjustments bei der Multiplikatorenbewertung
3.1 Theoretische Grundlagen
3.1.1 Notwendigkeit und Definition
3.1.2 Überblick der Value Adjustments
3.1.2.1 Entity-Level Value Adjustments
3.1.2.2 Shareholder-Level Value Adjustments
3.1.3 Control Premiums und Minority Discounts
3.1.3.1 Notwendigkeit und Definition
3.1.3.2 Höhe des Control Premiums und Minority Discounts
3.1.3.2.1 Einflussfaktoren auf die Höhe
3.1.3.2.2 Quantifizierungsmethoden
3.1.3.3 Basis des Control Premiums und Minority Discounts
3.1.3.3.1 Wertebenensystem
3.1.3.3.2 Kontroversen zum Wertebenensystem
3.2 Anwendungsbeispiel im Rahmen der Multiplikatorenbewertung
3.2.1 Annahmen und Umfang
3.2.2 Szenario: Bewertung eines Kontrollanteils
3.2.2.1 Analyse des Bewertungsobjekts
3.2.2.2 Auswahl der Vergleichsunternehmen und der Bezugsgrößen
3.2.2.3 Bildung des Multiplikators
3.2.2.3.1 Berechnung der Basis
3.2.2.3.2 Ableitung der Multiplikatoren
3.2.2.3.3 Aggregation der Multiplikatoren
3.2.2.3.4 Berücksichtigung des Control Premiums
3.2.2.4 Anwendung des Multiplikators
3.2.3 Szenario: Bewertung eines Minderheitsanteils
4 Fazit
Die Arbeit verfolgt das Ziel, anteilsbedingte Preiskorrekturen, sogenannte Value Adjustments, zu identifizieren und ihre Position sowie ihren maßgeblichen Einfluss auf die Unternehmensbewertung mittels Multiplikatoren zu verdeutlichen.
3.1.3.1 Notwendigkeit und Definition
Wer mehr als 50 Prozent der Anteile bzw. Stimmrechte eines Unternehmens hält, ist sogenannter Kontrolleigner. Kontrolle wird hierbei als „die Befugnis zur Lenkung des Managements und der Strategie eines gewerblichen Unternehmens“ definiert. Der Inhaber des Kontrollanteils besitzt also per Gesetz Rechte, die einem Minderheitsanteilseigner nicht zustehen. Wie die nachfolgende Liste verdeutlicht, gehen diese Befugnisse mit bestimmten Vorzügen und Kontrollelementen einher.
• Ernennung der Geschäftsführung
• Festlegung der Managementvergütung
• Bestimmung der Firmenpolitik und der Geschäftsentwicklung
• Kauf oder Verkauf von Anlagegütern
• Auswahl der Geschäftspartner und Bestimmung der Verträge
• Kauf von anderen Unternehmen
• Liquidation, Auflösung, Verkauf oder Rekapitalisierung des Unternehmens
• Kauf oder Verkauf von Finanzanlagevermögen
• Durchführung eines Börsengangs
• Festlegung der Dividende
• Änderung der Gesellschaftsvertrags
• Blockierung aller oben genannten Aktionen
Die Ausübung der mit diesen Kontrollelementen verbunden rechtlichen Macht resultiert in einem wirtschaftlichen Vorteil für den Kontrolleigner. Dieser Mehrwert wird durch den so genannten Kontrollaufschlag bzw. das Control Premium repräsentiert, welches ein Käufer bezahlen muss, wenn er den Kontrollanteil des Unternehmens erwerben möchte. Die Wertanpassung wird wie in Abbildung 7 dargestellt auf den Kaufpreis aufgeschlagen und stellt die wertmäßige Differenz zwischen Minderheits- und Kontrollanteil dar. Per Definition ist das Control Premium „ein zusätzliche Entgelt, das ein Investor über den Preis für eine Minderheitsbeteiligung hinaus zahlen würde, um den Kontrollanteil des Unternehmens zu erhalten.“ Die Berücksichtigung kann in Form eines absoluten oder prozentualen Aufschlags erfolgen.
1 Problemstellung und Aufbau der Arbeit: Einführung in die Thematik der Multiplikatorenbewertung und Darlegung der Forschungszielsetzung bezüglich anteilsbedingter Preiskorrekturen.
2 Grundzüge der Multiplikatorenbewertung: Erläuterung des marktpreisorientierten Bewertungsansatzes, der verschiedenen Multiplikatorarten, Bezugsgrößen und des strukturierten Ablaufs des Verfahrens.
3 Value Adjustments bei der Multiplikatorenbewertung: Theoretische Herleitung und praktische Anwendung von Control Premiums und Minority Discounts sowie Analyse ihrer Integration in die Multiplikatorbewertung.
4 Fazit: Zusammenfassende Reflektion über die Eignung und Grenzen von Value Adjustments sowie die Notwendigkeit einer individuellen Analyse bei der Unternehmensbewertung.
Unternehmensbewertung, Multiplikatorenbewertung, Value Adjustments, Control Premium, Minority Discount, Kontrollaufschlag, Minderheitsabschlag, Marktpreis, Unternehmenswert, Peergroup, Equity Value, Enterprise Value, Bewertungspraxis, Renditeerwartung, Transaktionsanalyse.
Die Arbeit behandelt die Anwendung von sogenannten Value Adjustments im Kontext der Multiplikatorenbewertung, um Unterschiede in der Eigentümerkonstellation bei der Unternehmensbewertung zu berücksichtigen.
Die zentralen Themenfelder umfassen die Grundlagen der Multiplikatorenbewertung, die Definition und Notwendigkeit von Kontrollzuschlägen (Control Premiums) sowie Minderheitsabschlägen (Minority Discounts).
Ziel ist es, anteilsbedingte Preiskorrekturen zu identifizieren, deren Position im Bewertungsprozess zu beschreiben und durch ein Praxisbeispiel ihren Einfluss auf die Bepreisung eines Unternehmens aufzuzeigen.
Die Arbeit nutzt einen modelltheoretischen Ansatz in Kombination mit einem anwendungsorientierten Fallbeispiel, das auf empirischen Daten aus Transaktionsstudien basiert.
Der Hauptteil erörtert zunächst die theoretischen Grundlagen der Multiplikatoranwendung, führt dann in die Systematik von Value Adjustments ein und wendet diese abschließend auf zwei Szenarien (Kontrollanteil vs. Minderheitsanteil) an.
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Multiplikatorenbewertung, Control Premium, Minority Discount, Unternehmenswert und Marktorientierter Ansatz beschreiben.
Ein Control Premium repräsentiert den Aufschlag, den ein Investor für die Übernahme der Kontrolle zahlt; es erhöht den Wert des Unternehmens im Vergleich zu einer Minderheitsbeteiligung, da es strategische Handlungsspielräume und wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt.
Die Unterscheidung ist entscheidend, da der Börsenwert meist nur den Preis für einen Minderheitsanteil widerspiegelt und somit den Mehrwert der Kontrolle nicht enthält, was bei Übernahmen zu einer signifikanten Fehlbewertung führen würde.
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