Masterarbeit, 2014
88 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
I/ Meinloh und seine Zeit
A/ Autorschaft im Mittelalter
B/ Die ars litteraria als höfisches Medium
C/ Die Kunst der discussio
II/ Meinlohs Auffassung der „minne“
A/ Wen lieben?
B/ Die „minne“ und die Ehepraxis
C/ Die Rolle der Kirche
III/ Die „minne“ als gesellschaftliches Spiel
A/ Warum leiden?
B/ Moral und Sexualität
C/ Meinlohs Frauen und Männer
Schluss
Bibliographie
Anhänge (1-6)
Zusätzlicher Anhang
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Darstellung und Auffassung zwischengeschlechtlicher Beziehungen im Werk des Minnesängers Meinloh von Sevelingen. Ziel ist es, die soziokulturelle Einbettung der „minne“ in den höfischen Kontext des 12. Jahrhunderts zu analysieren und aufzuzeigen, wie Meinloh als Vermittler höfischer Normen und moralischer Konzepte agiert.
B/ Die ars litteraria als höfisches Medium
Meinloh hat die Rolle des Literaten am Hof inne: Es schickt sich jetzt zu fragen, welche Rolle es gespielt hat, Literatur zu machen, in einer Welt, die zunächst so sehr auf irdischen Machtkämpfen zu bestehen scheint. Die zwei ersten Strophen vom Lied I geben dazu gute Auskünfte:
dô ich dich loben hôrte, dô het ich dich gerne erkant.
durch dîne tugende manige fuor ich ie wallende, unz ich dich vant.
Als ich dein Lob hörte, da wollt ich dich gerne kennenlernen.
Deiner vielen Vorzüge wegen, macht ich mich auf die Fahrt, bis ich dich fand.
Das lyrische Ich erklärt hier, er sei bereit von einem Orte her zu einem anderen hinzugehen, wo es das Du gibt, bloß durch das Hörensagen der Tugenden des Du: Dies ist zunächst kennzeichnend für die hohe Mobilität der damaligen Menschen, die Freude am Zusammensein und die gesellschaftliche Rolle der Lieder.
Der Mensch, so Aristoteles, ist ein „zôon politikon“, ein geselliges Wesen, das mit anderen Menschen verkehren will, um einfach zu existieren. Dabei spielt die Sprache eine große Rolle: Sie ist identitätsstiftend und, wie oben gesagt, dient der Ausgrenzung mit denen, die der vom Ich gewählten Gruppe nicht angehören. Schmidt betont zu Recht: „Je größer und je differenzierter diese Gruppen werden, umso notwendiger wird die menschliche Kommunikation.“ Hier gilt es sich durch die Sprache gegenüber den anderen gesellschaftlichen Gruppen, etwa denjenigen der als niedrig Angesehenen aller Art, zu behaupten, zu zeigen, dass man „dazugehört“. Es geht hier um ein bestimmtes Zusammenleben, das zuerst auf Schein fußt, auf Hörensagen, auf Ansehen und Machteinflüsse, und dies geschieht teilweise durch die Lyrik, die vor allem Unterhaltungskunst, aber auch Teil des gesellschaftlichen Diskurses ist.
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen und religiösen Kontext der Geschlechterrollen im 12. Jahrhundert und motiviert die Untersuchung von Meinloh von Sevelingen als Schlüsselautor einer literarischen Epoche.
I/ Meinloh und seine Zeit: Dieses Kapitel verortet Meinloh in seinem soziokulturellen Umfeld und beleuchtet die Rolle des Literaten als Teil eines ritterlich-ständischen Kollektivs.
II/ Meinlohs Auffassung der „minne“: Hier wird der Minnebegriff des Dichters im Kontext von Ehepraxis und kirchlichem Einfluss kritisch hinterfragt.
III/ Die „minne“ als gesellschaftliches Spiel: Der Hauptteil analysiert das Minnegeschehen als soziales und moralisches Spiel, das sowohl durch gesellschaftliche Zwänge als auch durch individuelle Strebungen geprägt ist.
Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Rolle des Minnesangs als moralisch-didaktisches Medium der höfischen Welt.
Minnesang, Meinloh von Sevelingen, minne, höfische Gesellschaft, ars litteraria, Sozialgeschichte, Mittelalter, Geschlechterbeziehungen, ritterliche Ethik, Codex Manesse, Literatursoziologie, Liebe, Identität, höfische Kultur, moralische Didaktik.
Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Darstellung zwischengeschlechtlicher Beziehungen im Werk von Meinloh von Sevelingen und bettet diese in den soziokulturellen Rahmen des 12. Jahrhunderts ein.
Zentrale Themen sind die Rolle der Minne, das höfische Gesellschaftsleben, die Schnittstellen zwischen mittelalterlicher Moral, Sexualität und der religiösen Prägung der Zeit.
Ziel ist die Definition von Meinlohs Minneauffassung und die Untersuchung der Frage, wie diese in den gesellschaftlichen Kontext von Macht, Stand und Literaturproduktion integriert war.
Die Arbeit nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der literaturwissenschaftliche Textanalyse mit historischen, soziologischen und mediävistischen kulturgeschichtlichen Methoden verbindet.
Der Hauptteil analysiert die Praxis der Minne, ihre Funktion als gesellschaftliches Spiel, die Rolle der Kirche und der Moral sowie die Konstruktion von Identität durch Sprache und Literatur.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Minnesang, minne, höfische Gesellschaft, Sozialgeschichte des Mittelalters, ritterliche Ethik und die literarische Vermittlung gesellschaftlicher Normen.
Die „merkaere“ werden nicht nur als reine Sittenwächter verstanden, sondern als künstliche Schöpfungen, die den nötigen sozialen Druck erzeugen, um das Minnespiel als gesellschaftliches Phänomen zu legitimieren.
Der Begriff des „habitus“ dient dazu, die sozialen Gewohnheiten und das kollektive Auftreten des Adels zu beschreiben, in dem sich die Minne als Ausdruck ritterlicher Existenz entfaltet.
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