Bachelorarbeit, 2015
140 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Die Alternative für Deutschland (AfD)
2.1 Entstehungsgeschichte
2.2 Ideologie
2.3 Gegenwärtige innerparteiliche Situation
3. Zur Konzeption eines methodischen Konstrukts
3.1 Systematik von Inhaltsanalysen
3.1.1 Was ist eine Inhaltsanalyse?
3.1.2 Qualitativ versus quantitativ
3.1.3 Inhaltsanalyse als Forschungsprozess
3.2 Frames und Framing
3.2.1 Status quo der Framing-Forschung
3.2.2 Frames
3.2.3 Framing
3.3 Untersuchungsanlage
4. Hypothesen (inkl. Operationalisierungen)
4.1 Dichotomie zwischen „Volk“ und „Elite“
4.2 Kritik an supranationalen Institutionen
4.2.1 Kritik an etablierten Parteien
4.2.2 Stärkung plebiszitärer Elemente
4.3 Gefahren der Modernisierung / Globalisierung
4.4 Exklusion
5. Methodik
5.1 Inhaltsanalyse
5.1.1 Herleitung der Kategorien
5.1.2 Zuordnungen zu Kategorien
5.2 Frame-Identifikation
5.2.1 Identifizierung von Frame-Elementen
5.2.2 Aggregation der Frame-Elemente
6. Auswertung
6.1 Ergebnisse der Inhaltsanalyse
6.1.1 Hypothesenrelevante Ergebnisse
6.1.2 Hypothesenprüfung
6.1.3 Zwischenfazit
6.1.4 Weitere Ergebnisse
6.2 Frame-Identifikation
6.2.1 Anti-Brüssel-Frame
6.2.1.1 Probleme
6.2.1.2 Ursachen
6.2.1.3 Bewertungen
6.2.1.4 Lösungen
6.2.2 Anti-Euro-Frame
6.2.2.1 Probleme
6.2.2.2 Ursachen
6.2.2.3 Bewertungen
6.2.2.4 Lösungen
6.2.3 „Mehr Demokratie wagen!“
6.2.3.1 Probleme
6.2.3.2 Ursachen
6.2.3.3 Bewertungen
6.2.3.4 Lösungen
6.2.4 Wettbewerb der Nationen
6.2.4.1 Probleme
6.2.4.2 Ursachen
6.2.4.3 Bewertungen
6.2.4.4 Lösungen
7. Methodenkritik
8. Fazit
Das primäre Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, rechtspopulistische Argumentationsmuster im aktuellen Europaprogramm der Alternative für Deutschland (AfD) inhaltsanalytisch zu erfassen und mittels des Framing-Ansatzes zu verdichten, um abschließend Aussagen über die Intensität rechtspopulistischer Tendenzen innerhalb der Partei zu treffen.
3.1.1 Was ist eine Inhaltsanalyse?
Ähnlich wie in anderen Bereichen wissenschaftlicher Forschung lässt sich auch beim Terminus der „Inhaltsanalyse“ keine allgemeingültige Definition geben. Viele Forscher haben den Begriff, je nachdem, was sie analysieren wollten, oft sehr spezifisch beschrieben (vgl. Mayring 2015: 11). Der kleinste gemeinsame Nenner besteht darin, dass sich Inhaltsanalysen mit der „Analyse von Material [beschäftigen], das aus irgendeiner Art von Kommunikation stammt“ (ebd.). Die Komplexität einer Definition speist sich dabei unter anderem aus dem Umstand, dass mit inhaltsanalytischer Methodik eben nicht nur Kommunikationsinhalte erfasst werden können (vgl. ebd.).30
Die in der Literatur am häufigsten diskutierte Definition wurde bereits in den 1950er-Jahren vorgelegt und stammt vom amerikanischen Soziologen Bernhard Berelson (1952), der ausführt:
„Content analysis is a research technique for the objective, systematic and quantitative description of the manifest content of communication“ (zit. nach Rössler 2010: 20).
Zwar verweisen fast alle größeren Werke zur Methodik der Inhaltsanalyse auf diese Definition (vgl. u.a. Früh 2011: 27; Mayring 2015: 11; Merten 1995: 48; Rössler 2010: 20), jedoch in den meisten Fällen, um anhand ihrer Schwächen auf Probleme im Forschungsfeld hinzuweisen (vgl. u.a. Merten 1995: 47ff.). Problematisch ist vor allem Berelsons Postulat vom „manifesten Inhalt“. Wie Rössler (2010) ausführt, sei damit gemeint, dass sich die Inhaltsanalyse auf diejenigen Inhalte beschränken solle, „die tatsächlich „schwarz auf weiß“ dastehen“ (Rössler 2010: 24). Damit würde jedoch ein großes Potenzial der Inhaltsanalyse verschenkt, da dann latente Merkmale wie beispielsweise Bewertungen nicht erfasst würden (vgl. ebd.).
1. Einleitung: Diese Einleitung begründet die wissenschaftliche Relevanz der Untersuchung zur AfD, indem sie die Unzulänglichkeit der bisherigen, meist unreflektierten Debatte über „Rechtsruck“ und Populismus bei der AfD kritisiert.
2. Die Alternative für Deutschland (AfD): Dieses Kapitel zeichnet die Gründungsphase, ideologische Ausrichtung und die innerparteiliche Spaltung der AfD nach.
3. Zur Konzeption eines methodischen Konstrukts: Hier werden die wissenschaftlichen Grundlagen für die Inhaltsanalyse und die Framing-Forschung dargelegt, wobei die Notwendigkeit einer systematischeren Herangehensweise betont wird.
4. Hypothesen (inkl. Operationalisierungen): Dieses Kapitel leitet aus der Populismus-Theorie zentrale Hypothesen über die AfD-Programmatik ab und operationalisiert diese für die Analyse.
5. Methodik: Hier wird der konkrete Forschungsablauf erläutert, angefangen bei der Inhaltsanalyse des Europaprogramms bis hin zur Identifikation und Aggregation von Frames.
6. Auswertung: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Ergebnisse der Inhaltsanalyse und der Frame-Identifikation im Europaprogramm der AfD.
7. Methodenkritik: Diese kritische Reflexion beleuchtet die Grenzen und methodischen Herausforderungen bei der Anwendung der Inhaltsanalyse und der Frame-Identifikation auf das vorliegende Wahlprogramm.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass der AfD zwar rechtspopulistische Tendenzen attestiert werden können, diese aber nicht so stark ausgeprägt sind, wie oft öffentlich suggeriert.
AfD, Rechtspopulismus, Europaprogramm, Inhaltsanalyse, Framing, Euro-Krise, Parteienforschung, Politische Kommunikation, Supranationale Institutionen, Parteispaltung, Populismus, Argumentationsmuster, Modernisierung, Globalisierung, Exklusion.
Die Arbeit untersucht, inwieweit das Europaprogramm der AfD rechtspopulistische Argumentationsmuster aufweist.
Zentrale Felder sind die AfD-Programmatik, die Populismus-Definition, die methodische Inhaltsanalyse sowie die Identifikation spezifischer Frames wie der „Anti-Brüssel-Frame“ oder der „Anti-Euro-Frame“.
Das Ziel ist es, durch eine inhaltsanalytische Untersuchung des Europaprogramms empirisch fundierte Aussagen zur Populismus-Intensität der AfD zu treffen.
Die Autorin verwendet eine qualitativ-orientierte Inhaltsanalyse in Kombination mit dem Framing-Ansatz nach Entman zur Identifikation und Aggregation von Argumentationsmustern.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die methodische Konzeption, die Hypothesenbildung sowie die detaillierte Auswertung des Europaprogramms der AfD.
Begriffe wie Populismus, Framing, Inhaltsanalyse, rechtspopulistische Argumentationsmuster und Parteiprogrammatik sind zentral.
Die Spaltung zwischen dem liberalen und dem rechts-konservativen Flügel wird als Kontext für die programmatische Ausrichtung der Partei eingehend analysiert.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass eine unreflektierte Pauschalverwendung dieses Labels nicht angemessen ist, attestiert der Partei jedoch durchaus rechtspopulistische Tendenzen.
Der Frame zeigt, dass eine konsequente Anti-Haltung gegenüber der EU und ihren Entscheidungsträgern eines der dominanten Argumentationsmuster im Europaprogramm darstellt.
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