Masterarbeit, 2014
52 Seiten, Note: 1,7
1. Die Ökonomie zweiseitiger Märkte
1.1. Relevanz der Thematik für die Wissenschaft und Praxis
1.2. Aufbau der Arbeit zur Beantwortung der Forschungsfragen
2. Begriffliche Grundlagen zweiseitiger Märkte
2.1. Abgrenzungsmöglichkeiten zweiseitiger Märkte
2.1.1. Abgrenzung aufgrund von Netzwerkeffekten
2.1.2. Abgrenzung aufgrund der Preisgestaltung
2.1.3. Zusammenfassung der Besonderheiten zweiseitiger Märkte
2.2. Mögliche Differenzierungskriterien zweiseitiger Märkte
2.2.1. Einteilung nach dem Kriterium der Transaktion
2.2.2. Einteilung nach dem Kriterium der Branche
3. Eine modelltheoretische Betrachtung zweiseitiger Märkte
3.1. Preisstruktur und Preissetzung auf zweiseitigen Märkten
3.1.1. Grundlegende Wirkungszusammenhänge auf zweiseitigen Märkten
3.1.2. Theoretische Modelle zur optimalen Preissetzung
3.1.3. Praktische Beispiele der Preissetzung
3.2. Das Wettbewerbsverhalten auf zweiseitigen Märkten
3.2.1. Entscheidungen zur strategischen Positionierung einer Plattform
3.2.2. Wettbewerb zwischen Plattformen anhand eines einfachen Beispiels
3.2.3. Strategische Möglichkeiten auf zweiseitigen Märkten
3.2.4. Ein Beispiel des Markteintritts auf zweiseitigen Märkten
4. Fazit/Schlussfolgerung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ökonomie zweiseitiger Märkte mit einem besonderen Fokus auf die Mechanismen der Preissetzung sowie das Wettbewerbsverhalten von Plattformen. Ziel ist es, allgemeine Abgrenzungscharakteristika zu identifizieren, ein Verständnis für die Preisgestaltungsmechanismen zu vermitteln und politisch-ökonomische Handlungsempfehlungen für das Wettbewerbsverhalten abzuleiten.
3.1.1. Grundlegende Wirkungszusammenhänge auf zweiseitigen Märkten
Zweiseitige Märkte unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von einseitigen Märkten, jedoch vor allem aufgrund der Preissetzung bzw. Preisstruktur. In Branchen mit hohem Wettbewerbsdruck, werden die Preise vor allem durch die Grenzkosten der Produktion bestimmt, wodurch die Marge sehr gering ausfällt. In Branchen mit hohen Markteintrittsbarrieren ist die Preisobergrenze hingegen durch die Zahlungsbereitschaft der Konsumenten gegeben, wodurch hohe Gewinne möglich sind. Die Preissetzung in zweiseitigen Märkten ist jedoch komplizierter, da Plattformbetreiber für jede Marktseite den Preis einzeln, in Abhängigkeit des Wachstums sowie der Zahlungsbereitschaft der anderen Marktseite, bestimmen müssen (Eisenmann, Parker und van Alstyne, 2006, S. 94).
In einem einseitigen Markt kann die Preissetzung durch die Preiselastizität der Nachfrage sowie durch die Grenzkosten bestimmt werden. Für Preisentscheidungen in einem zweiseitigen Markt, müssen jedoch die Elastizität der Antwort der anderen Markseite sowie der Gewinn durch die andere Markseite miteinbezogen werden. Im Regelfall sinken in einem einseitigen Markt die Preise, wenn die Preiselastizität der Nachfrage steigt. Sinken hingegen in einem zweiseitigen Markt die Preise für eine Marktseite, werden dadurch zum Einen Konsumenten mit höherer Preiselastizität angelockt und zum Anderen führt diese erhöhte Anzahl an Konsumenten zu einer steigenden Teilnahme der anderen Marktseite sowie zu höheren Preisen für diese. Daher ist es in zweiseitigen Märkten möglich, Preise für eine Marktseite zu Grenzkosten oder auch unterhalb anzubieten, da diese Markseite durch die andere, zahlende Marktseite, subventioniert wird (Rysman, 2009, S. 129 f.).
1. Die Ökonomie zweiseitiger Märkte: Einführung in die Kontroversität der Theorie zweiseitiger Märkte und Darlegung der Relevanz für Wissenschaft und Praxis.
2. Begriffliche Grundlagen zweiseitiger Märkte: Systematische Herleitung einer Definition zweiseitiger Märkte durch Vergleich anerkannter Ansätze und Kategorisierung nach Transaktion und Branche.
3. Eine modelltheoretische Betrachtung zweiseitiger Märkte: Detaillierte Analyse der Preisbildung und des Wettbewerbsverhaltens mittels mathematischer Modelle und Praxisbeispielen.
4. Fazit/Schlussfolgerung: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf künftigen Forschungsbedarf im Bereich zweiseitiger Märkte.
Zweiseitige Märkte, Plattformökonomie, Netzwerkeffekte, Preisstruktur, Preisgestaltung, Wettbewerbsverhalten, Transaktionskosten, Externalitäten, Markteintritt, Plattform, Intermediär, Tipping, Multi-Homing, Single-Homing, Subventionierung.
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Besonderheiten von Plattformen, die zwei oder mehr verschiedene Nutzergruppen miteinander verbinden, und wie sich deren ökonomisches Verhalten von klassischen einseitigen Märkten unterscheidet.
Die Arbeit konzentriert sich auf die theoretische Abgrenzung zweiseitiger Märkte, die Optimierung der Preisstruktur auf diesen Plattformen sowie die Analyse des strategischen Wettbewerbsverhaltens.
Ziel ist es, ein grundlegendes Verständnis für die Marktmechanismen zu schaffen, die den Erfolg oder Misserfolg von Plattformen beeinflussen, sowie Entscheidungshilfen für die Preisgestaltung und Marktpositionierung zu bieten.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse und modelltheoretischer Herleitung, ergänzt durch Fallbeispiele und grafische Analysen von Preisstrategien.
Der Hauptteil widmet sich der Modellierung der optimalen Preissetzung (Lerner-Index, Nutzungsexternalitäten) sowie dem Wettbewerb zwischen Plattformen, inklusive der Tipping-Problematik und Markteintrittsstrategien.
Die zentralen Begriffe sind Netzwerkeffekte, Plattformökonomie, zweiseitige Märkte, Preisstruktur, Interdependenz der Marktseiten und strategische Marktpositionierung.
In zweiseitigen Märkten werden Preise nicht isoliert nach Grenzkosten gesetzt, sondern berücksichtigen die Externalitäten der anderen Marktseite; oft wird eine Seite subventioniert, um die Teilnahme der anderen Seite zu maximieren.
Tipping beschreibt einen Zustand im Wettbewerb, in dem eine Plattform nahezu den gesamten Markt an sich bindet, während Wettbewerber kaum Marktanteile erzielen können.
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