Examensarbeit, 2015
118 Seiten, Note: 1,6
1 Einleitung
2 Diskussion des Begriffs der Rechenstörung
2.1 Formale Diskussion des Begriffs der Rechenstörung (Rechenschwierigkeit)
2.1.1 Diskrepanzdefinition der Weltgesundheitsorganisation
2.1.2 Kritik an der Diskrepanzdefintion der WHO
2.1.3 Zusammenfassung wesentlicher Kritikpunkte und Stellungnahme
2.2 Illustration des Begriffs der Rechenstörung anhand dreier Fallbeispiele
2.2.1 Fallbeispiel 1
2.2.2 Fallbeispiel 2
2.2.3 Fallbeispiel 3
2.2.4 Abschließende Bemerkung zu den Fallbeispielen
3 Medien und Bildung
3.1 Medien und Medienangebot
3.2 Kindliches Fernsehverständnis
3.2.1 Fernsehbezogene Fähigkeit: Vorschulalter
3.2.2 Fernsehbezogene Fähigkeit: Grundschulalter
3.2.3 Fernsehbezogene Fähigkeit: ab dem 11. Lebensjahr
3.2.4 Zusammenfassung zur fernsehbezogenen Fähigkeit
3.3 Populäre Meinung zum Medienkonsum
3.3.1 Manfred Spitzer: Vorsicht Bildschirm!
3.3.2 Steven Johnson: Neue Intelligenz
3.3.3 Bemerkungen
3.4 Konkrete empirisch-wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema Fernsehkonsum (Medienkonsum) und Schulleistung
3.4.1 Studie: Sesamstraßen-Experiment
3.4.2 KFN-Studie
3.5 Studien des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest
3.5.1 Ergebnisse KIM-Studie
3.5.2 Ergebnisse der miniKIM-Studie
3.5.3 Ergebnisse der JIM-Studie
3.5.4 Ergebnisse FIM-Studie
3.6 Forschungserkenntnisse und Überlegung
4 Empirische Untersuchung
4.1 Datenerhebung
4.1.1 Die Schule
4.1.2 Die Studienteilnehmer
4.1.3 Testung
4.2 Datenaufbereitung
4.3 Explorative Datenanalyse
4.3.1 Divisive hierarchische Clusteranalyse
4.3.2 Tabellarische Analyse
4.4 Datenauswertung
4.5 Dateninterpretation
5 Fazit
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Fernsehkonsum von Zehntklässlern einer Realschule und deren mathematischen Leistungen. Ziel der Untersuchung ist es, auf Basis theoretischer Grundlagen und einer eigenen empirischen Erhebung zu klären, ob ein signifikanter Einfluss des Medienkonsums – insbesondere des Fernsehens – auf die schulische Leistungsbewertung im Fach Mathematik besteht.
2.1 Formale Diskussion des Begriffs der Rechenstörung (Rechenschwierigkeit)
Der Begriff „Rechenschwäche“ wird häufig als Synonym für die Begriffe „Rechenstörung“ und „Dyskalkulie“ (griechisch: dys = schlecht; lateinisch: calculus = Rechnung) eingesetzt und meint eine mangelnde Rechenfertigkeit. Das Thema „Rechenschwäche“ und die Forschungsergebnisse sind relativ jung, jedoch ist die Dyskalkulie (Rechenschwäche) eine international diagnostisch anerkannte Entwicklungsstörung und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Da es sich hierbei um eine entwicklungsbedingte Rechenstörung handelt, werden „erworbene Rechenstörungen [Akalkulie] [...] definitionsgemäß ausgeschlossen“ (Jacobs & Petermann, Diagnostik von Rechenstörungen, 2005, S. 13).
Eine eindeutig abgrenzende Definition ist schwierig zu finden, denn in der Literatur werden unterschiedliche Definitionen nach einzelnen Disziplinen und Schwerpunkten unterschieden. Im schulischen Kontext und in der Mathematikdidaktik sind die gängigsten Begriffe diejenigen der Rechenstörung, Rechenschwäche und der mangelnden Rechenfähigkeit; Dyskalkulie ist im medizinischen, sonderpädagogischen und psychologischen Bereich besonders ausgeprägt (vgl. Schipper, 2002, S. 11).
Die Begriffe „Rechenschwäche“ und „Rechenstörung“ deuten eher auf eine Schwierigkeit im Bereich des Rechnens hin, wohingegen die Dyskalkulie und der in diesem Kontext häufig verwendete Begriff der Arithmasthenie als Vorliegen einer Krankheit bezeichnet werden können. Die Prävalenz der Dyskalkulie variiert durch die unterschiedlichen Begriffsdefinitionen. Die Interpretationsspanne der Begriffsdefinitionen lassen sich bei unterschiedlichen Autoren ca. 3 bis 7 % der Grundschüler als extrem rechenschwach klassifizieren (vgl. Born & Oehler, 2009, S. 5). In einer Untersuchung stellte Badian (1983) fest, dass das Auftreten einer Rechenstörung etwa dem einer Lese-Rechtschreib-Störung entspräche: Von den 6,4 % der Kinder mit Rechenstörung wiesen 43 % auch eine Leseschwäche auf; übertragen auf die Leseschwäche bietet sich ein ähnliches Bild.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Arbeit ein, indem sie den gesellschaftlichen Diskurs über den Einfluss des Fernsehens auf Schulleistungen aufgreift und die zentrale Forschungsfrage sowie das Vorgehen der Studie skizziert.
2 Diskussion des Begriffs der Rechenstörung: Dieses Kapitel erläutert den wissenschaftlichen Diskurs um den Begriff der Rechenstörung und illustriert anhand von drei Fallbeispielen die komplexen Ursachen sowie die Problematik einer eindeutigen Definition.
3 Medien und Bildung: Der theoretische Rahmen beleuchtet die Rolle von Medien in der modernen Gesellschaft, das kindliche Fernsehverständnis in verschiedenen Entwicklungsstufen und bietet einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand durch bestehende Studien.
4 Empirische Untersuchung: Dieses Hauptkapitel dokumentiert das methodische Vorgehen der eigenen Studie, stellt die Datenerhebung an der Realschule dar und präsentiert die Ergebnisse der explorativen Datenanalyse sowie der Interpretation.
5 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen, reflektiert die Ergebnisse der empirischen Studie kritisch und zieht eine Bilanz hinsichtlich des Zusammenhangs von Fernsehkonsum und Schulleistung.
Fernsehkonsum, Rechenstörung, Dyskalkulie, Schulleistung, Medienkompetenz, Mathematikunterricht, Entwicklungsstörung, empirische Sozialforschung, Mediensozialisation, Datenerhebung, Leistungsbewertung, Freizeitverhalten, Mediennutzung, Schülermeinung, pädagogische Diagnostik
Die Arbeit untersucht den potenziellen Zusammenhang zwischen dem Ausmaß und der Art des Fernsehkonsums von Schülern einer zehnten Klasse und deren Leistungen im Fach Mathematik.
Die Themenfelder umfassen die Definition von Rechenstörungen, medienpädagogische Grundlagen der kindlichen Fernsehnutzung sowie die Analyse empirischer Daten zur Medienausstattung und Freizeitgestaltung.
Das primäre Ziel ist es zu klären, ob und inwiefern der Fernsehkonsum von Schülern die durch Lehrkräfte bewertete mathematische Leistungsfähigkeit beeinflusst.
Die Arbeit nutzt einen quantitativen Forschungsansatz, basierend auf einer schriftlichen Schülerbefragung mittels Fragebögen und einer begleitenden Lehrerbewertung der mathematischen Leistungen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Medienbegriffs und der Rechenstörung sowie in einen empirischen Teil, in dem die erhobenen Daten mittels Clusteranalysen und Pfaddiagrammen ausgewertet werden.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Fernsehkonsum, Schulleistung, Rechenstörung, Medienkompetenz und empirische Untersuchung definieren.
Die Studie identifiziert geschlechtsspezifische Unterschiede, etwa dass Jungen häufiger aktive Medien oder Computerspiele nutzen, während bei Mädchen teils abweichende Muster in der Art des Fernsehkonsums und der Freizeitgestaltung beobachtet wurden.
Der Besitz eines eigenen Gerätes dient in der Untersuchung als Indikator für einen unbeschränkten Medienzugang, der wiederum in einen Zusammenhang mit der (schlechteren) Leistungsbewertung der Lehrkräfte gebracht wird.
Nein, der Autor weist explizit darauf hin, dass die Ergebnisse keine Kausalität belegen, sondern lediglich mögliche Zusammenhänge und Korrelationen beschreiben.
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