Bachelorarbeit, 2012
53 Seiten, Note: 1,6
Jura - Europarecht, Völkerrecht, Internationales Privatrecht
Einleitung
1. Verbraucherschutz in der Europäischen Union
1.1 Historische Entwicklung des Verbraucherschutzes
1.2 Der Verbraucherschutz als Unionskompetenz
1.2.1 Subsidiaritätsprinzip
1.2.2 Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen
1.2.3 Querschnittsklausel und Zuständigkeit
1.3 Paradigmenwechsel und Ziele im Verbraucherschutz
2. Der Verbraucherbegriff
2.1 Definition des Verbrauchers in Richtlinien
2.2 Begriff des Verbrauchers und das Verbraucherleitbild des EuGH
2.3 Zusammenfassung
3. Die Verbraucherrechte- Richtlinie im Vergleich zur Fernabsatzrichtlinie unter dem Aspekt Verbraucherschutz
3.1 Gegenstand und Zweck
3.2. Persönlicher Anwendungsbereich
3.2.1 Verbraucher
3.2.2 Unternehmer
3.2.3 Fazit
3.3 Sachlicher Anwendungsbereich
3.3.1 Ausschließliche Verwendung eines oder mehrerer Fernkommunikationsmittel
3.3.2 Für den Fernabsatz organisierte Vertriebs- bzw. Dienstleistungssystems
3.3.3 Waren und Dienstleistungen
3.3.4 Fazit
3.3.5 Ausschlusstatbestände
a) Generalausschlusstatbestand - Kollisionsnorm
b) Finanzdienstleistungen
c) Immobilien
d) Versteigerungen
e) Warenautomaten
f) Haushaltsgegenstände des täglichen Bedarfs
g) Glücksspiele
h) Beförderung von Personen
i) Soziale Dienstleistungen und Gesundheitsdienstleistungen
j) Pauschalreisen und langfristige Urlaubsprodukte
k) Telekommunikation
l) Durch einen öffentlichen Amtsträger geschlossener Vertrag
m) Fazit
3.4 Schutzinstrumente
3.4.1 Informationspflichten
3.4.1.1 Allgemeine Informationspflichten
a) Informationen über die Ware oder Dienstleistung
b) Identität des Unternehmers
c) Preistransparenz
d) Kosten für die Telekommunikation
e) Informationen zu den Erbringungsbedingungen
f) Informationen bei digitalen Inhalten
g) Weitergehende Informationspflichten
3.4.1.2 Besondere Informationspflichten
a) Abschluss eines Fernabsatzvertrags über das Internet
b) Begrenzter Raum zur Informationsdarstellung
c) Abschluss eines Fernabsatzvertrags über das Telefon
d) Bestätigungspflicht des Unternehmers
3.4.1.3 Fazit
3.4.2 Das Widerrufs- und Rückgaberecht
3.4.2.1 Allgemein
3.4.2.2 Ausnahmen vom Widerrufsrecht
3.4.2.3 Die europäische Musterwiderrufsbelehrung
3.4.2.4 Pflichten des Unternehmers und des Verbrauchers im Widerrufsfall
3.4.2.5 Fazit
3.4.3 Sonstige Verbraucherrechte
3.4.3.1 Lieferung und Risikoübergang
3.4.3.2 Entgelte für die Verwendung bestimmter Zahlungsmittel
3.4.3.3 Unbestellte Waren und Dienstleistungen
3.4.3.4 Fazit
3.5 Umsetzung
4 Resümee
Die Arbeit untersucht den Verbraucherschutz im Fernabsatzgeschäft unter besonderer Berücksichtigung der neuen Verbraucherrechte-Richtlinie (VRRL) im Vergleich zur vorherigen Fernabsatzrichtlinie (FARL) aus europäischer Perspektive, um die Auswirkungen auf das Schutzniveau für den Verbraucher zu analysieren.
3.4.2.3 Die europäische Musterwiderrufsbelehrung
Ein Novum stellt die neue Europäische Musterwiderrufsbelehrung im Anhang I Teil A der VRRL dar. Erstmals besteht ein für alle Mitgliedsstaaten bindendes Musterformular. Darüber hinaus ist im Teil B ein Muster zur Erklärung des Widerrufs enthalten, welches genutzt werden kann (Art. 11 Abs. 1 VRRL). Es ist dem Verbraucher in einer klaren und verständlichen Weise zur Verfügung zu stellen (Art. 6 Abs. 1 h VRRL). Die bisherigen Unterschiede in der Art und Weise der Widerrufsrechts-Ausübung waren für Unternehmen im grenzüberschreitenden Handel ein Kostenfaktor, da sie die entsprechenden mitgliedsstaatlichen Regelungen beachten mussten. Das harmonisierte Musterformular soll das Widerrufsverfahren vereinfachen und für Rechtssicherheit sorgen. Darüber hinaus soll die Einheitlichkeit darüber gewahrt sein, dass die Mitgliedsstaaten keinerlei Einfluss auf die optische Gestaltung haben (Art. 11 Abs. 1 VRRL). Die Beweislast für den rechtzeitigen Zugang liegt allerdings beim Verbraucher.
Daraus folgend ist jedoch die bloße Rücksendung, als konkludentes Verhalten nunmehr ausgeschlossen ist. Der Widerruf muss mit Hilfe des Muster-Widerrufs oder einer eigenen Erklärung mit dem Entschluss zum Widerruf erklärt werden (Art. 11 Abs. 1 lit a und b). Jedoch wird seitens der Autoren bereits auf die schwierige praktische Umsetzung verwiesen. So sei es für den Unternehmer nicht möglich, den Inhalt des Pakets durch die bloße Inaugenscheinnahme zu prüfen. Dieser könnte jedoch auch das Musterwiderrufsformular bzw. eine eigenständig verfasste Erklärung enthalten. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, dass diese per Mail bzw. einem gesonderten Schreiben dem Unternehmer zu kommen soll. So ist die Ablehnung in Folge des Mangels der Erklärung praktisch kaum umsetzbar.
1. Verbraucherschutz in der Europäischen Union: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung des Verbraucherschutzes als Kompetenz der EU und thematisiert das Subsidiaritäts- sowie das Verhältnismäßigkeitsprinzip.
2. Der Verbraucherbegriff: Hier wird der europarechtliche Verbraucherbegriff analysiert, wobei insbesondere die Rechtsprechung des EuGH und das Modell des "durchschnittlichen Verbrauchers" im Fokus stehen.
3. Die Verbraucherrechte- Richtlinie im Vergleich zur Fernabsatzrichtlinie unter dem Aspekt Verbraucherschutz: Dieses Kernkapitel vergleicht detailliert die neue VRRL mit der alten Fernabsatzrichtlinie hinsichtlich Anwendungsbereich, Informationspflichten und Widerrufsrechten.
4. Resümee: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Auswirkungen der neuen Richtlinie auf das Schutzniveau der Verbraucher im europäischen Fernabsatzgeschäft.
Verbraucherschutz, Fernabsatz, Europäische Union, Verbraucherrechte-Richtlinie, VRRL, FARL, Widerrufsrecht, Informationspflichten, Harmonisierung, Binnenmarkt, Verbraucherleitbild, EuGH, Fernkommunikationsmittel, Digitaler Inhalt, Preistransparenz
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und dem Vergleich der rechtlichen Rahmenbedingungen für den Verbraucherschutz im Fernabsatzgeschäft innerhalb der EU, insbesondere durch den Übergang von der Fernabsatzrichtlinie (FARL) zur neuen Verbraucherrechte-Richtlinie (VRRL).
Zentrale Themen sind der Verbraucherbegriff, die Erweiterung des Anwendungsbereichs, die Verschärfung von Informationspflichten und die Neuregelung des Widerrufsrechts.
Das Ziel ist zu untersuchen, wie sich der Verbraucherschutz durch die neue VRRL im Vergleich zur FARL verändert hat und ob diese Änderungen zu einer Verbesserung des Schutzniveaus beigetragen haben.
Die Arbeit bedient sich der Methodik der Dokumenten- und Literaturanalyse europäischer Rechtsvorschriften und einschlägiger Fachliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition des Verbraucherbegriffs, den detaillierten Vergleich der Richtlinien hinsichtlich Anwendungsbereich, Transparenzpflichten beim Vertragsschluss und die neuen Regelungen zur Widerrufsabwicklung.
Wichtige Begriffe sind Verbraucherschutz, Fernabsatz, Harmonisierung, VRRL, Informationspflichten und Widerrufsrecht.
Die „Button-Lösung“ verpflichtet Unternehmer dazu, Schaltflächen bei Bestellungen im Internet eindeutig mit Begriffen wie "zahlungspflichtig bestellen" zu kennzeichnen, um Abo-Fallen und irreführende Verträge zu verhindern.
Das Verbraucherleitbild des EuGH, insbesondere der "durchschnittlich informierte, aufmerksame und verständige Verbraucher", dient als Maßstab für die rechtliche Beurteilung, wie Verbraucher in Verkaufssituationen agieren und geschützt werden müssen.
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