Bachelorarbeit, 2015
47 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Der Gewaltbegriff
2.1 Begriffsbestimmung „Häusliche Gewalt“
2.2 Formen häuslicher Gewalt
2.3 Merkmale häuslicher Gewalt
2.4 Gewaltmuster
3 Prävalenz und Entwicklung der häuslichen Gewalt seit dem Jahre 2002
3.1 Ausmaß und Entwicklung der häuslichen Gewalt anhand der PKS
3.2 Gewalt gegen Frauen im Kontext häuslicher Gewalt
3.2.1 Gewalt gegen Migrantinnen
3.2.2 Gewalt gegen Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen
3.3 Gewalt gegen Männer im Kontext häuslicher Gewalt
3.4 Gewalt gegen Kinder und Jugendliche im Kontext häuslicher Gewalt
4 Ursachen und Risikofaktoren zur Entstehung häuslicher Gewalt
4.1 Soziostrukturelle Faktoren
4.2 Individuelle und beziehungsdynamische Faktoren
5 Fazit
Die vorliegende Bachelor-Thesis untersucht das komplexe Phänomen der „Häuslichen Gewalt“ in heterosexuellen Partnerschaften mit einem Fokus auf dessen Ausmaß, Erscheinungsformen und die zugrunde liegenden Risikofaktoren. Ziel der Arbeit ist es, durch die Auswertung polizeilicher Kriminalstatistiken und wissenschaftlicher Dunkelfeldstudien ein differenziertes Verständnis für die Verbreitung und die Dynamiken dieser Gewaltformen zu schaffen sowie die Bedeutung verschiedener Risikofaktoren für die Entstehung von Gewalt im häuslichen Nahraum kritisch zu beleuchten.
2.4 Gewaltmuster
Bei den Merkmalen zur häuslichen Gewalt wurde bereits deutlich, dass in den meisten Fällen ein Machtgefälle zwischen der gewaltausübenden Person und dem Opfer besteht. Allerdings bedeutet dies auch, dass sich die häusliche Gewalt auch anders äußern kann. Hierbei wird in der Literatur zwischen „spontanem oder situativ übergriffigem Konfliktverhalten“ und „systematischem Gewalt und Kontrollverhalten“ unterschieden. Die Begriffe leiten sich dabei von den englischen Mustern „intimate terrorism“ und situational couple violence“ ab (Gloor & Meier, 2012, S.7).
„Johnson beschreibt das analytische Konzept «systematisches Gewalt- und Kontrollverhalten» als ein übergreifendes Muster von unterschiedlichsten kontrollierenden Verhaltensweisen, die sich darauf ausrichten, die Beziehung und das Gegenüber zu bestimmen, in der Selbstbestimmung einzuschränken und eigene (Dominanz-) Ansprüche durchzusetzen“ (Gloor & Meier, 2012, S.9).
Bei diesem Gewaltmuster ist es also das Ziel der gewaltausübenden Person, die absolute Kontrolle über sein Opfer zu haben. Die einzelnen Formen der Gewalt werden hierbei systematisch angewandt, um das Opfer in seinem freien Willen einzuschränken und vollkommen gehorsam zu machen. Als Folge daraus ergibt sich ein asymmetrisches, missbräuchliches Beziehungsverhältnis (EDI, 2014a, S.5).
Das Gewaltmuster des situativ übergriffigen Konfliktverhaltens kennzeichnet sich hingegen dadurch, dass die Personen hierbei durch physische oder psychische Gewalt auf ein konkretes, konfliktives Ereignis reagieren. Ausmaß und Häufigkeit der Übergriffe können dabei zwischen geringer bis schwerer körperlicher Gewalt und zwischen seltenem bis häufigem Auftreten variieren.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Phänomen der häuslichen Gewalt ein, skizziert die Relevanz für die polizeiliche Arbeit und erläutert den methodischen Aufbau der Literaturstudie.
2 Der Gewaltbegriff: Dieses Kapitel definiert Gewalt als komplexes Phänomen, beleuchtet Schwierigkeiten der Begriffsfindung und spezifiziert Formen, Merkmale sowie unterschiedliche Gewaltmuster.
3 Prävalenz und Entwicklung der häuslichen Gewalt seit dem Jahre 2002: Dieser Abschnitt analysiert das Ausmaß häuslicher Gewalt anhand polizeilicher Statistiken und wissenschaftlicher Dunkelfeldstudien, wobei verschiedene Opfergruppen und deren spezifische Gefährdungslagen beleuchtet werden.
4 Ursachen und Risikofaktoren zur Entstehung häuslicher Gewalt: Hier werden soziostrukturelle, individuelle und beziehungsdynamische Faktoren untersucht, die zur Entstehung und Eskalation von häuslicher Gewalt beitragen können.
5 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, bewertet die empirische Evidenz und weist auf zukünftige Forschungsbedarfe hin.
Häusliche Gewalt, Partnergewalt, Gewaltbegriff, Polizeiliche Kriminalstatistik, PKS, Dunkelfeld, Risikofaktoren, Gewaltprävention, Körperliche Gewalt, Psychische Gewalt, Soziale Isolation, Trennungsgewalt, Gewaltopfer, Täterschaft, Literaturstudie.
Die Arbeit befasst sich mit dem Ausmaß und den Risikofaktoren häuslicher Gewalt in heterosexuellen Partnerschaften und analysiert, wie dieses Phänomen in Deutschland polizeilich und wissenschaftlich erfasst wird.
Die zentralen Felder sind die Definition von Gewalt, die Analyse offizieller Hellfelddaten (PKS), der Vergleich mit Dunkelfeldstudien sowie die Identifizierung von Risikofaktoren, die zu Gewaltbeziehungen führen oder diese verstärken.
Ziel ist es, ein differenziertes Bild der Verbreitung häuslicher Gewalt zu zeichnen und die komplexen Hintergründe sowie die Rolle soziostruktureller und individueller Einflüsse auf die Gewaltentstehung zu ergründen.
Die Arbeit ist als Literaturstudie konzipiert, welche bestehende Forschungsergebnisse, offizielle Kriminalstatistiken und verschiedene Dunkelfeldstudien systematisch auswertet und gegenüberstellt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsbestimmung, die Darstellung der Prävalenz (unterteilt nach Zielgruppen wie Frauen, Männern und Kindern) sowie die Analyse der soziostrukturellen und individuellen Ursachen von Gewalt.
Wesentliche Begriffe sind unter anderem häusliche Gewalt, Gewaltmuster, Risikofaktoren, Hell- und Dunkelfeld, sowie die geschlechtsspezifische Differenzierung in der Gewaltbetroffenheit.
Das Dunkelfeld ist zentral, da polizeiliche Statistiken (Hellfeld) das tatsächliche Ausmaß der Gewalt unterschätzen, weil viele Taten aufgrund von Scham, Angst oder Abhängigkeit nicht zur Anzeige gebracht werden.
Die Trennungsphase wird als besonders kritische Lebensphase identifiziert, in der das Verlustrisiko der Kontrolle durch den Täter häufig zu einer Eskalation der Gewalt bis hin zu Tötungsdelikten führt.
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