Magisterarbeit, 2014
66 Seiten, Note: 2,3
Einführung
1. Relevanz und Forschungsfrage
2. Aufbau, Methode und Zielsetzung der Analyse
II. Theoretischer Rahmen
1. Der Begriff und das Konzept der Europäisierung
2. Das Transformationsmodell
III. Das griechische Parteiensystem in der Krise
1. Kurze Parteiengeschichte Griechenlands seit 1974
2. Die Pasok und das Memorandum
3. Der Vorlauf zu den historischen Wahlen von 2012
4. Der Aufstieg der Syriza als linke Alternative
5. Der Wahlerfolg der extremen Rechten
IV. Fazit
1. Zusammenfassung und Bewertung der Ergebnisse
2. Ein kritischer Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Analyse des Transformationsprozesses des griechischen Parteiensystems infolge der Finanzkrise. Die Forschungsfrage untersucht dabei, inwiefern politische Parteipositionierungen auf nationaler Ebene den Wandel und die Fragmentierung der Parteienlandschaft unter dem Einfluss externer Reformvorgaben beeinflusst haben.
3. Der Vorlauf zu den historischen Wahlen von 2012
Die beiden griechischen Parlamentswahlen vom 6.Mai bzw. 17.Juni 2012 müssen nicht ohne Grund als historische Wahlen betrachtet werden, da sie einen fundamentalen Umbruch in der griechischen Parteienlandschaft sichtbar machten, indem das ehemalige Zweiparteiensystem massiv fragmentiert wurde und ehemalige Machteliten herbe Verluste hinnehmen mussten. Vor allem die panhellenische sozialistische Bewegung Pasok, nun unter der Führung des vorherigen Finanzministers Evangelos Venizelos, erlebte einen Einbruch, der sie in etwa auf das Zustimmungsniveau der ersten freien Parlamentswahlen von 1974 schrumpfen ließ. Die Partei erhielt bei den Wahlen Anfang Mai 13,18 Prozent der abgegebenen Stimmen. Bei der zweiten Wahl im Juni, nach der anfangs nicht zustande gekommenen Regierung, sackten die Sozialisten weiter ab auf 12,28 Prozent.
Zwar musste auch die konservative Nea Dimokratia Verluste hinnehmen, aber diese fielen bei weitem nicht so dramatisch aus. Im Gegensatz zur Pasok konnte sich die Partei gegenüber den Wahlen vom Mai mit 18,85 Prozent beim darauffolgenden Wahlgang im Juni um mehr als 10 Prozent verbessern und wurde mit 29,66 Prozent stärkste Kraft. Trotz des besseren Ergebnisses war Samaras auf eine Koalitionsregierung angewiesen, die schließlich aus den beiden ehemals großen Parteien und der Dimar, einer rechten Abspaltung der Syriza, gebildet werden konnte.
Einführung: Legt die Relevanz der Untersuchung dar und führt in die Forschungsfrage zum Transformationsprozess des griechischen Parteiensystems ein.
II. Theoretischer Rahmen: Erläutert das Konzept der Europäisierung sowie das Transformationsmodell als analytisches Instrumentarium für die Untersuchung.
III. Das griechische Parteiensystem in der Krise: Analysiert historisch die Entwicklung des Parteiensystems sowie die spezifischen Reaktionen und Positionierungen der Parteien auf das Memorandum und die Krise.
IV. Fazit: Fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bewertet den stattgefundenen Wandel innerhalb der griechischen Parteienlandschaft.
Griechenland, Parteiensystem, Krise, Transformation, Europäisierung, Memorandum, Pasok, Nea Dimokratia, Syriza, Goldene Morgendämmerung, Wahlen 2012, Klientelpolitik, Austeritätspolitik, Radikalisierung, Fragmentierung.
Die Arbeit befasst sich mit der Transformation des griechischen Parteiensystems während der Eurokrise und analysiert, wie Parteien auf den Druck durch das Memorandum der Troika reagierten.
Zentrale Themen sind der Wandel vom traditionellen Zweiparteiensystem zu einem fragmentierten Parteiengefüge, der Einfluss von EU-Reformvorgaben sowie die politischen Strategien der wichtigsten griechischen Parteien.
Das Ziel ist es, zu analysieren, wie politische Akteure auf nationaler Ebene durch ihr Verhalten den Transformationsprozess des griechischen Parteiensystems aktiv mitgestaltet haben.
Es handelt sich um eine qualitative Einzelfallanalyse, die insbesondere auf dem Vergleich von Parteiprogrammen und deren tatsächlichem politischem Handeln in der Krise basiert.
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung seit 1974, die Rolle der Pasok und der Nea Dimokratia, den Aufstieg der Syriza und den Wahlerfolg rechtsextremer Kräfte sowie die Auswirkungen des Memorandums.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Transformation, Klientelpolitik, Eurokrise, Parteienfragmentierung und Europäisierung definiert.
Syriza nutzte ihre Position als außerparlamentarische Opposition, um sich als „neue“ Kraft zu präsentieren, die sich konsequent gegen das Memorandum stellte, im Gegensatz zu den Altparteien, die in die Regierungsverantwortung und Reformauflagen eingebunden waren.
Das Misfit-Modell diente als theoretischer Ausgangspunkt, wurde jedoch durch das Transformationsmodell ersetzt, da letzteres den Fokus stärker auf das autonome politische Verhalten nationaler Akteure legt.
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