Masterarbeit, 2015
69 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Die Teilung Deutschlands und der Kalte Krieg
2.1 Institutionen und Mechanismen der Westbindung
2.1.1 Die NATO
2.1.2 Die Europäische Integration
2.2 Das Ende des Kalten Krieges
2.2.1 Der NATO-Doppelbeschluss
2.2.2 Die Reformpolitik Gorbatschows
2.2.3 Der Mauerfall
3. Die Zwei-plus-Vier-Gespräche
3.1 Die deutsche Wiedervereinigung und die deutsche NATO-Mitgliedschaft
3.2 Die Rolle des wiedervereinigten Deutschland in der Europäischen Union
3.3 Die Vision einer „Neuen Weltordnung“ von 1990
4. Die institutionelle Entwicklung von NATO und EU ab 1990
4.1 Die NATO-Osterweiterung
4.2 Die EU-Osterweiterung
5. Schlussbetrachtung
Diese Masterarbeit untersucht die Rolle des Zwei-plus-Vier-Vertrages im Kontext des Endes des Kalten Krieges und analysiert, inwiefern die darin festgelegten Rahmenbedingungen die weitere institutionelle Entwicklung von NATO und EU beeinflussten sowie die außenpolitische Ausrichtung des wiedervereinigten Deutschlands prägten.
2.2.3 Der Mauerfall
Die Reformen in der Sowjetunion hatten zwangsweise auch Auswirkungen auf deren Satellitenstaaten in Osteuropa. Vor allem die rigorose Kürzung des Verteidigungshaushaltes, die den Abzug einer Vielzahl der im Ostblock stationierten Truppen der Roten Armee zur Folge hatte und mit gesellschaftlicher Öffnung einhergehend die Abkehr Gorbatschows von der Breschnew-Doktrin manifestierte, stellte die kommunistischen Regime der Mitglieder des Warschauer Pakts vor große politische Herausforderungen, weil dadurch militärische, sowie wirtschaftliche Unterstützung der UdSSR bei der Aufrechterhaltung der jeweiligen Machtverhältnisse versiegte. Die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik, die sich weigerte Reformen wie in der Sowjetunion anzustreben, geriet zusehends durch Aktivitäten der Bevölkerung unter Druck, die gegen die vorherrschenden Verhältnisse protestierte, Freiheit und Selbstbestimmung forderte oder schlichtweg einfach das Land in Scharen verließ.
Im Jahr 1989 versuchten viele Bürger der DDR über die ständige Vertretung der BRD in Ostberlin ihre Ausreise in den Westen zu erzwingen, sodass diese schließlich am 8. August für den Publikumsverkehr geschlossen werden musste. Bis Ende des Monats wurden zudem die Botschaften der Bundesrepublik in Budapest und Prag aus demselben Grund geschlossen. Die ungarische Regierung entschloss sich letztendlich dazu, durch das Versprechen hoher Wirtschaftshilfen von Seiten der BRD beeinflusst, die Verpflichtung der Beteiligten des Warschauer Pakts, flüchtige Bürger des Ostblocks an ihr jeweiliges sozialistisches Heimatland auszuliefern, aufzukündigen. Ungarn war damit seit Ende August nur noch formell Mitglied im östlichen Verteidigungsbündnis und befand sich in einem Prozess des ideologischen Wandels zur Anerkennung westlicher Werte.
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Spannungen nach dem Ende des Kalten Krieges und leitet die Forschungsfrage über die Rolle des Zwei-plus-Vier-Vertrages ab.
2. Die Teilung Deutschlands und der Kalte Krieg: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge der deutschen Teilung und die Etablierung westlicher Sicherheits- und Wirtschaftsinstitutionen.
3. Die Zwei-plus-Vier-Gespräche: Es wird der Prozess der deutschen Wiedervereinigung analysiert, insbesondere die Verhandlungen zur NATO-Mitgliedschaft und die Rolle Deutschlands in der EU.
4. Die institutionelle Entwicklung von NATO und EU ab 1990: Das Kapitel untersucht die Erweiterungsprozesse der westlichen Bündnisse nach Osten und deren Auswirkungen.
5. Schlussbetrachtung: Abschließend werden die zentralen Ergebnisse zusammengefasst und die Einordnung des Vertrages als Zäsur bewertet.
Zwei-plus-Vier-Vertrag, Kalter Krieg, Wiedervereinigung, NATO, Europäische Union, Osterweiterung, Zivilmacht, Gorbatschow, Westbindung, Institutionen, Transformation, DDR, Bundesrepublik Deutschland, Sicherheitspolitik, Neue Weltordnung.
Die Arbeit analysiert den Zwei-plus-Vier-Vertrag als entscheidenden Wendepunkt zwischen der Ära des Kalten Krieges und der neuen europäischen Ordnung nach 1990.
Die Schwerpunkte liegen auf der deutschen Wiedervereinigung, der sicherheitspolitischen Einbindung Deutschlands in die NATO sowie der institutionellen Entwicklung von EU und NATO nach dem Zusammenbruch des Ostblocks.
Die Arbeit untersucht, ob der Zwei-plus-Vier-Vertrag das Ende oder eine Wende im Kalten Krieg markierte und wie er die spätere europäische Sicherheitsarchitektur beeinflusste.
Die Untersuchung basiert auf einer fundierten historisch-politischen Analyse unter Rückgriff auf zeitgenössische Quellen, Verträge und fachwissenschaftliche Literatur.
Im Hauptteil werden die Teilung Deutschlands, der Zwei-plus-Vier-Prozess und die anschließenden Osterweiterungen von NATO und EU detailliert nachgezeichnet.
Zu den zentralen Begriffen zählen Zwei-plus-Vier-Vertrag, Wiedervereinigung, NATO-Osterweiterung, Zivilmacht und deutsche Außenpolitik.
Der Autor identifiziert die DDR-Bevölkerung als entscheidenden Faktor, der die Ereignisse zur Wiedervereinigung mit einer unerwarteten Geschwindigkeit vorangetrieben hat.
Deutschland wird als eine Zivilmacht beschrieben, die trotz wachsenden wirtschaftlichen Einflusses eine ausgleichende und vermittelnde Rolle im europäischen Integrationsprozess anstrebt.
Gorbatschow wird als Reformer dargestellt, der trotz anfänglicher Bedenken zur deutschen Einheit und NATO-Mitgliedschaft letztlich einwilligte, um die notwendige wirtschaftliche Stabilisierung seines Landes nicht zu gefährden.
Er besiegelte das Ende des Kalten Krieges zwischen NATO und Warschauer Pakt und fungierte gleichzeitig als Rahmen für die Einbindung des wiedervereinigten Deutschlands in die europäische Ordnung.
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