Wissenschaftliche Studie, 2015
113 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1. Einleitung
2. Literaturstudie
2.1 Methodik
2.1.1 Suchstrategie
2.1.1.1 Formale Ebene
2.1.1.2 Inhaltliche Ebene
2.1.1.3 Eingesetzte Instrumente
2.1.2 Auswahlstrategie
2.1.2.1 Formale Ebene
2.1.2.2 Inhaltliche Ebene
2.1.2.3 Eingesetzte Instrumente
3. Populismus
3.1 Zum Begriff „Populismus“: Forschungsagenden und Definitionsansätze
3.1.1 Zum Scheitern einer Populismus-Theorie
3.1.2 Forschungsagenden
3.1.3 Definitionsansätze – Populismus nach Mudde (2004)
3.1.3.1 Populismus als „dünne Ideologie“?!
3.1.3.2 Populismus und die Dichotomie zwischen „Volk“ und „Elite“
3.2 Das institutionelle Setting des Populismus
3.2.1 Über das Verhältnis von Populismus und Demokratie
3.2.1.1 Vorarbeiten: Die Säulen der Demokratie
3.2.1.2 Populismus und Demokratie nach Canovan (1999)
3.2.2 Populismus und das „institutionelle Dilemma“
3.2.2.1 Populismus und Institutionalisierung
3.2.2.2 Fallbeispiele
3.2.2.2.1 Haider und die FPÖ
3.2.2.2.2 Fortuyn und die LPF
3.2.2.2.3 Schill und die Schill-Partei
3.2.2.3 Zwischenfazit
3.2.3 Populismus: Bedrohung oder Revitalisierung der Demokratie?
3.3 Ursachen für populistischen Erfolg
3.3.1 Populismus und Modernisierung
3.3.2 Die Erosion der Parteiendemokratie
3.3.3 Populismus und Medien
3.3.4 Zwischenfazit
3.4 Rechtspopulismus als exklusive Variante des „Populismus“-Konzepts
3.4.1 Elektorale Entwicklung rechtspopulistischer Parteien
3.4.2 Ideologie
3.4.3 Ausblick – Rechtspopulistische Herausforderungen im Deutschland der Gegenwart
4. Methodenkritik
5. Fazit
Ziel dieser Arbeit ist es, Ordnung in die unübersichtliche Forschung zum Thema „Populismus“ zu bringen und durch die Identifikation spezifischer Kategorien einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand sowie Ursachen und Erscheinungsformen des Populismus – mit einem Schwerpunkt auf dem Rechtspopulismus – zu schaffen.
3.1.1 Zum Scheitern einer Populismus-Theorie
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass sich die Forschung mittlerweile weitestgehend davon verabschiedet hat, eine generelle Populismus-Theorie zu entwerfen. Zu verschiedenartig und kontextabhängig sind die, unter der Kategorie „Populismus“ subsumierten, Phänomene. Dies betont in ihrem Essay „Two Strategies for the Study of Populism“ auch Canovan (1982), die folgert, dass jegliche Meta-Theorie zum Scheitern verurteilt ist, da sie weit genug gefasst sein müsste, um alle Phänomene aufzunehmen, dadurch jedoch ihre Erklärungskraft verlöre, da dann fast alles als „populistisch“ zu klassifizieren wäre (vgl. Canovan 1982: 547). Die Populismus-Forschung sieht sich also mit einem wissenschaftlichen Grundproblem konfrontiert. Denn „je umfangreicher die Darstellung eines Konzepts (Intension), desto kleiner fällt sein Anwendungsbereich aus (Extension)“ […] (Rovira Kaltwasser 2011: 253).
Die Vielfalt an potenziellen Populismus-Merkmalen speist sich vor allem auch aus dem Übergang des Begriffs in die Alltagssprache, wo er in oftmals diffusen Kontexten gebraucht wird, was es zusätzlich erschwert, eine anerkannte Meta-Theorie zu entwickeln. Oder wie Laclau (1977) formuliert: „We know intuitively to what we are referring when we call a movement or an ideology populist, but we have the greatest difficulty in translating the intuition into concepts“ (Laclau 1977: 143).
Der wissenschaftliche Konsens bezüglich der Ablehnung einer umfassenden Meta-Theorie des Populismus hat in einigen Fällen jedoch dazu geführt, dass Autoren auf die theoretische Aufarbeitung des Populismus-Begriffs gänzlich verzichtet haben. Der Verweis auf die Komplexität des Populismus wurde dabei zu einer akademischen „Pflichtübung“ (Diehl 2011b: 28), die oftmals als Argument für das Aussparen eines theoretischen Teils diente. Ohnehin waren die Arbeiten von Ionescu/Gellner (1969b) und Canovan (1981) lange Zeit die einzigen, die sich intensiv mit der Begriffs- und Ideengeschichte des Populismus auseinandersetzten (vgl. Decker 2004: 23).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Omnipräsenz des Populismus-Begriffs und die damit verbundene Herausforderung für die Wissenschaft, eine konsistente Theorie zu finden.
2. Literaturstudie: Dieses Kapitel erläutert die methodische Vorgehensweise, Literatur zum Thema Populismus systematisch zu suchen, auszuwählen und zu strukturieren.
3. Populismus: Das Hauptkapitel analysiert das Phänomen anhand der Kategorien Forschungsansätze, institutionelle Einbettung, Ursachen und spezifisch den Rechtspopulismus.
4. Methodenkritik: Die Methodenkritik reflektiert den Prozess der Literaturstudie und diskutiert die Herausforderungen der Literaturselektion im disparaten Forschungsfeld.
5. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse über die Komplexität des Populismus zusammen und plädiert für eine differenziertere Verwendung des Begriffs im öffentlichen Diskurs.
Populismus, Rechtspopulismus, Demokratie, Institutionen, Parteiendemokratie, Globalisierung, Ideologie, Politikstil, Modernisierung, Parteien, Politische Kommunikation, Institutionelles Dilemma, Volk, Elite, Literaturstudie.
Die Arbeit bietet eine strukturierte Einführung in das komplexe Themenfeld des Populismus, ordnet die unterschiedlichen Forschungsansätze und analysiert Ursachen sowie Erscheinungsformen, insbesondere des Rechtspopulismus.
Zu den zentralen Themen gehören die theoretische Definition von Populismus, das Verhältnis von Populismus und Demokratie, die Rolle von Parteien sowie die Einflüsse von Medien und Modernisierungsprozessen auf populistische Erfolge.
Das primäre Ziel ist es, in das unübersichtliche Forschungsfeld des Populismus Ordnung zu bringen und eine fundierte Basis für eine anschließende inhaltsanalytische Bachelorarbeit zu schaffen.
Der Autor verwendet die Methode der Literaturstudie, um den aktuellen Forschungsstand zu strukturieren und eine stringente, auf wissenschaftlichen Kriterien basierende Übersicht zu erstellen.
Der Hauptteil gliedert sich in vier Stränge: die theoretische Begriffsbestimmung, das institutionelle Setting im Verhältnis zur Demokratie, die Ursachen für populistischen Erfolg und eine vertiefte Analyse des Rechtspopulismus.
Zentrale Begriffe sind unter anderem Populismus, Rechtspopulismus, Demokratie, Parteiendemokratie, Institutionen, Globalisierung, Ideologie, politische Kommunikation und der Rekurs auf „Volk“ und „Elite“.
Das Dilemma beschreibt den Widerspruch, dass populistische Bewegungen, die Institutionen ablehnen, sich selbst organisieren und anpassen müssen (z.B. als Parteien), um politisch wirksam zu werden, was oft zu internen Konflikten führt.
Der Autor kritisiert den Begriff, da er eine einseitig negative Wertung impliziert und die Möglichkeit ausblendet, dass Populismus auch als Korrektiv oder Symptom tiefer liegender Krisen des politischen Systems fungieren kann.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

