Bachelorarbeit, 2015
49 Seiten, Note: 2.0
1. Einführung
2. Über den Künstler
2.1 Das Leben des Salvador Dalí
2.2 Salvador Dalí und der Film
3. Destino (1946/2003)
3.1 Entstehungsgeschichte
3.2 Filmbeschreibung
3.3 Dalís Motive in Destino
3.4 Die Darstellung der Zeit in Destino
4. Abschließende Erkenntnisse
Die vorliegende Arbeit untersucht den Kurzfilm „Destino“, ein gemeinsames Projekt von Walt Disney und Salvador Dalí, mit dem primären Ziel zu ergründen, wie die surrealistischen Entwürfe Dalís im Medium des Trickfilms durch die Disney-Studios interpretiert und technisch umgesetzt wurden. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern die Vorlagen in das Endprodukt einflossen und welche Wirkung Dalís Kunst im Bewegtbild auf den Betrachter entfaltet.
3.4 Die Darstellung der Zeit in Destino
Als bewegtes Medium hat der Film den Vorteil, dass man in ihm die Zeit bedeutend besser darstellen kann als in einem starren Bild. Dadurch wird der Film zu einem für Dalí interessanten Medium, denn „Dalí war vom Phänomen der Zeit besessen, und seine Bilder sind eine Metapher für die flüchtige Natur des Menschen, für seinen Verfall, den die verrinnende Zeit unvermeidlich mit sich bringt.“ Die Zeit selbst spielte nicht nur bei Dalí eine wichtige Rolle, sondern war für den gesamten Surrealismus von Bedeutung. Dabei gab es eine interessante Sicht auf diesen unvermeidbaren Aspekt des Lebens. „In der Traum-Wirklichkeit, die unbedacht einen großen Teil menschlicher Realität ausmacht, stellt sich seelischer Zusammenhang her, indem die Gesetze von Raum, Zeit, Geschichtlichkeit, Logik unwirksam sind. Zwar schlafen wir zumeist in der Verfassung, aber das Seelenleben ist ja nicht tot. Es bewegt sich nur nach anderen Maßgaben: bildhafte Darstellung, Verdichtung, Verschiebung, Ersatz, Verkehrung ins Gegenteil, Aufhebung des Satzes vom Widerspruch – um nur an einige Züge von Sigmund Freuds Traumtheorie zu erinnern.“
In „Destino“ wird auf vielen verschiedenen Ebenen auf Zeit Bezug genommen, begonnen mit der Hintergrundmusik, über vorhandene Objekte und Handlungen, bis hin zur erzählten Geschichte. Ein wichtiger Unterschied zwischen den beiden Kunstformen der Musik und der Malerei besteht darin, dass es für ein Bild keinen Unterschied macht, ob es eine Minute betrachtet wird oder zwei. Das Bild verändert sich in dieser Zeit nicht. Die Musik jedoch lebt von der Veränderung und somit von der Zeit. Dass dieser Kurzfilm zeitlich auf die Musik abgestimmt ist, was man an vielen verschiedenen Stellen sehen kann, gibt ihm einen entsprechenden Vorsprung gegenüber unbewegten Bildern.
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die künstlerische Vielseitigkeit Salvador Dalís und führt in das spezifische Thema der Zusammenarbeit mit Walt Disney am Kurzfilm „Destino“ sowie die damit verbundene Quellenlage ein.
2. Über den Künstler: Dieses Kapitel skizziert den Lebensweg Salvador Dalís, seine Verbindung zum Surrealismus und seine frühen sowie prägenden Erfahrungen und Projekte im Bereich des Mediums Film.
3. Destino (1946/2003): Dieser Hauptteil analysiert die komplexe Entstehungsgeschichte des Films, beschreibt die visuelle Erzählweise, untersucht die spezifischen surrealistischen Motive und beleuchtet intensiv die Rolle der Zeitdarstellung.
4. Abschließende Erkenntnisse: Das Fazit bewertet „Destino“ als gelungene filmische Erweiterung von Dalís Werk und diskutiert, wie die moderne Technik dazu beigetragen hat, die Visionen des Künstlers in eine neue, bewegte Form zu überführen.
Salvador Dalí, Walt Disney, Destino, Surrealismus, Kurzfilm, Zeittheorie, Trickfilmtechnik, Storyboard, Traumdeutung, Weiche Uhren, Filmanalyse, Animation, Bildsprache, John Hench, Filmgeschichte
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem 2003 fertiggestellten Kurzfilm „Destino“, einer historischen Zusammenarbeit zwischen dem surrealistischen Künstler Salvador Dalí und den Walt Disney Studios.
Im Zentrum stehen die künstlerische Vision Dalís, deren Übertragung in das Medium des Trickfilms, der Vergleich zwischen statischer Malerei und dynamischer Filmerzählung sowie die Darstellung des Phänomens Zeit.
Das Ziel ist es, zu analysieren, wie Dalís Entwürfe und Ideen von den beteiligten Trickfilmmachern interpretiert und technisch umgesetzt wurden und wie effektiv die surrealistische Ästhetik im Medium Film wirkt.
Es wird eine film- und bildanalytische Methode angewandt, bei der Sequenzen des Films mit den ursprünglichen Storyboards und anderen bekannten Werken Dalís verglichen werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Entstehungsgeschichte, eine detaillierte Filmbeschreibung, die Untersuchung spezifischer Dalí-Motive sowie eine tiefgehende Analyse der Zeitdarstellung.
Wichtige Begriffe sind Salvador Dalí, Destino, Surrealismus, Zeitdarstellung, Trickfilm, Animation und Bildsprache.
Sie stellt eine ungewöhnliche Begegnung zweier völlig unterschiedlicher künstlerischer Welten dar – des abstrakten Surrealismus Dalís und der kommerziellen, bildgewaltigen Animation Disneys.
Die Zeit dient als Grundthema, das sowohl über die Musik, über Symbole wie die berühmten „weichen Uhren“ als auch durch die filmische Manipulation der Zeitstrecke (Zeitraffer, Zeitlupe) thematisiert wird.
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