Bachelorarbeit, 2015
91 Seiten, Note: 2,7
1 Einleitung
1.1 Auswahl meines Themas
1.2 Vorgehensweise
1.3 Problemstellung / Zielsetzung
2 Grundlagen des Lizenzfußballs
2.1 Begriffsklärung Lizenzfußball
2.2 Die Fußball-Bundesliga
2.3 Organisation des Lizenzfußballs
2.4 Rechtsformen der Bundesligaklubs
2.5 Transfergeschäft
3 Grundlagen der Bilanzierung
3.1 Definition von Bilanzpolitik
3.2 Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
3.3 Verpflichtung zur Bilanzierung
4 Besonderheiten der Rechnungslegung im Profifußball
4.1 Lizenzierungsordnung der DFL
4.2 Nachweise der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit
4.2.1 Anforderungen an die Rechnungslegung
4.2.2 Prüfung der Voraussetzungen
5 Bilanzierung und Bewertung der Spielerwerte im Lizenzfußball
5.1 Bilanzierungen nach HGB
5.1.1 Rechtsprechung
5.1.2 Ansatz der immateriellen Spielerwerte in der Handelsbilanz
5.1.3 Zugangsbewertung
5.1.4 Folgebewertung
5.2 Bewertungsverfahren von Spielerwerten
5.2.1 Kostenorientierter Bewertungsansatz
5.2.2 Kapitalorientierter Bewertungsansatz
5.2.3 Marktpreisorientierter Bewertungsansatz
6 Umfrage bei den Bundesligisten
6.1 Vorgehensweise Umfrage
6.2 Ergebnis und Auswertung der Umfrage
6.3 Meinung zum Umfrageergebnis
7 Exkurs: Bilanzierungspraxis in der Barclays Premier League
8 Schlussteil
8.1 Fazit der aktuellen Bewertungsmethodik
8.2 Zusammenfassender Ausblick
Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Bilanzierungspraxis von Spielerwerten im deutschen Lizenzfußball zu analysieren, insbesondere im Hinblick auf ihre handelsrechtliche Behandlung nach HGB und die damit verbundenen Bewertungsmethoden. Dabei steht die Forschungsfrage im Vordergrund, wie Spielerwerte korrekt bilanziert werden, welche Auswirkungen das Aktivierungsverbot für selbst ausgebildete Jugendspieler hat und wie die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Klubs im Rahmen des Lizenzierungsverfahrens sichergestellt wird.
5.2.3 Marktpreisorientierter Bewertungsansatz
Auf Grund dessen, dass weder der kosten-, noch der kapitalorientierte Bewertungsansatz im Fußball verlässlich anwendbar sind, bleibt einzig der marktpreisorientierte Bewertungsansatz als Möglichkeit. Dieser richtet sich nach dem Angebot und der Nachfrage und nach dem Preis, der am Markt für den Spieler erzielt werden kann.
Grundstücke werden anhand klarer Kriterien bewertet (z.B. Bodenrichtwert und Grundstücksgröße) – bei der Bewertung von Unternehmen gibt es ebenfalls klare Bewertungskriterien, anhand derer sich der Marktwert bestimmen lässt (z.B. Discounted Cash Flow Methode). Anders ist dies bei der Spielerbewertung bzw. den Marktwerten eines Fußball-Lizenzspielers. Der Marktwert ist von vielen Faktoren abhängig, lässt sich allerdings nicht genau bestimmen. Vielmehr ist dieser vom Angebot und der Nachfrage abhängig, denn auch im Fußball hängt der „echte“ Wert eines Spielers immer davon ab, wie viele Clubs sich die Dienste des Spielers gerne sichern würden. Umso begehrter ein Spieler beim eigenen Verein ist und umso mehr Vereine an diesem Spieler interessiert sind, desto höher wird selbstverständlich die Ablöse ausfallen, da diese wie in der Wirtschaft durch Angebot und Nachfrage gesteuert wird.
Da die Ablöse einer der Faktoren bei der Marktwertberechnung ist, steigt mit steigender Ablöse auch der Marktwert des Spielers. Die Ablöse ist jedoch nicht immer aussagekräftig über den eigentlichen Marktwert des Spielers. Nach dem Wechsel des Spielers Fernando Torres zum FC Chelsea für 58,50 Millionen im Jahr 2010 war der FC Liverpool gezwungen einen neuen Stürmer zu verpflichten. Da es nicht viele adäquate Stürmer auf dem Transfermarkt gab und der potentiell abgebende Verein, in diesem Fall Newcastle United, sich sowohl der finanziell guten Situation als auch der persönlichen Notlage auf der Stürmerposition des FC Liverpool bewusst war, rief Newcastle United einen Preis für Andy Carroll auf, der weit über dem eigentlichen Marktwert des Stürmers lag. Der Stürmer Andy Carroll wechselte somit für rund 41 Millionen Euro zum FC Liverpool, obwohl der Marktwert zum Zeitpunkt des Transfers bei rund 20 Millionen Euro lag.
1 Einleitung: Diese Einleitung beschreibt die Motivation zur Themenwahl, die Vorgehensweise und die übergeordnete Zielsetzung der Arbeit bezüglich der Bilanzierung von Spielerwerten.
2 Grundlagen des Lizenzfußballs: Es werden der Begriff Lizenzfußball, die Organisation der Bundesliga, die Rechtsformen der Klubs sowie die Bedeutung des Transfergeschäfts dargelegt.
3 Grundlagen der Bilanzierung: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe der Bilanzpolitik, erläutert die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) und die rechtliche Bilanzierungspflicht.
4 Besonderheiten der Rechnungslegung im Profifußball: Hier stehen die Lizenzierungsordnung der DFL und die spezifischen Anforderungen an die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Klubs im Mittelpunkt.
5 Bilanzierung und Bewertung der Spielerwerte im Lizenzfußball: Es werden die handelsrechtliche Behandlung nach HGB, die Ansätze für Spielerwerte, die Zugangsbewertung sowie verschiedene Bewertungsverfahren detailliert diskutiert.
6 Umfrage bei den Bundesligisten: Dieses Kapitel erläutert die Methodik und Ergebnisse einer selbst durchgeführten Umfrage zur Bilanzierungspraxis unter den Erst- und Zweitligaklubs.
7 Exkurs: Bilanzierungspraxis in der Barclays Premier League: Ein Vergleich der deutschen Bilanzierungspraxis mit der in England nach der Reform 1999.
8 Schlussteil: Das Fazit fasst die aktuelle Bewertungsmethodik kritisch zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung im Lizenzfußball.
Bilanzierung, Spielerwerte, Lizenzfußball, HGB, Transferentschädigung, DFL, Lizenzierungsverfahren, Handelsbilanz, Bewertungsmethodik, Marktwert, Spielerlaubnis, Jugendspieler, Aktivierung, Bundesliga, Jahresabschluss
Die Arbeit beschäftigt sich mit der bilanziellen Behandlung von Spielerwerten bei Profifußballvereinen unter Berücksichtigung des deutschen Handelsrechts (HGB) und der spezifischen DFL-Regularien.
Die Themenfelder umfassen die rechtlichen Rahmenbedingungen des Lizenzfußballs, die Grundsätze ordnungsmäßiger Bilanzierung, Besonderheiten bei der Spieleraktivierung und die methodische Bewertung von Spielerwerten.
Das Ziel ist die Analyse der aktuellen Bilanzierungspraxis im deutschen Profifußball, die Aufdeckung möglicher Schwachstellen bei der Bewertung und die Untersuchung der bilanziellen Behandlung von Jugendspielern.
Neben einer umfassenden Literaturanalyse zur Bilanztheorie und Rechtsprechung wird eine empirische Primärerhebung in Form einer Umfrage bei allen Erst- und Zweitligaklubs zur Bilanzierungspraxis durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen des Fußballs und der Bilanzierung sowie in die detaillierte Analyse der Spielerbewertung, ergänzt durch einen Exkurs zur englischen Praxis.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Spielerwerte, Bilanzierungspflicht, DFL-Lizenzierung, Anschaffungskosten, Marktwert und HGB-Rechnungslegung definieren.
Nach geltendem HGB dürfen selbst geschaffene immaterielle Werte nicht aktiviert werden, da aufgrund fehlender Anschaffungskosten keine verlässliche Bemessungsgrundlage existiert und somit das Vorsichtsprinzip greift.
Das Urteil hat die Ablösefreiheit von Spielern nach Vertragsende ermöglicht, was Vereine dazu motiviert hat, Spieler verstärkt mit langfristigen Verträgen auszustatten, um den Marktwert des Spielers zu sichern.
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