Bachelorarbeit, 2013
49 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Integration von Migranten in Deutschland
2.1 Integration als Akkulturationsstrategie nach John Berry
2.2 Migranten in Deutschland: Integriert, assimiliert, separiert oder marginalisiert? Eine kurze Situationsbeschreibung
2.3 Erklärungsvorschläge für mangelnde Integration von Migranten im sozialwissenschaftlichen und öffentlichen Diskurs
3. Akkulturationsstrategien von Migranten als rationale Handlungsstrategien angesichts ihrer Kapitalienausstattung
3.1 Sozialer Raum, Kapitalien, Felder und Habitus: Pierre Bourdieus Theorie der sozialen Ungleichheit
3.2 Bildungsverhalten als strategische Praxis von Migranten: Der Übertragungsversuch der Bourdieu'schen Kapitalientheorie auf die Situation von Migrantenkindern im deutschen Bildungssystem nach Diefenbach und Nauck
4. Bedingungen für erfolgreiche Integration von Migranten in Deutschland
4.1 Individuelle Bedingungen: Kapitalienausstattung und -erwerb auf Seiten der Migranten
4.2 Gesellschaftliche Bedingungen für den Einsatz, den Erwerb und die Nutzbarkeit von Kapitalien durch Migranten
5. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die Integration von Migranten in Deutschland als spezifische Akkulturationsstrategie. Unter Anwendung der Kapitalientheorie von Pierre Bourdieu wird analysiert, unter welchen individuellen und gesellschaftlichen Bedingungen Zuwanderer bestimmte Akkulturationsstrategien wählen und welche Faktoren deren Erfolg beeinflussen.
3.1 Sozialer Raum, Kapitalien, Felder und Habitus: Pierre Bourdieus Theorie der sozialen Ungleichheit
Im Rahmen seiner Theorie der sozialen Ungleichheit bzw. der Reproduktion sozialer Ungleichheit kommt dem, was Bourdieu „Kapitalien“ nennt, große Bedeutung zu: Die Verteilung von Kapitalien auf Personen oder soziale Gruppen ist es, die den sozialen Raum oder „den Raum der sozialen Lebenslagen strukturiert“, der „[…] entsprechend der synchronischen und diachronischen Verteilung von Volumen und Struktur des Kapitals in seinen verschiedenen Ausprägungen aufgebaut ist, wobei die Position jeder Gruppe (Klassenfraktion) determiniert wird durch das Ensemble an charakteristischen und unter diesen Verhältnissen als relevant definierten Merkmalen“. Nach Bourdieu ist es also die Verfügbarkeit über Kapitalien, die jeder Person bzw. jeder sozialen Gruppe eine bestimmte Position im Ungleichheitsgefüge einer Gesellschaft zuweist.
Den Kapitalienbegriff übernimmt Bourdieu von Karl Marx, aber anders als Marx bezeichnet Bourdieu nicht nur ökonomisches Kapital als Kapital. Vielmehr unterscheidet er verschiedene „Kapitalgrundarten“, nämlich ökonomisches, kulturelles und soziales Kapital. Als ökonomisches Kapital bezeichnet er alle Formen materiellen Besitzes oder Wohlstands. Kulturelles Kapital tritt als inkorporiertes und als institutionalisiertes kulturelles Kapital sowie als kulturelles Kapital in objektivierter Form auf. In inkorporierter Form umfasst es die Fähigkeiten, Fertigkeiten und Wissensbestände einer Person, aber auch „nur langfristig zu erwerbende Wahrnehmungs- und Bewegungskompetenzen sowie spontane Äußerungen des Geschmacks“. In institutionalisierter Form beinhaltet es formale Qualifikationen wie Schulabschlüsse und Bildungstitel, die den Fertigkeiten und dem Wissen der Person gesellschaftlich anerkannten Wert geben, sie also legitimieren. Objektiviertes kulturelles Kapital sind u.a. Bücher, Kunstwerke und Geräte, die Ausdruck kultureller Leistungen sind. Soziales Kapital resultiert aus dem Nutzen, den man aus sozialen Beziehungen ziehen kann.
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Integrationsproblematik in Deutschland und führt in die strukturell-individualistische Perspektive sowie die Kapitalientheorie Bourdieus als theoretischen Rahmen ein.
2. Integration von Migranten in Deutschland: Das Kapitel beschreibt den Stand der Integration, erläutert die Akkulturationsstrategien nach John Berry und analysiert Gründe für bisherige Integrationsdefizite.
3. Akkulturationsstrategien von Migranten als rationale Handlungsstrategien angesichts ihrer Kapitalienausstattung: Hier werden die theoretischen Konzepte Bourdieus sowie der Übertragungsversuch von Diefenbach und Nauck auf die Bildungsentscheidungen von Migrantenfamilien vorgestellt.
4. Bedingungen für erfolgreiche Integration von Migranten in Deutschland: Dieses Kapitel untersucht die individuellen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die den Erwerb, den Erhalt und den Einsatz von Kapitalien beeinflussen.
5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die theoretischen Erkenntnisse und betont die Notwendigkeit, bei Integrationspolitik sowohl die individuelle als auch die gesellschaftliche Ebene einzubeziehen.
Pierre Bourdieu, Kapitalientheorie, Integration, Akkulturation, Migranten, Deutschland, soziale Ungleichheit, kulturelles Kapital, soziales Kapital, ökonomisches Kapital, Habitus, Bildungsverhalten, Migrationspolitik, Akkulturationsstress, soziale Platzierung.
Die Arbeit analysiert die Integration von Migranten in Deutschland aus einer sozialwissenschaftlichen Perspektive, wobei insbesondere die Kapitalientheorie von Pierre Bourdieu genutzt wird.
Zentrale Themen sind Akkulturationsstrategien, die Rolle verschiedener Kapitalformen (ökonomisch, kulturell, sozial) bei der Integration sowie die Auswirkungen von Migrationspolitik auf die Handlungsspielräume von Zuwanderern.
Das Ziel ist es, zu erklären, unter welchen Bedingungen Zuwanderer bestimmte Akkulturationsstrategien wählen und wie gesellschaftliche Barrieren oder Anreize deren Erfolg beeinflussen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und nutzt das strukturell-individualistische Forschungsprogramm, um das Zusammenspiel von individuellen Ressourcen (Kapitalien) und Kontextbedingungen zu untersuchen.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Kapitalientheorie, deren Anwendung auf Bildungsentscheidungen von Migranten sowie die Analyse individueller und gesellschaftlicher Bedingungen für eine erfolgreiche Integration.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kapitalientheorie, Pierre Bourdieu, Akkulturation, Integration, Migranten und soziale Ungleichheit charakterisiert.
Die Arbeit stützt sich auf die vier Strategien nach John Berry (Integration, Assimilation, Separation, Marginalisierung) und übersetzt diese in Kapitalienkonstellationen im Sinne Bourdieus.
Flüchtlinge dienen als Fallbeispiel für eine Gruppe, der durch restriktive Politik (totale Institution Asyl) die Möglichkeit verwehrt wird, vorhandenes Kapital zu nutzen oder neues Kapital zu erwerben.
Die Autorin argumentiert, dass Integrationsmisserfolge nicht nur auf individuellen Defiziten beruhen, sondern oft durch gesellschaftliche Anreize oder Barrieren (z.B. Migrationspolitik) bedingt sind.
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