Bachelorarbeit, 2015
52 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und politikwissenschaftliche Herausforderung
1.2 Aufbau und Vorgehensweise
1.3 Literatur und Forschungsstand
2 Theoretische Einordnung
2.1 Regionale (wirtschaftliche) Integration
2.2 Bedeutung einer regionalen Führungsmacht
2.3 Institutionalisierung und Interdependenz
2.4 Realistischer Intergouvernementalismus
2.5 Globales Machtgleichgewicht
3 Brasiliens außenpolitische Ambitionen
3.1 Die regionale Integration im MERCOSUR
3.2 Brasiliens Ansprüche auf eine regionale Führung
3.3 Institutionelle Interdependenzen im MERCOSUR
3.4 Einschränkungen regionaler Integration durch Intergouvernementalismus im MERCOSUR
3.5 Brasiliens Rolle im globalen Kontext
3.5.1 Das brasilianische Bestreben eines ständigen Sitzes im UN-Sicherheitsrat
3.5.2 Verschiebung von globalen Machtverhältnissen in der Welthandelsorganisation
3.5.3 Brasilien und die BRICS
3.5.4 Interregionale Beziehung zwischen dem MERCOSUR und der EU
4 Abschließende Betrachtungen
Die Bachelorarbeit untersucht das ambivalente außenpolitische Verhalten Brasiliens, welches einerseits die regionale Integration im MERCOSUR als Basis für seine Machtansprüche nutzt, andererseits aber durch einseitig global ausgerichtete Interessen und eine zögerliche institutionelle Umsetzung innerhalb des Bündnisses dessen Effektivität einschränkt.
1 Einleitung
„Regionale Führungsmächte sind mit Schauspielern vergleichbar, die sehr unterschiedliche Rollen in zwei Stücken zu spielen haben, die zur gleichen Zeit im gleichen Theater aufgeführt werden.“ (Detlef Nolte)
Durch die Gründung des „Gemeinsamen Marktes des Südens“ (Mercado Común del Sur/ MERCOSUR) im Jahre 1991, der von den beiden Gründungsstaaten Argentinien und Brasilien ins Leben gerufen wurde, ist die regionale Integration in Südamerika beschlossen worden. Der in diesem Jahr von diesen beiden Staaten sowie Paraguay und Uruguay unterzeichnete Vertrag von Asunción sah vor, bis zum 1. Januar 1995 eine Freihandelszone zu schaffen und einen gemeinsamen Außenzoll zu erheben. Im Jahre 2012 konnte Venezuela als ein weiteres offizielles Mitglied gewonnen werden. Des Weiteren haben die Länder Bolivien und Ecuador einen Antrag auf eine Vollmitgliedschaft gestellt. Die gemeinsamen Formen von Marktorganisierung und wirtschaftlicher Strategien sollten im MERCOSUR vorerst im Fokus stehen. Bereits bis zum Jahre 2003 hat sich „das Handelsvolumen zwischen den MERCOSUR-Partnern […] über den Durchschnitt des Welthandels gesteigert.“ Gerade Brasilien hat einiges zur Entstehung und Entwicklung des südamerikanischen Binnenmarktes beigetragen. Denn „vor allem Brasilien ist bestrebt, durch regionale Integration an politischem Gewicht zu gewinnen.“ Im Gegensatz zu den anderen Mitgliedsländern hat Brasilien laut Kohlhepp am ehesten das „natürliche Potenzial, [um] eine Führungsrolle in Lateinamerika sowie auch allgemein unter den tropischen Entwicklungsländern ein[zu]nehmen.“
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Gründung und Entwicklung des MERCOSUR ein und erläutert die zentrale Forschungsfrage nach der ambivalenten Rolle Brasiliens innerhalb dieses regionalen Bündnisses.
2 Theoretische Einordnung: Hier werden zentrale Begriffe wie regionale Integration, Führungsmacht, Institutionalisierung und Intergouvernementalismus theoretisch definiert und in den Kontext lateinamerikanischer Außenpolitik gesetzt.
3 Brasiliens außenpolitische Ambitionen: Dieses Hauptkapitel analysiert das brasilianische Verhalten im MERCOSUR sowie in diversen globalen Foren und deckt auf, wie nationale Interessen die regionale Integration beeinflussen.
4 Abschließende Betrachtungen: Das Fazit fasst die Ambivalenz des brasilianischen Handelns zusammen und bestätigt, dass Brasilien den MERCOSUR vor allem als Machtbasis für seine globalen Ambitionen instrumentalisiert.
Brasilien, MERCOSUR, Regionale Integration, Führungsmacht, Außenpolitik, BRICS, Welthandelsorganisation, UN-Sicherheitsrat, Intergouvernementalismus, Souveränität, Machtgleichgewicht, Interessenkalkulation, Globale Ambitionen, Lateinamerika, Institutionelle Defizite.
Die Arbeit untersucht, wie Brasilien als regionale Führungsmacht seine Rolle innerhalb des MERCOSUR gestaltet und inwiefern diese Rolle durch seine globalen Machtansprüche beeinflusst wird.
Zentrale Themen sind die regionale Integration in Südamerika, die Dynamik zwischen den Mitgliedsstaaten des MERCOSUR sowie Brasiliens Engagement in globalen Organisationen wie den BRICS oder der WTO.
Ziel ist es zu ergründen, ob Brasilien den MERCOSUR lediglich als „Sprungbrett“ für globale Machtansprüche nutzt und ob dieses Verhalten die Stabilität der regionalen Integration gefährdet.
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Bachelorarbeit, die durch die Anwendung theoretischer Ansätze (Realismus, Institutionalismus) auf ausgewählte Fallbeispiele eine qualitative Analyse durchführt.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Integration, Brasiliens spezifische Außenpolitik innerhalb des MERCOSUR sowie seine Rolle in extraregionalen Bündnissen, um Rückschlüsse auf das intraregionale Verhalten zu ziehen.
Wichtige Begriffe sind Brasiliens Rolle als regionale Führungsmacht, das Spannungsfeld zwischen nationaler Souveränität und intergouvernementaler Kooperation sowie der Einfluss Brasiliens auf die Effektivität des MERCOSUR.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass der MERCOSUR für Brasilien primär als Instrument zur Machtprojektion dient, während die tatsächliche vertragliche Umsetzung von Beschlüssen im eigenen Land oft vernachlässigt wird.
Die kleineren Mitgliedsstaaten sind aufgrund ihrer wirtschaftlichen Abhängigkeit von Brasilien in ihrer Handlungsmacht stark eingeschränkt, versuchen jedoch, das Bündnis als Plattform für ihre Interessen zu nutzen.
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