Bachelorarbeit, 2015
70 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Verpackung, Verpackungsdesign, Verpackungsbeschriftung
2.1.1 Begrifflichkeiten
2.1.2 Bedeutung der Verpackung für das Konsumentenverhalten
2.1.3 Verpackungsdesign und -beschriftung mit Bezug auf Unternehmenskennzahlen
2.2 Übergewicht und Adipositas
2.2.1 Begrifflichkeiten und Entstehung
2.2.2 Gesundheitliche Aspekte
2.2.3 Übergewicht und Adipositas als Kostenfaktor
2.2.4 Auswirkungen von Verpackungen auf Übergewicht
3 Beeinflussung des Konsumentenverhaltens durch Verpackungsbeschriftungen
3.1 Aktueller Forschungsstand
3.1.1 Verwandte Studien
3.1.2 Intention und Ableitung der Hypothesen
3.2 Methode
3.2.1 Prozedur
3.2.2 Instrumente und Materialien
3.2.3 Design
3.2.4 Statistische Analyse und Umgang mit Missing Data
3.3 Ergebnisse
3.3.1 Deskriptive Statistik
3.3.2 Inferenzstatistische Analyse
3.4 Diskussion
4 Fazit
4.1 Beantwortung der Forschungsfrage
4.2 Implikationen
4.3 Ausblick
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Verpackungsmarketing, insbesondere von Schriftzügen wie "light" oder "weniger Fett", auf das Konsumentenverhalten und die damit verbundene Einschätzung des Kaloriengehalts von Lebensmitteln, um den Zusammenhang mit der Übergewichtsproblematik in Deutschland zu beleuchten.
2.1.2 Bedeutung der Verpackung für das Konsumentenverhalten
Bei der Klärung der Begrifflichkeiten zeigte sich, dass die Verpackung viel mehr als eine bloße Umhüllung der Ware ist. Sie übernimmt auch eine wichtige Rolle bei der Kaufentscheidung der Konsumenten. Vor dem Hintergrund, dass digitale Medien die Rollenverteilung von Marketingmaßnahmen zunehmend ändern (vgl. Winer, 2009, S. 3 ff.), benötigt auch die Rolle der Verpackung eine aktuelle Einordnung und Bewertung. Sie gilt als so entscheidend für das Marketing, dass sowohl in älterer als auch in aktueller Literatur die Verpackung häufig als das „5. P“ des Marketing-Mix bezeichnet wird (vgl. Sonsino, 1990, S. 22; Kothe, 1998, S. 44; Kotler et al., 2007, S. 537). Eine von Popai im Jahr 2012 durchgeführte Studie zeigte, dass 76 % der Konsumenten ihre Entscheidungen beim Lebensmittelkauf am POS treffen und verdeutlicht so das Potenzial einer wirkungsvoll designten Verpackung (vgl. Popai, 2012, S. 5).
Verpackungen, die am POS die Aufmerksamkeit des Konsumenten erzeugen (je öfter, desto wirkungsvoller) erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass er sich dafür entscheidet diese Ware zu kaufen (vgl. Chandon et al., 2009, S. 8 f., S. 13 ff.). Somit wird die Verpackung zu einem stummen Verkäufer (vgl. Linxweiler/Böcher, 1998, S. 183) im Geschäftsregal und rechtfertigt ihre Stellung im Marketing-Mix (vgl. Sonsino, 1990, S. 15). Sie fungiert als Werkzeug, um die Aufmerksamkeit des Konsumenten zu erregen und um einen positiven Kundennutzen darzustellen, der von der Konkurrenz abhebt (vgl. Young, 2004, S. 68; Chandon, 2013, S. 8). Ihre Botschaft ist „Kauf mich!“ (Kothe, 1998, S. 51) und um dieses Ziel zu erreichen müssen vor allem die beiden zuvor beschriebenen Verpackungsfunktionen Selbstpräsentation und Konsuminformation erfüllt werden (vgl. Hansen et al., 2001, S. 187).
1 Einleitung: Stellt das Problem des zunehmenden Übergewichts in Deutschland dar und führt in die Rolle des Lebensmittelmarketings und die Forschungsfrage ein.
2 Grundlagen: Definiert zentrale Begriffe der Verpackungsgestaltung und beleuchtet die medizinischen sowie volkswirtschaftlichen Auswirkungen von Adipositas.
3 Beeinflussung des Konsumentenverhaltens durch Verpackungsbeschriftungen: Analysiert den Forschungsstand, leitet Hypothesen ab und beschreibt die methodische Vorgehensweise sowie die Ergebnisse der empirischen Online-Studie.
4 Fazit: Beantwortet die Forschungsfrage, diskutiert Implikationen für Politik und Hersteller und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Verpackungsmarketing, Verpackungsbeschriftung, Konsumentenverhalten, Übergewicht, Adipositas, Kalorienschätzung, health halo, Lebensmittelmarketing, Kaufentscheidung, Kalorienbewusstsein, Gesundheitsbewusstsein, Verpackungsdesign, Ernährungsverhalten, Nährwertangaben, Marketing-Mix.
Die Arbeit analysiert, wie Verpackungen und spezifische Beschriftungen von Lebensmitteln das Verhalten und die Kalorieneinschätzung der Konsumenten beeinflussen und ob dies zur Übergewichtsproblematik beiträgt.
Die zentralen Themen umfassen Verpackungsmarketing, die gesundheitlichen und ökonomischen Aspekte von Übergewicht sowie die psychologische Wahrnehmung von Gesundheitsbotschaften auf Lebensmittelverpackungen.
Das Ziel ist es, festzustellen, wie genau deutsche Konsumenten den Kaloriengehalt von Lebensmitteln mit oder ohne spezielle Verpackungsbeschriftungen einschätzen und inwieweit diese Wahrnehmung das Ernährungsverhalten beeinflussen kann.
Die Arbeit nutzt ein experimentelles Online-Fragebogen-Design mit 105 Probanden, deren Daten mittels statistischer Verfahren wie t-Tests und Korrelationsanalysen ausgewertet wurden.
Der Hauptteil beleuchtet zunächst theoretische Grundlagen zu Verpackungen und Übergewicht, diskutiert den aktuellen Forschungsstand zu "health halos" und präsentiert die eigene empirische Untersuchung sowie deren statistische Ergebnisse.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Verpackungsmarketing, Übergewicht, Kalorienbewusstsein, Konsumentenverhalten und health halo definiert.
Die Studie zeigt, dass der Kaloriengehalt sowohl bei normalen als auch bei "light"-Produkten unterschätzt wird, wobei die Hypothese, dass "light"-Produkte generell stärker unterschätzt werden, für die untersuchte Stichprobe nicht bestätigt werden konnte.
Es zeigt sich, dass Konsumenten mit einem ausgeprägten Gesundheits- und Kalorienbewusstsein Verpackungen deutlich mehr Beachtung schenken als weniger bewusste Konsumenten.
Die Studie integrierte die Beachtung von Verpackungen im Einkaufsprozess und stellte fest, dass eine höhere Beachtung zwar zu einer Tendenz bei genaueren Schätzungen führt, diese aber statistisch nicht signifikant war.
Der Autor schlägt unter anderem eine verständlichere Kennzeichnung (z. B. eine Nährwert-Ampel), realistischere Portionsgrößen und eine stärkere Bewusstseinsbildung für eine gesunde Ernährung vor.
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