Examensarbeit, 2014
93 Seiten, Note: 15 Punkte
1 Einleitung
2 ,Vor‘ der Schule
2.1 Entwicklung des kindlich mathematischen Verständnisses
2.2 Familie
2.3 Kindergarten
2.3.1 Aufgaben des Kindergartens
2.3.2 Praxisbeispiel ‚Die Reise ins Zahlenland‘
2.3.3 Kenntnis am Ende der Kindergartenzeit
3 Übergang
3.1 Gestaltung des Übergangs
3.2 Testung der Schulfähigkeit
4 Schule – Anfangsunterricht
4.1 Bildungsstandards
4.2 Erwartungen der Lehrerinnen und Lehrer an Schulanfängerinnen und Schulanfänger
4.3 Didaktische Gestaltung
4.4 Arithmetik
4.5 Geometrie
5 Einzelfallstudie
5.1 Rahmenbedingungen
5.2 Design der Forschung
5.3 Beobachtungsprotokolle
5.3.1 Beobachtungen in der Familie und dem Kindergarten
5.3.2 Zwischeninterpretationen
5.3.3 Beobachtungen in dem Anfangsunterricht
5.4 Interpretationen
6 Fazit
Diese Arbeit befasst sich mit der zentralen Frage, wie mathematische Vorkenntnisse von Schulanfängern im frühen Mathematikunterricht identifiziert und produktiv aufgegriffen werden können, um eine Unter- oder Überforderung der Kinder zu vermeiden. Dabei wird ein besonderer Fokus auf die Heterogenität der Lernvoraussetzungen gelegt und der Übergang vom Kindergarten zur Grundschule analysiert.
2.1 Entwicklung des kindlich mathematischen Verständnisses
Es wird auf Grund einiger Versuche vermutet, dass eine gewisse Sensibilität für Quantitäten angeboren ist (Vgl. ebd. S. 10). Säuglinge fixieren eine Abbildung von drei Objekten länger als eine Abbildung von zwei Objekten. Es lässt sich daraus schließen, dass bereits Säuglinge ein gewisses Mengenbewusstsein besitzen (Vgl. Hasemann & Gasteiger 2014, S. 2f.). Dieses Bewusstsein ist jedoch zunächst sehr begrenzt, da Säuglinge nur Mengen bis zu vier Objekte vergleichen können. Bei größeren Mengen muss eine deutliche Differenz vorliegen, damit sie den Unterschied erkennen (Vgl. Rademacher u.a. 2009, S. 10; Hasemann & Gasteiger 2014, S. 2).
Des Weiteren wurde eine deutliche Additionshandlung vor den Augen von Säuglingen vorgeführt. Die Fixierdauer war bedeutend länger, wenn ihnen als Ergebnis eine falsche Anzahl präsentiert wurde. Somit kann ebenfalls ein Bewusstsein für Mengenveränderungen angenommen werden (Vgl. Hasemann & Gasteiger 2014, S. 2f.). Es ist fraglich, ob dieses Bewusstsein als arithmetische Fähigkeit gezählt werden kann. Hasemann & Gasteiger formulieren es daher eher offen und gehen davon aus, dass es für Säuglinge bei solchen Additionshandlungen „erwartete und unerwartete Ergebnisse gibt“ (ebd. S. 3).
1 Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz mathematischer Bildung im Alltag und thematisiert die Herausforderungen der Heterogenität in der ersten Klasse sowie die Notwendigkeit, Kinder dort abzuholen, wo sie stehen.
2 ,Vor‘ der Schule: Dieses Kapitel beleuchtet die mathematische Entwicklung von Geburt bis zum Schuleintritt, wobei insbesondere der Einfluss von Familie und Kindergarten auf erste Kompetenzen analysiert wird.
3 Übergang: Hier werden die komplexen Anforderungen des Übergangs vom Kindergarten in die Grundschule sowie die Bedeutung der Kooperation beider Institutionen diskutiert.
4 Schule – Anfangsunterricht: Dieses Kapitel widmet sich der didaktischen Gestaltung des Anfangsunterrichts, den gesetzlichen Rahmenbedingungen der Bildungsstandards sowie den spezifischen Inhaltsbereichen Arithmetik und Geometrie.
5 Einzelfallstudie: Die Einzelfallstudie dokumentiert anhand eines Schulanfängers die praktischen Gegebenheiten bei der Identifikation und Förderung mathematischer Kompetenzen in den ersten Schulwochen.
6 Fazit: Das Fazit führt die theoretischen Erkenntnisse und die Beobachtungen der Einzelfallstudie zusammen, um die Leitfrage der Arbeit abschließend zu beantworten.
Mathematik, Anfangsunterricht, Grundschule, Kindergarten, Schulanfänger, Vorkenntnisse, Heterogenität, Zählkompetenz, Übergang, Didaktik, Einzelfallstudie, Arithmetik, Geometrie, Bildungsstandards, Lernprozesse.
Die Arbeit untersucht, wie Lehrerinnen und Lehrer mit der Heterogenität mathematischer Vorkenntnisse bei Schulanfängern umgehen und diese in den ersten Schulwochen effektiv in den Unterricht einbinden können.
Die Arbeit verknüpft die vorschulische Entwicklung (Familie/Kindergarten) mit den Anforderungen an den Übergang zur Grundschule und der didaktischen Umsetzung im arithmetischen und geometrischen Anfangsunterricht.
Das Ziel ist es, durch einen Literaturvergleich und eine begleitende Einzelfallstudie zu klären, wie mathematische Kompetenzen von Kindern beim Eintritt in die Schule identifiziert und für den Unterricht genutzt werden können.
Es handelt sich um eine qualitative Einzelfallstudie, bei der Beobachtungsprotokolle erstellt und interpretativ mit der bestehenden Theorie abgeglichen wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Abschnitte zur Entwicklung, zum Übergang und zur didaktischen Gestaltung sowie in eine praktische Einzelfallstudie zur Beobachtung eines Schulanfängers.
Zentrale Begriffe sind Anfangsunterricht, mathematische Vorkenntnisse, Heterogenität, Zählkompetenz, Bildungsstandards und Kooperation zwischen Kindergarten und Grundschule.
Der Begriff hinterfragt kritisch die früher verbreitete Annahme, dass Kinder ohne mathematische Vorerfahrungen in die Schule kommen, was durch die Arbeit ausdrücklich widerlegt wird.
Sie ermöglicht es, Lernende bei ihrem individuellen Wissensstand abzuholen, anstatt alle mit identischen Aufgaben zu konfrontieren, und fördert somit selbstständiges und kommunikatives Arbeiten.
Die Einzelfallstudie veranschaulicht an einem konkreten Beispiel, wie die Theorie der Vorkenntnisse in der Praxis des Schulalltags bei einem spezifischen Schüler (Julius) angewandt oder vernachlässigt wird.
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