Bachelorarbeit, 2015
105 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Aufbau der Arbeit
2. Darstellung
2.1. Mindestlohnarten
2.2. Situation vor der Einführung des Mindestlohngesetzes
2.2.1. Existierende gesetzliche Regelungen
2.2.2. Branchenmindestlöhne
2.3. Politische Diskussion der Einführung
2.3.1. 16. Legislaturperiode
2.3.2. 17. Legislaturperiode
2.3.3. 18. Legislaturperiode
2.4. Das Mindestlohngesetz
2.4.1. Funktionen
2.4.2. Aufbau und Funktionsweise
2.4.3. Mindestlohnkommission
2.4.4. Regulatorik
2.4.5. Ausnahmen und Übergangsvorschriften
2.4.6. Unklarheiten
2.4.7. Praxisfälle der Umsetzung
2.5. Europäischer Vergleich
3. Arbeitsmarktökonomische Einordnung
3.1. Mikroökonomische Theorien
3.1.1. Wettbewerbsmarkt
3.1.2. Monopson
3.1.3. Anormales Arbeitsangebot
3.2. Makroökonomische Theorien
3.3. Mindestlohnstudien im Vergleich
3.3.1. Studien zu Branchenmindestlöhnen in Deutschland
3.3.2. Internationale Studien zur Wirkung von Mindestlöhnen
4. Bewertung
4.1. Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes
4.1.1. Prognostizierte Effekte aufgrund des MiLoG
4.1.2. Tatsächliche Entwicklung nach der Einführung
4.2. Bewertung aus Sicht der:
4.2.1. Arbeitgeberverbände
4.2.2. Arbeitnehmergewerkschaften
5. Zusammenfassung
Diese Bachelorarbeit untersucht die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland unter Berücksichtigung theoretischer ökonomischer Modelle sowie der empirischen Evidenz. Das Ziel ist es, die politische Entstehungsgeschichte, die regulatorischen Rahmenbedingungen des Mindestlohngesetzes (MiLoG) und die realen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt zu bewerten, wobei auch die Perspektiven von Arbeitgebern und Gewerkschaften einbezogen werden.
2.4.1. Funktionen
Dem Mindestlohngesetz können verschiedene Funktionen zugesprochen werden. Dazu zählt der Arbeitnehmerschutz, die Verhinderung eines Unterbietungswettbewerbs bei den Löhnen und der Schutz der sozialen Sicherungssysteme.
Der Arbeitnehmerschutz schließt an den § 138 BGB an, wobei die strukturelle Unterlegenheit des Arbeitnehmers zumindest teilweise ausgeglichen werden soll. Hierbei soll es um die Verhinderung von unangemessenen Arbeitsentgelten gehen und ein unterstes Maß an Austauschgerechtigkeit zwischen Leistung und Gegenleistung hergestellt werden. Dies kommt auch dadurch zum Ausdruck, dass der Gesetzgeber die Einführung nicht mit dem ersten Artikel des Grundgesetzes der Menschenwürde, sondern mit Artikel 2 sowie Artikel 20 begründet und sich auf die elementaren Gerechtigkeitsanforderungen beruft.
Die relative Lohngrenze des BGB wird somit um eine absolute Lohngrenze ergänzt. Bei der Lohngrenze orientiert sich der Gesetzgeber an der Pfändungsfreigrenze der Zivilprozessordnung für einen alleinstehenden Vollzeitbeschäftigten, da dieses als Minimum angesehen wird, damit ein Arbeitnehmer seine eigene Existenz mit dem Arbeitslohn bestreiten kann. Um die Pfändungsfreigrenze zu erreichen, wäre ein Bruttostundenlohn von 8,19 Euro (bei einer 38,5 Stundenwoche) notwendig, der Mindestlohn liegt somit leicht darüber.
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Kontroverse um den Mindestlohn in Deutschland und legt den Aufbau der Arbeit fest.
2. Darstellung: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Arten von Mindestlöhnen, die Situation vor der gesetzlichen Regelung und das Mindestlohngesetz detailliert.
3. Arbeitsmarktökonomische Einordnung: Hier werden mikro- und makroökonomische Theorien auf den Mindestlohn angewandt und vorhandene Studien verglichen.
4. Bewertung: Das Kapitel bewertet die tatsächliche Arbeitsmarktentwicklung nach Einführung des Mindestlohns und beleuchtet die Sichtweisen von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite.
5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einem Fazit zur Einführung des MiLoG und dessen Auswirkungen ab.
Mindestlohn, Mindestlohngesetz, MiLoG, Arbeitsmarkt, Lohnunterbietung, Tarifbindung, Arbeitsrecht, Beschäftigungseffekte, Mindestlohnkommission, Schwarzarbeit, Tarifautonomie, Arbeitnehmerschutz, Niedriglohnsektor, Sozialversicherung, Einkommensveränderung.
Die Arbeit analysiert die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland, seine theoretische Herleitung sowie die Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt.
Die Themenfelder umfassen die politische Entstehungsgeschichte, die rechtliche Ausgestaltung durch das MiLoG, ökonomische Theorien zum Arbeitsmarkt sowie die empirische Evaluierung der Mindestlohnfolgen.
Das Ziel ist die Darstellung, theoretische Einordnung und Bewertung der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro.
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse theoretischer Arbeitsmarktmodelle und eine Auswertung empirischer Studien zur Beschäftigungswirkung.
Der Hauptteil behandelt die politischen Diskussionen seit 2005, den Aufbau des MiLoG, mikro- und makroökonomische Theorien sowie die Bewertung aus Sicht von Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften.
Schlüsselwörter sind Mindestlohn, MiLoG, Tarifautonomie, Beschäftigungseffekte und Niedriglohnsektor.
Die Dokumentationspflichten werden von Arbeitgebern kritisiert, da sie hohen Verwaltungsaufwand verursachen und die Kontrolle durch den Zoll erschweren.
Die Ergebnisse sind ambivalent: Einerseits zeigt sich eine Steigerung der Löhne, andererseits wird von Befürchtungen bezüglich Arbeitsplatzverlusten und Umgehungsversuchen berichtet.
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