Masterarbeit, 2012
119 Seiten
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
1 EINLEITUNG
1.1 ERKENNTNISLEITENDES INTERESSE
1.2 AUFBAU DER ARBEIT
2 TESTIMONIALWERBUNG
2.1 BEGRIFFSBESTIMMUNG UND -ABGRENZUNG
2.2 DERTERMINANTEN DES WERBEERFOLGES MIT TESTIMONIALS
2.2.1 Glaubwürdigkeit (Source Credibility Model)
2.2.2 Attraktivität (Source Attractiveness Model)
2.2.3 Symbolische Bedeutung (Meaning-Transfer-Model)
2.2.4 Kongruenz (Match-Up-Hypothese)
2.3 PROBLEME UND RISIKEN
3 SKANDALE UND IHRE MEDIALE VERBREITUNG
3.1 SKANDALE UND DIE ROLLE DER MEDIEN
3.2 DER PROZESS DER SKANDALISIERUNG
3.3 SKANDALE IM SPORT UND SKANDALISIERTE SPORTLER
3.3.1 Zum Skandalisierungspotenzial von Sportlern
3.3.2 Der Sportskandal und die Bedeutung der Sportart
3.4 ÜBERTREIBUNGEN UND DER UMGANG MIT UNGESICHERTEN INFORMATIONEN
3.4.1 Umgang mit Ungewissheit
3.4.2 Absichtliche Übertreibungen
4 THEORETISCHE GRUNDLAGEN
4.1 BESONDERHEITEN BEI DER VERARBEITUNG NEGATIVER INFORMATIONEN
4.1.1 Diagnostiziät
4.1.2 Häufigkeit und Erwartungshaltung
4.2 TRANSFERTHEORETISCHE ANSÄTZE
4.2.1 Assoziative Netzwerke und Aktivierungsausbreitung
4.2.2 Konsistenztheoretische Ansätze und das Heider‘sche Balance-Modell
4.3 KOMMUNIKATORBASIERTE EFFEKTE
4.3.1 Framing
4.3.1.1 Medien-Frames
4.3.1.2 Framing-Effekte
4.3.2 Glaubwürdigkeit der Quelle
4.3.2.1 Bezugsobjekte von Glaubwürdigkeitsattributionen
4.3.2.2 Nutzergenerierte und redaktionelle Inhalte
5 EMPIRISCHER FORSCHUNGSSTAND
5.1 TESTIMONIAL- UND PRODUKTMERKMALE
5.2 VERBINDUNG ZWISCHEN TESTIMONIAL UND PRODUKT
5.3 ART DER NEGATIVEN INFORMATIONEN
5.4 VERMITTLUNG DER NEGATIVEN INFORMATIONEN
5.4.1 Inhaltliche Gestaltung der Nachricht
5.4.2 Art der Nachrichtenquelle
5.5 ZUSAMMENFASSUNG DES EMPIRISCHEN FORSCHUNGSSTANDES
6 HYPOTHESEN
7 METHODIK
7.1 DESIGN
7.2 MATERIAL
7.2.1 Zur Wahl des Testimonials
7.2.2 Zur Wahl des Produkts
7.2.3 Verbindung zwischen Produkt und Testimonial
7.2.4 Negative Informationen über das Testimonial
7.3 ABLAUF
7.4 ERHEBUNGSINSTRUMENTE
7.5 STICHPROBE UND DATENERHEBUNG
8 ERGEBNISSE
8.1 BESCHREIBUNG DER STICHPROBE
8.2 VORBEREITENDE ANALYSEN
8.2.1 Verteilung der Versuchspersonen
8.2.2 Korrelationen
8.3 PRÜFUNG DER HYPOTHESEN
8.3.1 Bewertung des Testimonials
8.3.2 Bewertung des Produkts
8.4 WEITERFÜHRENDE ANALYSEN
9 DISKUSSION
9.1 ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE
9.2 EINORDNUNG UND INTERPRETATION
9.3 METHODISCHE EINSCHRÄNKUNGEN
9.4 IMPLIKATIONEN
10 FAZIT
Die Masterthesis untersucht den Einfluss negativer Informationen über prominente Sport-Testimonials auf die Wahrnehmung und Bewertung der Testimonials sowie des beworbenen Produkts. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, ob und wie verschiedene Vermittlungsszenarien (Nachrichtenquelle und Grad der Sicherheit der Information) diesen Transferprozess moderieren.
3.1 Skandale und die Rolle der Medien
Nach Thompson (2000, S. 13) bezieht sich ein Skandal auf Handlungen oder Ereignisse „involving certain kinds of transgressions which become known to others and are sufficiently serious to elicit a public response”. Verstöße gegen geltende Normen bzw. „gegen den Leitcode des sozialen Referenzsystems“ (Burkhard, 2011, S. 131) bilden die Voraussetzung für die Entstehung von öffentlicher Empörung, dem „Kerngeschehen eines jeden Skandals“ (Bergmann & Pörksen, 2009, S. 8). Doch nicht alle Normverstöße müssen zwingend in einem Skandal enden. Andererseits müssen auch nicht alle Skandale, über die in den Medien berichtet wird, auf realen Tatsachen beruhen. Um einen Skandal auszulösen reicht es aus, wenn eine erfolgreiche Inszenierung eines Missstandes auf ein interessiertes Publikum trifft (Thompson, 2000).
Der sich daraus ergebende Spielraum bedarf weiterer Erklärung: Bulkow und Petersen (2011) charakterisieren einen Skandal als zweidimensionales Konstrukt, an dem mindestens drei Akteure beteiligt sind: Der (a) Skandalierte verstößt gegen eine geltende Norm, wird vom (b) Skandalierer öffentlich des Normverstoßes beschuldigt, worauf (c) Dritte auf bestimmte Weise reagieren. Die beiden Dimensionen setzen sich aus dem eigentlichen Sachverhalt und dem Prozess der Skandalisierung zusammen, den Bulkow und Petersen (2011, S. 12) als „komplexes Kommunikationsverfahren“ bezeichnen. Der Sachverhalt eines Skandals bezieht sich auf die inhaltliche Ebene der Normverstöße. Diese sind (1) immer auf menschliches Handeln zurückzuführen, (2) können in ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Teilsystemen mit jeweils eigenen Wertvorstellungen auftreten (Politik, Religion, Sport, etc.) und (3) sind von übergeordneten Kulturkreisen sowie Modernisierungsprozessen abhängig (ebd.). Werden jene Normverstöße nicht medial dargestellt, bleiben sie (wenn überhaupt) einer kleinen Teilöffentlichkeit vorbehalten und entfalten keine gesellschaftlich relevante Wirkung. Werden sie hingegen medial dargestellt, treffen sie auf ein öffentliches Publikum, dessen Reaktion sowie Grad an Empörung über den Erfolg der Skandalisierung entscheidet: „Ruft die Anprangerung der beklagten Zustände keine Resonanz hervor oder verläuft sich nach einiger Zeit im Sande, ist die Skandalisierung erfolglos“ (Kepplinger, 2009, S. 179). Somit entsteht ein Skandal erst aus dem Zusammenspiel von Normbruch, Aufdeckung und Kommunikation durch den Skandalierer sowie der Empörung einer Öffentlichkeit.
1 EINLEITUNG: Definiert das Erkenntnisinteresse sowie den Aufbau der Arbeit hinsichtlich der Untersuchung negativer Informationen in der Testimonialwerbung.
2 TESTIMONIALWERBUNG: Charaktersiert den Gegenstand der Testimonialwerbung, beleuchtet Erfolgsdeterminanten und diskutiert damit verbundene Risiken.
3 SKANDALE UND IHRE MEDIALE VERBREITUNG: Analysiert den Skandalisierungsprozess, die Rolle der Medien als Skandalproduzenten und die Besonderheiten von Sportskandalen.
4 THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Legt das theoretische Fundament durch die Erörterung des "Negativity Bias", transfertheoretischer Ansätze und kommunikatorbasierter Effekte wie Framing.
5 EMPIRISCHER FORSCHUNGSSTAND: Arbeitet den aktuellen Stand der Forschung zur Wirkung negativer Informationen im Testimonialkontext auf und identifiziert Forschungslücken.
6 HYPOTHESEN: Leitet aus den theoretischen und empirischen Erkenntnissen die zu prüfenden Hypothesen ab.
7 METHODIK: Beschreibt das gewählte experimentelle Web-Design, das Stimulusmaterial, die Erhebungsinstrumente und die Stichprobenstruktur.
8 ERGEBNISSE: Präsentiert die empirische Datenauswertung, inklusive Vorbereitungsanalysen und der Hypothesenprüfung mittels Varianzanalysen.
9 DISKUSSION: Fasst die Studienergebnisse zusammen, ordnet diese theoretisch ein und reflektiert methodische Einschränkungen.
10 FAZIT: Zieht ein abschließendes Resümee über die Bedeutung der Untersuchung und gibt Ausblicke auf weiteren Forschungsbedarf.
Testimonialwerbung, Sportskandal, Negative Informationen, Imagetransfer, Framing, Glaubwürdigkeit, Medienberichterstattung, Skandalisierung, Online-Experiment, Markenwahrnehmung, Source Credibility, Konsistenztheorie, Sportler, Marketing, Kommunikation
Die Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen negativer Nachrichten über prominente Sportler (Testimonials) auf die Wahrnehmung des Sportlers selbst sowie des von ihm beworbenen Produkts.
Die Arbeit verbindet Marketing-Grundlagen (Testimonialwerbung) mit medienwissenschaftlichen Aspekten der Skandalberichterstattung und psychologischen Theorien zur Informationsverarbeitung und Einstellungsänderung.
Das Ziel ist zu klären, welchen Einfluss negative Informationen über ein Sport-Testimonial auf die Wahrnehmung des Testimonials und des beworbenen Produkts haben, insbesondere unter Berücksichtigung der Nachrichtenquelle und der Sicherheit der kommunizierten Information.
Es wurde ein experimentelles Web-Experiment (Between-Subjects-Design) durchgeführt, bei dem 188 Probanden in verschiedenen Treatmentgruppen mit unterschiedlich aufbereiteten negativen Informationen konfrontiert wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende Literaturrecherche (Theorie und Empirie) sowie eine eigene empirische Studie, in der Hypothesen zur Wirkung von Informationsquelle und -sicherheit auf die Marken- und Testimonialbewertung getestet werden.
Zentrale Begriffe sind Testimonialwerbung, Sportskandal, Imagetransfer, Framing und Medien-Glaubwürdigkeit.
Die Arbeit untersucht, ob negative Informationen, die als "bestätigt" (z.B. durch ein Gerichtsurteil) kommuniziert werden, eine stärkere Wirkung auf die Einstellungen der Konsumenten haben als Informationen, die lediglich als "Vermutungen" oder "Anklagen" präsentiert werden.
Die Untersuchung zeigt, dass die Quelle eine entscheidende Rolle spielt; insbesondere bei der Bewertung des Produkts konnten signifikante Unterschiede festgestellt werden, wenn die Informationen über eine redaktionelle (seriöse) Quelle verbreitet wurden.
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