Bachelorarbeit, 2012
74 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Abgrenzung
1.3 Vorgehensweise
2 Grundlagen und Vorraussetzungen
2.1 Globale Informations- und Wissensgesellschaft
2.2 Elektronische Märkte
2.2.1 Steigende Nutzung elektronischer Marktplätze
2.2.2 Besonderheiten des elektronischen Handels
2.2.3 Eignung eines E-Marketplace in der Nischenwirtschaft
3 Information als Wirtschaftsgut
3.1 Definition von Informationsgütern
3.2 Besonderheiten von Informationsgütern
3.2.1 Marktversagen bei Informationsgütern
3.2.2 Kostenstruktur von Informationsgütern
3.2.3 Informationsasymmetrien
3.2.4 Netzwerkeffekte bei Informationsgütern
3.2.4.1 Direkte Netzwerkeffekte
3.2.4.2 Indirekte Netzwerkeffekte
3.2.4.3 Zweiseitige Netzwerkeffekte
3.3 Angebot- und Nachfrageanalyse von Informationsgütern
3.3.1 Nachfrageseitige Netzwerkeffekte
3.3.2 Marktgleichgewicht und kritische Masse
3.4 Analyse der Herausforderung von Informationsvielfalt
3.4.1 Die unendliche Informationsvielfalt
3.4.2 Auswirkungen der Vielfalt: Entstehung der Nischenwirtschaft
3.4.2.1 Theorie des Long Tail
3.4.2.2 Potentiale einer Nischenwirtschaft
3.4.3 Auswirkungen der Vielfalt: Orientierungsproblematik
3.4.4 Aufmerksamkeitsökonomie gewinnt stark an Bedeutung
3.4.5 Analyse der Zahlungsbereitschaft bei Informationsgütern
3.5 Digitale Wertschöpfung von Informationsgütern
3.6 Was ist ein Mehrwert für Konsumenten?
3.6.1 Wirtschaftliche Beschränkungen der Konsumenten
3.6.2 Mehrwert und Kundennutzen von Informationsgütern
3.7 Zwischenfazit
4 „Free“ als Geschäftsmodell
4.1 „Follow the Free“-Preisstrategie
4.1.1 Free als klassische Quersubvention
4.1.2 Free als Werbefinanzierung
4.1.3 Free als Freemium
4.2 Beurteilung der Preisstrategie „Follow the Free“
4.2.1 Chancen der „Follow the Free“-Preisstrategie
4.2.2 Risiken der „Follow the Free“-Preisstrategie
5 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die ökonomischen Besonderheiten von Information als Wirtschaftsgut in der Internet-Ökonomie und analysiert, wie Unternehmen angesichts der „Free“-Mentalität nachhaltige Erlösmodelle entwickeln können, um Mehrwert zu generieren und Zahlungsbereitschaft bei Konsumenten zu erzielen.
3.4.1 Die unendliche Informationsvielfalt
Der technische Fortschritt ermöglicht es uns heute, dass Datenverarbeitung, Speicherkapazität und Bandbreite fast nichts mehr kostet. Das waren die Grundvoraussetzungen dafür, dass innovative und neue Dienste, wie z.B. das Videoportal YouTube, oder der unendlich große Speicherplatz bei Gmail entstehen konnten. Auch Apple erkannte frühzeitig, dass sich aufgrund immer günstiger werdender Speicherkapazitäten bald viel Geld verdienen lässt. So war z.B. für die Entwicklung des iPods nicht die Nachfrage nach einem Abspielgerät für die ganze Musiksammlung ausschlaggebend, sondern die Möglichkeiten der Fertigungstechnik. In diesem Fall schuf das Angebot die Nachfrage, denn als diese Innovation endlich möglich wurde, überwiegten deutlich die Vorteile, nicht der Preis. Heute ist der Vielfalt, dank des Internets, keine Grenzen mehr gesetzt. Auch die Bedürfnisse der Konsumenten sind heterogener geworden. „Mit zunehmendem Wohlstand, höherem Einkommen und mehr Freizeit steigt auch der Wunsch nach immer größerer Individualität.“ Kunden streben mehr denn je nach Abwechslung und Neuheiten. Sie wollen durch eine individuellere Produktwahl ihre eigene Persönlichkeit zum Ausdruck bringen. So entsteht in der heutigen Zeit eine neue Ausprägung der Nachfrage nach einer unendlichen Auswahl an Produkten, welche es auch irgendwo zu kaufen gibt. Dieses Überangebot kann nur existieren, dank der unendlichen Weite des World Wide Webs. Das Internet ist also das erste globale Vertriebssystem mit der Möglichkeit einer unendlichen Produktvielfalt, welche Platz für Nischen-, wie auch für Massenprodukte bietet. „Eine unbegrenzte Regalfläche ist nur in einem einzigen Fall denkbar: Sie darf nichts kosten.“ Die Grenzkosten des digitalen Vertriebs liegen quasi bei null und ermöglichen so deren uneingeschränkte Nutzung. Dank dem Internet haben wir nun die Möglichkeit, unbegrenzte Regalflächen zu nutzen und somit eine nie dagewesene Produktvielfalt anbieten zu können. Dank dieser Vielfalt entstehen immer mehr Nischenmärkte, die wir nun im Folgenden genauer betrachten möchten.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle von Informationen als zentrales Wirtschaftsgut und stellt die Relevanz neuer Erlösmodelle in einer von „Free“-Mentalität geprägten Internet-Ökonomie heraus.
2 Grundlagen und Vorraussetzungen: Dieses Kapitel definiert den Rahmen der Informationsgesellschaft und analysiert, warum elektronische Marktplätze die Ineffizienzen traditioneller Handelssysteme durch digitale Koordination lösen.
3 Information als Wirtschaftsgut: Hier werden die spezifischen Eigenschaften von Informationsgütern wie Netzwerkeffekte, Kostenstrukturen und Informationsasymmetrien untersucht sowie die Herausforderungen der Informationsvielfalt und der digitalen Wertschöpfung diskutiert.
4 „Free“ als Geschäftsmodell: Dieses Kapitel bewertet die „Follow the Free“-Preisstrategie inklusive klassischer Quersubventionierung, Werbefinanzierung und Freemium-Modellen im Kontext ihrer Chancen und Risiken.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die ökonomischen Bedingungen für den Erfolg digitaler Geschäftsmodelle zusammen und unterstreicht, dass „Free“ zwar attraktiv ist, aber durch Mehrwert-Strategien ergänzt werden muss.
Information als Wirtschaftsgut, Internet-Ökonomie, Follow the Free, Netzwerkeffekte, Informationsgüter, Digitale Wertschöpfung, Nischenwirtschaft, Long Tail, Freemium, Kundennutzen, Aufmerksamkeitsökonomie, Zahlungsbereitschaft, Informationsvielfalt, Transaktionskosten, E-Marketplace.
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Rahmenbedingungen von Informationen als Wirtschaftsgut in einer digital vernetzten Welt und untersucht die Herausforderungen, die sich für Unternehmen aus dem Überangebot an kostenlosen Inhalten ergeben.
Zu den Kernbereichen gehören die Charakteristika digitaler Güter (wie Netzwerkeffekte und Grenzkosten gegen Null), die Entstehung einer Nischenwirtschaft, die Bedeutung der Aufmerksamkeitsökonomie und die verschiedenen Ausprägungen von Geschäftsmodellen, die auf kostenloser Bereitstellung basieren.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen trotz einer ausgeprägten „Kostenlos-Mentalität“ im Internet eine positive Zahlungsbereitschaft bei Konsumenten erzeugen können, indem sie Mehrwert oder komplementäre Produkte in den Vordergrund stellen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, die ökonomische Prinzipien der Informationsökonomie auf aktuelle Trends im E-Business und bei E-Marketplaces anwendet und durch Praxisbeispiele validiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Informationsgütern, die Analyse ihrer besonderen Kosten- und Marktstrukturen, die Auswirkungen der Informationsvielfalt sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der „Follow the Free“-Strategie und deren Modellen wie Freemium und Werbefinanzierung.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Information als Wirtschaftsgut, Netzwerkeffekte, Long Tail, digitale Wertschöpfung und die Follow-the-Free-Preisstrategie.
Im Gegensatz zur klassischen Wertschöpfung, bei der physische Güter im Mittelpunkt stehen, basiert die digitale Wertschöpfung auf der Überblicks-, Auswahl- und Vermittlungsfunktion von Informationen, wobei Grenzkosten für die Vervielfältigung gegen Null tendieren.
Sie ermöglicht es Anbietern, durch eine hohe Verbreitung in der Anfangsphase kritische Massen zu erreichen, Netzwerkeffekte zu generieren und so die Basis für eine spätere Monetarisierung oder Quersubventionierung durch komplementäre Güter zu schaffen.
Ein wesentliches Risiko ist die Verfestigung einer Kostenlos-Mentalität, die es zunehmend erschwert, Zahlungsbereitschaft für hochwertige oder komplementäre Zusatzangebote zu wecken, sowie die Gefahr eines ungleichen Machtverhältnisses durch die Bündelung von Marktanteilen bei wenigen Plattformführern.
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