Bachelorarbeit, 2015
58 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Die Sozialberatung
2.1 Notwendigkeit der Sozialberatung
2.2 Rechtliche Rahmenbedingungen
2.3 Das Beratungsangebot
2.4 Ablauf
2.5 Ziele der Sozialberatung
3. Interkulturelle Kompetenzen des Sozialberaters
3.1 Definition von interkulturellen Kompetenzen
3.2 Kultur und interkulturelle Kompetenzen
3.3 Notwendigkeit in der Sozialberatung
3.4 Voraussetzungen für die Sozialberatung
4. Ansätze für die Einteilung kultureller Unterschiede
4.1 Ethische Ansätze
4.2 Emische Ansätze
5. Praxisbeispiele
5.1 Die Kulturbrille
5.2 Russische Eigenschaften
5.3 Türkische Eigenschaften
6. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die Bedeutung und Notwendigkeit interkultureller Kompetenzen für Sozialberater, um in einem zunehmend vielfältigen sozialen Umfeld professionell und effektiv mit Klienten aus verschiedenen Kulturkreisen zu kommunizieren.
3.1 Definition von interkulturellen Kompetenzen
Die Welt wird heutzutage immer vernetzter und Menschen aus den verschiedensten Kontexten und den verschiedensten Hintergründen kommen miteinander in Kontakt. Dies passiert in der Universität, in der Arbeit und in anderen Alltagssituationen. Die meisten Menschen gehen davon aus, dass solche interkulturellen Situationen entstehen, wenn Menschen aus verschiedenen Nationen aufeinander treffen. Eigentlich ist aber jede Situation interkulturell, in der wir Menschen begegnen, die aus einem anderen Kontext stammen als wir und überwiegend nicht unser Verständnis von Normalität teilen. Während wir uns in vielen Alltagssituationen der vorherrschenden Handlungsnormen und Regeln bewusst sind, fühlen wir uns in interkulturellen Situationen eher unsicher. Dies erschwert die interkulturelle Begegnung, da wir hier oft nicht wie gewohnt handeln, kommunizieren und interagieren können. 59 Um diesem Problem zu begegnen und sich auf solche unsicheren Situationen vorzubereiten, können Menschen interkulturelle Trainings besuchen.
Damit Besucher solcher Trainings auf interkulturelle Situationen vorbereitet werden können, wird als Ziel solcher Trainings die interkulturelle Kompetenz angegeben. „Als der amerikanische Sozialpsychologe Gardner 1962 als einer der ersten die Frage nach interkultureller Kompetenz formuliert, hat er gleich seine eigene Hypothese parat: Er propagiert das Konzept der „universal communicators“, also Individuen, die mit besonderer interkultureller Kommunikationsfähigkeit ausgestattet sind, und stellt ein ganzes Bündel aus Persönlichkeitseigenschaften vor, die diese Begabten mitbringen sollen: Integrität und Stabilität, Extrovertiertheit, eine an universellen Werten ausgerichtete Sozialisation sowie besondere telepathische (!), bzw. intuitive Fähigkeiten.“ 60 Interkulturelle Kompetenz ist nach Müller und Gelbrich (1999) „ ... die Fähigkeit eines Individuums, mit Angehörigen einer anderen Kultur effektiv und angemessen zu interagieren, d.h. einerseits die eigene Ziele zu erreichen (=Effektivität), anderseits aber auch die Ziele des anderen zu achten sowie Umgangsregeln zu befolgen, die in den Augen des Partners wichtig sind (=Angemessenheit).“61
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der allgemeinen Sozialberatung und die Relevanz interkultureller Kompetenzen als Forschungsgegenstand.
2. Die Sozialberatung: Überblick über die allgemeinen Funktionen, Rahmenbedingungen, Zielgruppen und den Ablauf von Sozialberatungsprozessen.
3. Interkulturelle Kompetenzen des Sozialberaters: Theoretische Auseinandersetzung mit Definitionen von Kultur und interkultureller Kompetenz sowie deren Notwendigkeit im Berufsalltag.
4. Ansätze für die Einteilung kultureller Unterschiede: Vergleich ethischer und emischer methodischer Ansätze zur Analyse kultureller Differenzen.
5. Praxisbeispiele: Konkrete Veranschaulichung der Kulturtheorie anhand russischer und türkischer Verhaltensmerkmale in der Beratung.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Einordnung der Bedeutung interkultureller Kompetenz für die moderne Sozialarbeit.
Sozialberatung, Interkulturelle Kompetenz, Kommunikation, Kulturbrille, Ethische Ansätze, Emische Ansätze, Sozialarbeit, Migration, Migrationshintergrund, Mehrsprachigkeit, Kulturstandards, Beratungsprozess, Sozialkompetenz.
Die Arbeit analysiert, warum interkulturelle Kompetenzen für Fachkräfte in der allgemeinen Sozialberatung angesichts einer zunehmend globalisierten und vielfältigen Gesellschaft unerlässlich sind.
Die Schwerpunkte liegen auf der Funktionsweise der allgemeinen Sozialberatung, der theoretischen Fundierung interkultureller Kompetenzen sowie deren praktischer Anwendung im Kontakt mit Menschen aus fremden Kulturen.
Das Hauptziel ist es zu klären, welche spezifischen interkulturellen Kompetenzen ein Sozialberater benötigt und welchen Stellenwert diese für eine erfolgreiche Beratungspraxis besitzen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, in der Fachliteratur und verschiedene Konzepte der interkulturellen Kommunikation zusammengeführt und kritisch diskutiert werden.
Im Hauptteil werden Definitionen von Kultur und interkultureller Kompetenz erarbeitet, Ansätze zur Kategorisierung kultureller Unterschiede (ethisch vs. emisch) vorgestellt und durch praxisnahe Beispiele unterfüttert.
Wesentliche Begriffe sind Sozialberatung, interkulturelle Kompetenz, Kommunikation, Kulturstandards sowie die Anwendung dieser Konzepte im beruflichen Kontext der Sozialen Arbeit.
Während bei russischen Klienten oft eine indirekte Kommunikation und das Bedürfnis nach enger persönlicher Bindung im Fokus stehen, betont die Arbeit bei türkischen Klienten Aspekte wie Gastfreundschaft, Stolz und spezifische Begrüßungsrituale.
Mehrsprachigkeit wird als ein wesentliches Werkzeug identifiziert, das den Zugang zu Klienten verbessert, aber auch als Anforderung an das professionelle Profil des Sozialberaters hervorgehoben.
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