Masterarbeit, 2015
97 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Begriffserklärung
2.1 Leisten und Leistung
2.2 Leistungsmessung und Leistungsbewertung
3. Problematiken der Leistungsbewertung im Sportunterricht
3.1 Relevanz der Notengebung für das Fach Sport
3.2 Rechtliche Bestimmungen zur Leistungsbewertung im Sportunterricht
3.3 Funktionskonzepte schulischer Leistungsbewertung
3.4 Die Sportzensur
3.4.1 Vor- und Nachteile
3.4.2 Die Dreikomponentennote
3.5 Beurteilungsfehler
4. Alternative Methoden der Leistungsbewertung
4.1 Kriterienkatalog
4.2 Kompetenzbeurteilungsbögen
4.3 Lernentwicklungsbericht
4.4 Alternative Bewertungsmethoden unter Einbeziehung der SuS
4.4.1 Allgemeine Ziele der Schülermitbestimmung
4.4.2 Die Selbstbewertungsmethode
4.4.3 Wechselseitige Bewertung
5. Untersuchung einer alternativen Methode der Leistungsbewertung am Beispiel der „Turn-Jury“
5.1 Konzeption der Untersuchung
5.1.1 Inhalt und Zielsetzung
5.1.2 Der Untersuchungsrahmen
5.1.3 Die Untersuchungsgruppe
5.2 Durchführung der Unterrichtseinheit
5.2.1 Ergebnisdarstellung
5.3 Theoretische Darstellung und Einordnung der Forschungsmethode
5.4 Durchführung und Auswertung der Datenerhebung
5.4.1 Der Gesprächsleitfaden
5.4.2 Das Schüler-Interview
5.4.3 Das Lehrer-Interview
5.4.4 Zusammenfassung der Datenerhebung
6. Fazit und Ausblick
Diese Arbeit befasst sich mit der Optimierung des Bewertungsprozesses im Sportunterricht durch die stärkere Einbeziehung der Schüler. Ziel ist es, durch alternative Methoden wie die „Turn-Jury“ mehr Transparenz, Motivation und Zufriedenheit bei den Lernenden zu erreichen, während gleichzeitig die Qualität der Leistungsbewertung kritisch hinterfragt wird.
Die Dreikomponentennote
1952 erfolgte durch die Kultusministerkonferenz eine Beschlussfassung zur „Wertung der Leibesübungen in der Schule“, die eine Dreiteilung der Sportzensur beabsichtigte: Die sogenannte Dreikomponentennote oder auch pädagogische Note (vgl. Söll/Kern 1999, S.174).
Demnach sollten fortan drei einzelne Komponenten die Gesamtnote ergeben:
• Die im Sportunterricht erbrachte Leistung
• Die individuelle Lernvoraussetzung des jeweiligen Schülers
• Der Leistungswille
Wesentlicher Bezugspunkt ist dabei die erbrachte Leistung, die sich auf den Unterrichtsinhalt bezieht, der in einem gewissen Zeitraum behandelt wurde und dann in entsprechender Form abgeprüft und bewertet wird. Relativiert wird diese weitestgehend objektive Leistungsbewertung, die oftmals für körperlich benachteiligte Schüler problematisch sein kann, durch das Einbeziehen der individuellen körperlichen Voraussetzungen und des individuellen Lernzuwachses. Um auch Faktoren wie Motivation und Anstrengungsbereitschaft zu berücksichtigen, sollen diese unter dem Aspekt Leistungswille zur Gesamtbewertung hinzugezogen werden (vgl. Balz/Kuhlmann, 2003, S.204).
Nach Kuhlmann/Balz (2003, S.204) sollte zusätzlich auch noch das sozial-sportliche Verhalten in die Gesamtnote einfließen, zu dem beispielsweise Toleranz, Rücksicht, Fairness und Hilfsbereitschaft zählen.
Wie so oft, kommt aber auch diese Zusammensetzung der Notengebung nicht ohne Kritik aus, denn fraglich bleibt, inwieweit die tatsächliche Berücksichtigung dieser drei Komponenten überhaupt möglich ist.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Leistungsbewertung im Sportunterricht ein und verdeutlicht den Fokus auf die Qualität des Bewertungsprozesses statt einer reinen Diskussion über die Notwendigkeit von Noten.
2. Begriffserklärung: Hier werden die zentralen Begriffe des Leistungsbegriffs sowie der Leistungsmessung und Leistungsbewertung definiert und differenziert.
3. Problematiken der Leistungsbewertung im Sportunterricht: Dieses Kapitel diskutiert die Relevanz und Kritik der Sportzensur, die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie das Spannungsfeld zwischen pädagogischem Förderanspruch und gesellschaftlicher Selektionsfunktion.
4. Alternative Methoden der Leistungsbewertung: Hier werden verschiedene Ansätze vorgestellt, die eine differenzierte Beurteilung ermöglichen und Schüler aktiv in den Bewertungsprozess einbinden.
5. Untersuchung einer alternativen Methode der Leistungsbewertung am Beispiel der „Turn-Jury“: Dieses Kapitel dokumentiert die praktische Anwendung und qualitative Auswertung der Methode „Turn-Jury“ in einer fünften Klasse, gestützt durch Interviews.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Einbeziehung der Schüler die Transparenz und Motivation fördert, wobei die Methode als Ergänzung zum bestehenden System zu verstehen ist.
Leistungsbewertung, Sportunterricht, Sportnote, Schülermitbestimmung, Turn-Jury, Transparenz, Motivation, Selbstbewertung, wechselseitige Bewertung, Leistungsdruck, Bildungsauftrag, Kompetenzorientierung, Lehrer-Schüler-Verhältnis, pädagogische Freiheit, qualitative Sozialforschung.
Die Arbeit untersucht kritisch die herkömmliche Leistungsbewertung im Sportunterricht und stellt alternative Methoden vor, die den Bewertungsprozess für Schüler transparenter und motivierender gestalten sollen.
Die zentralen Themen sind Leistungsbeurteilung im Sport, Schülerpartizipation, die Problematik der Zensurengebung und der Einsatz neuer Bewertungsmethoden wie die „Turn-Jury“.
Das Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Schüler durch aktive Einbeziehung in den Bewertungsprozess mehr Transparenz und Zufriedenheit bei der Notengebung erfahren können, ohne den pädagogischen Kern des Faches zu vernachlässigen.
Die Arbeit nutzt einen theoretischen Teil zur fundierten Begriffs- und Problemklärung und eine empirische, qualitative Untersuchung in Form von leitfadengestützten Interviews mit Schülern und Lehrern.
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen zur Leistungsbewertung dargelegt, die Problematik der Sportzensur analysiert und alternative Ansätze wie Kriterienkataloge, Selbstbewertung und wechselseitige Bewertung (am Beispiel der „Turn-Jury“) detailliert ausgeführt.
Die wichtigsten Schlagworte sind Leistungsbewertung, Sportunterricht, Schülermitbestimmung, Transparenz, Motivation und die „Turn-Jury“.
Die Untersuchung zeigt, dass Schüler durch die aktive Teilnahme an der Bewertung die Kriterien besser verstehen und die Notengebung als gerechtfertigter empfinden, wobei jedoch ein erhöhter Zeitaufwand für die Durchführung besteht.
Die Untersuchung ergab, dass Schüler dazu neigen, Leistungen etwas weniger streng zu bewerten als Lehrkräfte, deren kritischere Benotung auf eine jahrelange Routine und einen geschulteren Blick für Details zurückzuführen ist.
Nein, die Autorin betont, dass die Methode von Faktoren wie dem Klassenklima, dem Vertrauensverhältnis, der Disziplin und der verfügbaren Zeit abhängt und daher eher als sinnvolle Ergänzung denn als universeller Standard anzusehen ist.
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