Examensarbeit, 2004
80 Seiten, Note: 2,0
1. Zu den Begriffen Leistung, Leistungsbeurteilung, Zensur und Zeugnis
1.1 Leistung und Leistungsbeurteilung
1.1.1 Leistung
1.1.1.1 Bedeutungen schulischer Leistung
1.1.1.2 Feststellung schulischer Leistung
1.1.1.3 Merkmale des pädagogischen Leistungsbegriffs aus „moderner“ Sicht
1.1.2 Leistungsbeurteilung
1.2 Zensur und Zeugnis
1.2.1 Zensur
1.2.2 Zeugnis
2. Geschichtliche Entwicklung von schulischer Leistungsbeurteilung, Zeugnis und Zensur
2.1 Historische Einblicke
2.2 Entstehung und Entwicklung der Leistungsbewertung im Fach Sport
3. Gütekriterien schulischer Leistungsbeurteilung
3.1 Objektivität
3.1.1 Objektivität schulischer Leistungsüberprüfung in der Realität
3.1.2 Ratschläge in punkto Objektivitätsgewährleistung
3.2 Reliabilität (Zuverlässigkeit)
3.2.1 Reliabilität schulischer Leistungsüberprüfung in der Realität
3.2.2 Ratschläge in punkto Reliabilitätsgewährleistung
3.3 Validität (Gültigkeit)
3.3.1 Validität schulischer Leistungsüberprüfung in der Realität
3.3.2 Ratschläge in punkto Validitätsgewährleistung
3.4 Nebengütekriterien
4. Bezugsnormen der Leistungsbeurteilung und deren kritische Betrachtung
4.1 Bezugsnormen der Leistungsbeurteilung
4.2 Kritische Betrachtung der Bezugsnormen
4.2.1 Soziale Bezugsnorm
4.2.2 Kriteriale (sachliche) Bezugsnorm
4.2.3 Individuelle Bezugsnorm
5. Aufgaben und Funktionen der Leistungsbewertung
5.1 Auflistung der verschiedenen Funktionen
5.2 Erläuterungen zu den einzelnen Funktionen
5.2.1 Pädagogische Funktion
5.2.2 Berichtsfunktion
5.2.3 Berechtigungsfunktion
6. Kritische Aspekte der Leistungsbeurteilung und Notengebung
6.1 Argumente von Befürwortern traditioneller Leistungsbeurteilung in der Kritik
6.2 Systematische pädagogische Beurteilungsfehler
6.2.1 Zur unsachgemäßen Ausschöpfung des Notenspektrums
6.2.2 Interferenzen in der Beurteilung
6.3 Zur Problematik der Leistungsbeurteilung aus (pädagogisch-) psychologischer Sicht
6.3.1 Zu frühe Fixierung auf eine symbolhafte Leistungsbewertung
6.3.2 Informationsverlust durch Reduzierung der Schülerleistung auf sechs Notenstufen
6.3.3 Fehlende Transparenz der am Zustandekommen von Noten ausschlaggebenden Faktoren
6.3.4 Noten als Verursacher psychischer Belastung
6.3.4.1 Allgemeine Schilderung der Problematik
6.3.4.2 Extremfall Schülersuizid und Notengebung
6.3.5 Pygmalioneffekt
6.4 Zur messtechnischen Problematik schulischer Leistungsbewertung
6.4.1 Skalen der Niveauebenen
6.4.2 Einordnung der schulischen Notenskala
6.5 Kritische Auseinandersetzung mit schulsportspezifischen Aspekten der Leistungsbewertung (der Realschule)
6.5.1 Besonderheiten des Fachs Sport
6.5.2 Zur Fragwürdigkeit der Sportzensur
6.5.2.1 Argumente pro Sportzensur
6.5.2.2 Argumente contra Sportzensur
6.5.3 Zusammensetzung der Sportzensur
6.5.3.1 Sportlich-motorische Leistungen
6.5.3.2 Individueller Lernzuwachs
6.5.3.3 Soziales und sportliches Verhalten
7. Ausgewählte Alternativen zur konventionellen Leistungsbeurteilung im Hinblick auf den Sportunterricht
7.1 Schülerpartizipation am Bewertungsprozess
7.2 Eine Beurteilungskriterienliste für den Sportunterricht
7.2.1 Struktur und Funktionen der Liste
7.2.2 Gebrauch der Liste in der Schulsportpraxis
7.3 Das „Kann-Buch“
8. Resümee
9. Ausblick
Die vorliegende wissenschaftliche Hausarbeit untersucht kritisch die Praxis der schulischen Leistungsbeurteilung und Notengebung, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Fach Sport in der Realschule liegt. Das Ziel ist es, die Problematik traditioneller Zensuren aufzuzeigen, theoretische Hintergründe zu beleuchten und alternative Bewertungsansätze zu diskutieren.
6.3.4.2 Extremfall Schülersuizid und Notengebung
Folgender Artikel ist der World Socialist Web-Site entlehnt und handelt vom Selbstmord eines Schülers, der dem Leistungsdruck der Schule nicht mehr gewachsen war:
Essener Gymnasiast nahm sich im Unterricht das Leben
Woher kommt die Gewalt an den Schulen?
Von Lena Sokoll
21. Juni 2002
Der grausame Selbstmord eines 18-jährigen Gymnasiasten in Essen hat nicht nur Entsetzen ausgelöst, sondern auch nach den jüngsten Ereignissen in Erfurt erneut die Frage aufgeworfen, was Schüler dazu treibt, brutale Gewalt gegen sich selbst und/oder andere auszuüben.
Dima K. besuchte die zehnte Klasse der Luisenschule in Essen. Am Dienstag vergangener Woche hatte seine Klasse in der fünften Stunde Deutschunterricht und wie überall in diesen Tagen kurz vor Ende des Schuljahres ging es um Leistungen, Noten und Versetzungen. Als die Deutschlehrerin dem Schüler die Note seiner Klassenarbeit bekannt gab und ihn ermahnte, dass seine Versetzung gefährdet sei, zog Dima K. ein Tranchiermesser mit einer Klinge von 21 Zentimetern aus der Tasche und rammte es sich vor den Augen der Klasse insgesamt zwölfmal in den Bauch. Obwohl umgehend ein Rettungswagen gerufen und im Uniklinikum eine Notoperation durchgeführt wurde, erlag der junge Mann einige Stunden später seinen schweren Verletzungen.
1. Zu den Begriffen Leistung, Leistungsbeurteilung, Zensur und Zeugnis: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe und erläutert ihre Bedeutung sowie Entstehung im schulischen Kontext.
2. Geschichtliche Entwicklung von schulischer Leistungsbeurteilung, Zeugnis und Zensur: Hier wird der historische Hintergrund des Zensurenwesens von der Antike bis zum 20. Jahrhundert und spezifisch im Fach Sport aufgearbeitet.
3. Gütekriterien schulischer Leistungsbeurteilung: Das Kapitel behandelt die wissenschaftlichen Qualitätsstandards wie Objektivität, Reliabilität und Validität in Bezug auf schulische Leistungsbewertungen.
4. Bezugsnormen der Leistungsbeurteilung und deren kritische Betrachtung: Es werden die soziale, kriteriale und individuelle Bezugsnorm vorgestellt und deren Vor- und Nachteile kritisch hinterfragt.
5. Aufgaben und Funktionen der Leistungsbewertung: Hier werden die vielfältigen pädagogischen, Berichts- und Berechtigungsfunktionen der Zensurengebung detailliert erläutert.
6. Kritische Aspekte der Leistungsbeurteilung und Notengebung: Dieses Hauptkapitel analysiert Beurteilungsfehler, psychische Belastungen sowie die spezielle messtechnische und sportspezifische Problematik der Notengebung.
7. Ausgewählte Alternativen zur konventionellen Leistungsbeurteilung im Hinblick auf den Sportunterricht: Das Kapitel präsentiert praktische Ansätze zur Reform der Leistungsbewertung, wie Schülerpartizipation, Kriterienlisten und das „Kann-Buch“.
8. Resümee: Eine Zusammenfassung der Ergebnisse, die die Notwendigkeit von Reformen im Zensurenwesen unterstreicht.
9. Ausblick: Dieser Abschnitt thematisiert aktuelle politische Bestrebungen in Baden-Württemberg zur Neugestaltung des Schulsports und der Leistungsbeurteilung.
Leistungsbeurteilung, Zensurengebung, Noten, Sportunterricht, Schulleistung, Gütekriterien, Bezugsnorm, Leistungsgesellschaft, Pädagogische Psychologie, Lernzuwachs, Schülerpartizipation, Beurteilungsfehler, Schülersuizid, Reformansätze, Leistungsdruck
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Hinterfragung der schulischen Leistungsbeurteilung und Notengebung, insbesondere im Kontext der bestehenden Leistungsgesellschaft und deren Auswirkungen auf Schüler.
Die zentralen Felder umfassen die Definition pädagogischer Grundbegriffe, die historische Genese der Zensuren, wissenschaftliche Gütekriterien (Objektivität, Reliabilität, Validität) sowie die Analyse psychologischer und schulsportspezifischer Problematiken.
Das Ziel ist es, die Fragwürdigkeit und Problematik konventioneller Zensuren aufzudecken, die verschiedenen Funktionen von Leistungsbewertungen zu verdeutlichen und praktikable Alternativen vorzustellen, die den pädagogischen Zielen besser gerecht werden.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, die pädagogische, psychologische und sportpädagogische Erkenntnisse zusammenführt, um die aktuelle Praxis der Zensurengebung fundiert zu kritisieren.
Im Hauptteil werden systematische pädagogische Beurteilungsfehler wie der Halo-Effekt oder der Strengefehler diskutiert, die Problematik der Zensuren im Sportunterricht analysiert und die psychischen Belastungsfolgen bis hin zum Suizidrisiko kritisch beleuchtet.
Leistungsbeurteilung, Zensurengebung, Gütekriterien, Sportunterricht, Bezugsnorm, psychische Belastung, Schülerpartizipation, Reformansätze.
Die Sportzensur ist deshalb umstritten, da motorische Leistungen oft stark von angeborenen körperlichen Voraussetzungen abhängen, was zu einer hohen Chancenungleichheit führt, die durch eine rein leistungsorientierte Notengebung oft nicht sachgerecht abgebildet werden kann.
Das „Kann-Buch“ ist ein Instrument zur Selbstreflexion im Sportunterricht, in dem Kinder notieren, was sie gelernt haben, woran sie noch arbeiten müssen und wie sie ihre eigene Leistung einschätzen, um den Fokus vom Notendruck weg auf den Lernprozess zu lenken.
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