Bachelorarbeit, 2012
37 Seiten, Note: 1
1 Persönlicher Zugang
2 Annäherung an den Begriff Sexualstraftäter
3 Psychologische Dimensionen von Verbrechen
3.1 Handeln
3.2 Fühlen
3.3 Denken
3.4 EXKURS: Pädosexualität und die Freiheit zur Wahl
4 Stigmatisierung
4.1 Experten bewerten Sexualstraftäter
4.2 Der Begriff der Stigmatisierung
4.3 Die Strafe – ein Helfer der Stigmatisierung?
4.3.1 Rache
4.3.2 Vergeltung
4.3.3 Abschreckung
4.4 Schutz der Gesellschaft
5 Resümee
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der gesellschaftlichen und psychologischen Wahrnehmung von Sexualstraftätern auseinander. Das primäre Ziel besteht darin, eine Perspektive aufzuzeigen, die über die bloße Stigmatisierung als "Monster" hinausgeht und den Täter als Menschen mit Entscheidungsfähigkeit betrachtet, ohne dabei die begangenen Taten zu entschuldigen.
3.2 Fühlen
„Gewalttaten (bedeuten) den Versuch (…), ein Gefühl der Erniedrigung und der Schande abzuwehren und zu tilgen – ein Gefühl, das überwältigend schmerzhaft und unerträglich werden kann – und es durch sein Gegenteil zu ersetzen, durch ein Gefühl des Stolzes.“ (Gilligan 2001, zit.n. Pickett & Wilkinson 2010, S. 157)
Eine allgemeine Annahme ist, dass hinter verbrecherischem Verhalten oder dem Bösen vor allem negativ konnotierte Gefühle wie Wut und Zorn stecken. Thomas Fuchs (2012) erörtert in seinem Arikel Quer durch jedes Herz – Das Böse aus psychiatrischer Sicht die menschliche Destruktivität und ihre Verankerungen. In seinen Ausführungen erklärt er, dass eine „biologisch determinierter Zerstörungstrieb (…)nicht zu belegen [ist].“ (S.5) Eine aggressive Reaktion auf das Gefühl der Wut und des Zorns ist nur eine der vielen Möglichkeiten, die den Menschen zur weiteren Handlung animieren kann.
Ein weiteres Gefühl, das ein tragende Rolle in der Erklärung destruktiven Handelns mit dem Fokus auf Sexualstraftaten einnimmt, ist das Gefühl anerkannt und wertgeschätzt zu werden. Der Zeitpunkt vor einer Vergewaltigung ist nicht selten geprägt von einer Demütigung, die der Täter aufgrund fehlender Wertschätzung von Seiten der Frau erfährt. Diese mangelnde Anerkennung seiner selbst, als Person und als Mann, kann einen so stark drängenden Affekt auslösen, dass sich der Täter zur Vergewaltigung entschließt. Mit dieser Feststellung nehme ich in keinster Weise eine Schuldzuweisung gegenüber dem Opfer vor, sondern lege ausschließlich den emotionalen Status eines Sexualstraftäters zum Zeitpunkt der Tat dar. Die Strategien sich gegen solche massiven Affekte, dazu gehören auch Scham und Wertlosigkeit, zu schützen fehlen bei diesen Tätern. Es wird vermutet, dass schon im Kleinkindalter keine ausreichende emotionale Stabilität und Stärke entwickelt werden konnte. (vgl. Fuchs 2012, S. 4-10)
1 Persönlicher Zugang: Die Autorin legt ihre persönliche Motivation dar, das oft emotional und einseitig diskutierte Thema der Sexualstraftäter aus einer psychologischen Perspektive zu beleuchten.
2 Annäherung an den Begriff Sexualstraftäter: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Sexualstraftäters unter juristischen und historischen Gesichtspunkten und hinterfragt kritisch die mediale und alltagssprachliche Verwendung des Begriffs "Triebtäter".
3 Psychologische Dimensionen von Verbrechen: Es werden die psychologischen Faktoren (Handeln, Fühlen, Denken) beleuchtet, die zu kriminellem Verhalten führen, wobei der Fokus insbesondere auf der menschlichen Entscheidungsfähigkeit liegt.
4 Stigmatisierung: Dieser Abschnitt analysiert, wie Sexualstraftäter durch gesellschaftliche Bewertungsprozesse stigmatisiert werden und untersucht, inwiefern staatliche Strafen (Rache, Vergeltung, Abschreckung) diesen Prozess beeinflussen.
5 Resümee: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass Sexualstraftäter trotz ihres Deliktpotentials als Individuen mit Entscheidungsfreiheit zu betrachten sind und plädiert für eine Perspektive, die frei von pauschaler Stigmatisierung ist.
Sexualstraftäter, Stigmatisierung, Entscheidungsfähigkeit, Kriminalpsychologie, sexuelle Gewalt, Pädosexualität, Strafrecht, Vergeltung, Resozialisierung, Triebtäter, forensische Psychiatrie, menschliches Verhalten, Schuldfrage, Prävention, Gesellschaftsschutz.
Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen und gesellschaftlichen Betrachtung von Sexualstraftätern, wobei das Ziel verfolgt wird, diese Menschen hinter ihren Taten differenzierter zu sehen.
Die zentralen Themenfelder sind die psychologischen Dimensionen von Verbrechen, die Rolle der individuellen Entscheidungsfreiheit sowie die Mechanismen der gesellschaftlichen Stigmatisierung.
Das Ziel ist es, eine Perspektive auf den Sexualstraftäter zu entwickeln, die den Menschen hinter der Straftat in den Blick nimmt und eine Auseinandersetzung ohne rein stigmatisierende Brandmarkung ermöglicht.
Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Analyse psychologischer Konzepte, forensischer Literatur und rechtlicher Rahmenbedingungen, um das Verhalten und die Bewertung von Sexualstraftätern zu erklären.
Im Hauptteil werden psychologische Dimensionen wie Handeln, Fühlen und Denken analysiert, die Begriffe Stigmatisierung und Strafe hinterfragt sowie die Bedeutung des Schutzes der Gesellschaft diskutiert.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Stigmatisierung, Entscheidungsfähigkeit, Sexualstraftäter, Kriminalpsychologie und Resozialisierung charakterisiert.
Der Begriff wird kritisiert, weil er den Täter auf ein "triebgesteuertes Tier" reduziert und damit dessen menschliche Entscheidungsfähigkeit sowie die Verantwortung für das eigene Handeln verschleiert.
Die Freiheit der Wahl ist zentral, da die Autorin argumentiert, dass auch Sexualstraftäter trotz emotionaler Affekte oder innerer Dränge die Fähigkeit besitzen, sich bewusst für oder gegen eine Handlung zu entscheiden.
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