Masterarbeit, 2015
129 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Merkmale einer Zwangsstörung
2.1 Begrifflichkeit
2.2 Epidemiologische Aspekte
3 Symptomatik der Zwangsstörung
3.1 Zwangshandlungen
3.2 Zwangsgedanken
3.3 Zusammenhänge zwischen Zwangshandlungen und Zwangsgedanken
4 Ätiopathogenetische Modelle der Zwangsstörung
4.1 Auswirkungen kritischer Lebensereignisse und veränderter Lebensumstände
4.2 Genetische Einflussfaktoren
4.3 Einflüsse des Erziehungsstils
4.4 Einflüsse aus der Biochemie und Neurobiologie
4.5 Einflüsse aus der Persönlichkeit
4.6 Lerntheoretische und kognitive Störungsmodelle
4.6.1 Zwei-Faktoren-Modell nach Mowrer
4.6.2 Kritik und Ergänzungen des Zwei-Faktoren-Modells
4.6.3 Kognitives Störungsmodell
4.7 Psychoanalytisches Entstehungsmodell der Zwangsstörung
5 Subjektive Krankheitstheorien
6 Empirische Untersuchung
6.1 Qualitatives Forschungsdesign
6.2 Datenerhebung: Zur Methode des leitfadengestützten ExpertInnen-interviews
6.3 Datenaufbereitung
6.4 Datenauswertung
6.4.1 Anwendung der Qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring
6.4.2 Ausprägungen der erstellten Kategorien
6.5 Ergebnisse der Auswertung
6.5.1 Hinweise zu den befragten Expertinnen
6.5.2 Interview 1 (Frau Meier)
6.5.3 Interpretation des Interviews- Fallportrait Frau Meier
6.5.4 Interview 2 (Luisa)
6.5.5 Interpretation des Interviews- Fallportrait Luisa
6.5.6 Interview 3 (Frau Schmitt)
6.5.7 Interpretation des Interviews Fallportrait Frau Schmitt
6.5.8 Interview 4 (Frau Arnold)
6.5.9 Interpretation des Interviews- Fallportrait Frau Arnold
6.6 Bezugnahme zu den ätiopathogenetischen Modellen
6.7 Ausblick
7 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht Parallelen und Unterschiede zwischen wissenschaftlich fundierten ätiopathogenetischen Modellen und den subjektiven Krankheitstheorien von Betroffenen, um Erkenntnisse für die therapeutische Praxis und Psychoedukation zu gewinnen.
3.1 Zwangshandlungen
Unter der Begrifflichkeit der Zwangshandlung lassen sich ritualisierte sowie stereotyp ausgeübte Handlungsabläufe zusammenfassen. Betroffene fühlen sich wiederholt gezwungen bestimmte Handlungen auszuführen, welche ihnen jedoch sinnlos und absurd erscheinen. Die Nichtausführung ist für Patienten und Patientinnen in der Regel nicht oder nur schwer möglich. Wird die Ausübung einer Zwangshandlung unterbunden, führt dies zu einem enormen Anstieg von Anspannung und Angst.
Es werden grundlegende Arten von Zwangshandlungen unterschieden, wobei Wasch- und Kontrollzwänge zu den häufigsten Vertretern gehören. Der Ursprung von Waschzwängen lässt sich generell auf die Befürchtung vor Verschmutzung oder Infektionen zurückführen. Die daraus resultierenden Zwangshandlungen beschränken sich oftmals auf den eigenen Körper der betroffenen Personen. Diese Gegebenheit veranlasst eine Ausführung von exzessiven Reinigungshandlungen, welche sich beispielsweise in Form eines kontinuierlichen Händewaschprozesses äußern. In einigen Fällen führen Verschmutzungsbefürchtungen hingegen dazu, dass Bereiche aus der Wohnung oder Kleidung ebenfalls in das bestehende Zwangssystem eingebaut werden. Derartige Reinigungshandlungen nehmen oftmals einen ritualhaften Charakter an. Somit verspüren Betroffene zum Beispiel den Drang, ihre Hände ohne Rücksicht auf die äußeren Umstände in einer bestimmten Reihenfolge und unter Einhaltung eines persönlich ausgestalteten Rituals mehrfach säubern zu müssen. Zusätzlich entwickeln sie ein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten.
1 Einleitung: Hinführung zur Thematik der Zwangsstörungen, Darlegung der Forschungsfrage und des qualitativen methodischen Vorgehens.
2 Merkmale einer Zwangsstörung: Definition, diagnostische Einordnung sowie epidemiologische Grundlagen der Erkrankung.
3 Symptomatik der Zwangsstörung: Differenzierung zwischen Zwangshandlungen und Zwangsgedanken sowie Darstellung der Zusammenhänge beider Ausprägungen.
4 Ätiopathogenetische Modelle der Zwangsstörung: Überblick über wissenschaftliche Erklärungsmodelle, von biologischen Faktoren über lern- und kognitionstheoretische Ansätze bis hin zur Psychoanalyse.
5 Subjektive Krankheitstheorien: Erläuterung der Bedeutung individueller Krankheitseinschätzungen und deren Einfluss auf die Krankheitsbewältigung.
6 Empirische Untersuchung: Darstellung des qualitativen Forschungsdesigns, der Datenerhebung und -auswertung mittels leitfadengestützter Interviews sowie der Ergebnisse.
7 Zusammenfassung: Synthese der Forschungsergebnisse und Abgleich der subjektiven Theorien mit den wissenschaftlichen Modellen.
Zwangsstörung, ätiopathogenetische Modelle, subjektive Krankheitstheorien, Zwangshandlungen, Zwangsgedanken, qualitative Inhaltsanalyse, ExpertInneninterviews, Krankheitsbewältigung, Psychoedukation, Biopsychosoziales Modell, Verhaltenstherapie, Kognitive Modelle, Psychoanalyse.
Die Arbeit analysiert die Zusammenhänge zwischen professionellen wissenschaftlichen Krankheitsmodellen und den subjektiven Sichtweisen von Patienten bezüglich der Entstehung ihrer Zwangsstörung.
Zentrale Themen sind die klinische Symptomatik von Zwangsstörungen, verschiedene ätiologische Modelle sowie die Laienätiologie, also die subjektiven Ursachenzuschreibungen der Betroffenen.
Ziel ist es, Parallelen und Differenzen zwischen medizinisch-wissenschaftlichen Erklärungen und den persönlichen Theorien der Erkrankten zu identifizieren, um daraus Ansatzpunkte für die therapeutische Arbeit zu gewinnen.
Die Autorin wählt einen qualitativen Forschungsansatz. Es wurden vier leitfadengestützte ExpertInneninterviews mit Betroffenen geführt und mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der ätiopathogenetischen Modelle sowie einen empirischen Teil, in dem Fallportraits erstellt und diese mit den wissenschaftlichen Theorien in Bezug gesetzt werden.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Zwangsstörung, subjektive Krankheitstheorie, ätiopathogenetische Modelle, qualitative Inhaltsanalyse und Psychoedukation.
Die empirischen Ergebnisse zeigen, dass die befragten Personen eine starke Verbindung zwischen ihrer Erkrankung und der Rolle der Familie herstellen, insbesondere in Bezug auf Erziehungsstile, Verantwortungsübernahme und familiäre Vorbelastungen.
Ein zentrales Ergebnis ist, dass Patienten oft über nur oberflächliches Wissen zu biologischen Ursachen verfügen. Die Autorin plädiert daher für eine stärkere Psychoedukation, um den Betroffenen und ihren Angehörigen ein besseres Krankheitsverständnis zu vermitteln.
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