Bachelorarbeit, 2010
75 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Fragestellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Methodische Herangehensweise
2. Das Künstlersubjekt zwischen Celebrity-Kultur und Postmoderne
2.1 Das Subjekt und die „Selbsttechnologien“
2.2 Das Diktum vom Tod des Autors
2.3 Der Diskurs um das Künstlersubjekt
2.3.1 Der „Celebrity-Artist“
2.3.2 Das weibliche Künstlersubjekt
2.4 Die Bedeutung des Neuen im Kunstsystem
3. Konstruktion des Selbst in der künstlerischen Arbeit Tracey Emins
3.1 Bildtheoretische Analyse der Arbeit „Everyone I have ever slept with 1963-1995“
3.2 Kontextualisierung: britische Kunst in den 1990er Jahren
3.3 Biografie als Gegenstand der künstlerischen Arbeit
3.3.1 Biografischer Hintergrund
3.3.2 Künstlerische Arbeit zwischen Biografie, Rollenmustern und Vorbildern
3.4 Medien als Raum der Inszenierung und Selbstbefragung
3.4.1 Mediale Inszenierung der Biografie
3.4.2 Öffentliche Inszenierung als integraler Bestandteil der künstlerischen Arbeit
3.5 Emin und Andy Warhol als Celebrities - ein Vergleich
4. Tracey Emin als Objekt der Medien
4.1 Die Erzeugung öffentlicher Aufmerksamkeit
4.2 Inhaltliche Dimension der Berichterstattung
4.2.1 Exemplarische Rezeptionsanalyse von „Everyone I have ever slept with 1963-1995“
4.2.2 Emin als Objekt der Kunstkritik und Lifestyle-Presse
4.3 Emin als Celebrity?
5. Fazit und Ausblick: Kunst als Selbstbefragung?
Die Arbeit untersucht die künstlerische Arbeit von Tracey Emin im Kontext des modernen Künstlersubjekts und hinterfragt, ob ihre Werke als authentische Selbstbefragung oder als kalkulierte Inszenierung einer Celebrity-Persona zu deuten sind.
3.1 Bildtheoretische Analyse der Arbeit „Everyone I have ever slept with 1963-1995“
Eine anschauliche Analyse von Emins Arbeit „Everyone I have ever slept with 1963-1995“ (vgl. Abbildung 1 und 2) soll sich der wahrnehmbaren Qualität der Arbeit widmen; die bildliche Logik lässt sich nach Gottfried Boehm als „nicht-prädikativ“ begreifen und ihr Verständnis bedarf der Anschauung (Boehm 2004: 28).
Die Arbeit „Everyone I have ever slept with 1963-1995“ eignet sich vor allem, weil sie als ein Hauptwerk - auch von der Künstlerin selbst zu einem solchen deklariert - gilt und da die davon ausgelöste Diskussion in besonderem Maße zeigt, welche Positionen sich in Bezug auf Emins Werk formieren. Da es sich um eine Installation handelt, die nicht für eine bestimmte Ausstellungssituation geschaffen wurde und im Kontext verschiedener Ausstellungen präsentiert wurde, soll der Umraum bei der Analyse keine besondere Berücksichtigung finden, wenn auch das Verhältnis zum Raum an sich thematisiert werden soll.
Der Stoff am Eingang des dunkelblauen, verkaufsüblichen Zeltes, das im Ausstellungsraum steht, ist an beiden Seiten festgebunden, sodass sich ein Blick in das hell erleuchtete Innere werfen lässt. Zunächst fällt auf, dass am unteren Rand um das Zelt herum der Titel der Arbeit „Everyone I have ever slept with 1963-1995“ in großen, kräftig roten Großbuchstaben mit Stoff aufgestickt ist. „Everyone I have ever slept with“ lässt zunächst daran denken, dass hier von Sexualpartnern die Rede sei.
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Forschungsinteresse an Tracey Emins Selbstinszenierung und formuliert die grundlegenden Fragen zur Authentizität und zum Künstlersubjekt.
2. Das Künstlersubjekt zwischen Celebrity-Kultur und Postmoderne: Dieses Kapitel verortet das Künstlersubjekt theoretisch im Diskurs der Postmoderne und beleuchtet die Begriffe der Selbsttechnologien und des "Celebrity-Artist".
3. Konstruktion des Selbst in der künstlerischen Arbeit Tracey Emins: Hier wird die künstlerische Praxis Emins anhand konkreter Werke, ihrer Biografie und ihrer Identitätskonstruktion durch Aneignung analysiert.
4. Tracey Emin als Objekt der Medien: Das Kapitel untersucht, wie Medien die Figur Emin konstruieren und wie Kunstkritik sowie Lifestyle-Presse auf ihre Arbeiten reagieren.
5. Fazit und Ausblick: Kunst als Selbstbefragung?: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet Emins Werk abschließend in den kunstwissenschaftlichen Diskurs ein.
Tracey Emin, Künstlersubjekt, Postmoderne, Celebrity-Kultur, Identitätskonstruktion, Selbsttechnologien, Authentizität, Everyone I have ever slept with, Young British Artists, Medieninszenierung, Biografie, Kunstkritik, Subjektivierung, Aneignung, My Bed.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der künstlerischen Praxis von Tracey Emin und der Frage, wie sie ihre eigene Biografie und Person als künstlerisches Material verwendet und medial inszeniert.
Zentrale Themen sind das Künstlersubjekt, der Einfluss der Celebrity-Kultur, die Bedeutung von Authentizität im postmodernen Kunstbetrieb sowie die methodische Aufarbeitung von Biografie in der zeitgenössischen Kunst.
Das Ziel ist es, Emins Werk vor dem Hintergrund des aktuellen Diskurses um das Künstlersubjekt kritisch zu beleuchten und gängige Rezeptionsmuster der Kunstkritik zu hinterfragen.
Es wird eine hermeneutische, beobachtende Quellenanalyse durchgeführt, die theoretische Ansätze (u.a. Foucault, Butler, Luhmann) mit der praktischen Analyse von Emins Werken verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die kunstwissenschaftliche Kontextualisierung von Emins Werk sowie eine spezifische Untersuchung der medialen Konstruktion ihrer öffentlichen Rolle.
Schlüsselbegriffe sind Identitätskonstruktion, Celebrity-Status, Selbsttechnologien und die Wechselwirkung von Biografie und Kunstwerk.
Während bei Warhol die Entmythologisierung durch serielle Produktion und eine distanzierte Pose im Vordergrund steht, behauptet Emin durch ihr Werk eine Nähe und Unmittelbarkeit, die sie trotz Konstruiertheit als ernsthaftes "Selbst" markiert.
Der Begriff beschreibt, wie Emin aus fragmentarischen Erinnerungen, Rollenmustern und Vorbildern ein künstlerisches Selbst konstruiert, das einer ständigen Passungsarbeit zwischen innerer und äußerer Welt unterliegt.
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