Examensarbeit, 2015
70 Seiten, Note: 1,6
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Vorgehensweise
2 Theoretische Grundlagen des Lesens
2.1 Definition und Einordnung des Lesebegriffs
2.2 Lesekompetenz als Leseziel
2.2.1 Buchstabieren als Lesefertigkeit
2.2.2 Kontextuelle Einordnungsfähigkeit in Silben und Wörter
2.2.3 Informationsumwandlung durch Leseverständnis
2.3 Lesestörungen
2.3.1 Definitionen der Lese-Rechtschreibstörung
2.3.2 Lesestörungen als Teilmenge der Lese-Rechtschreibstörung
2.3.3 Ursachenbeschreibung
2.3.4 Begleitende Symptome
2.3.5 Anamnese
2.3.6 Diagnostische Ansätze
2.3.7 Ausgewählte Therapieansätze
3 ELFE 1-6 Leseverständnistest
3.1 Anwendungsbereiche und Anwendungszeitraum
3.2 Aufbau der Testszenarien
3.3 Durchführung
3.4 Auswertung
3.5 Normierung, Reliabilität und Validität
4 Trainingsprogramm ELFE-T
4.1 Anwendungsbereiche und Abgrenzung
4.2 Aufbau des Trainingsprogramms
4.3 Zielsetzung
4.4 Durchführung
4.5 Auswertung
5 Durchführung der Tests und Trainingsprogramme
5.1 Methode
5.2 ELFE 1-6
5.2.1 Untersuchungsgruppe
5.2.2 Anwendung des ELFE 1-6 Leseverständnistests auf die Probanden
5.2.3 Testumgebung
5.2.4 Testdurchführung
5.3 ELFE-T
5.3.1 Trainingsgruppe
5.3.2 Anwendung des ELFE-T Trainingsprogramms auf die Probanden
6 Ergebnisdarstellung und Ergebnisanalyse
6.1 ELFE 1-6: Validität der Testergebnisse
6.2 Deskriptive Ergebnisbetrachtung
6.3 Korrelative Ergebnisdarstellung und -analyse
6.4 Geschlechtsspezifische Ergebnisdarstellung und -analyse
6.5 Analyse der Testergebnisse und Lehrkraftbewertung im Vergleich
6.6 Vergleich der letzten Deutschnote und der Testleistung
7 Ergebnisdiskussion
7.1 Ergebnisdiskussion der ELFE 1-6 Testungen
7.2 Kritische Würdigung des ELFE-T Programms
8 Fazit
Die Arbeit untersucht die Wirksamkeit des Leseverständnistests ELFE 1-6 als diagnostisches Werkzeug sowie den Erfolg des Trainingsprogramms ELFE-T bei Grundschulkindern einer Diagnose- und Förderklasse. Ziel ist es, auf Basis einer empirischen Untersuchung zu prüfen, ob diese Instrumente zur gezielten Identifikation und Förderung von Lesekompetenz beitragen können.
2.1 Definition und Einordnung des Lesebegriffs
Aus etymologischer Sicht ist das Wort „lesen“ unterschiedlich herzuleiten und formt sich durch die verschiedenen sprachlichen Wurzeln zum heutigen „Lesebegriff“. Nach Kluge ist der Wortstamm „lesan“ bzw. „lesen“ bereits im Althochdeutschen verwurzelt und setzt sich ebenfalls als „lesen“ bis in das Mittelhochdeutsche in der Bedeutung von „auflesen“ oder „sammeln“ fort. In dieser Ausgangsbedeutung ist das Wort vergleichbar mit dem litauischen „lèsti“, dem gotischen „lisan“ und auch dem in mehreren afrikanischen Sprachen vorkommenden „lesa“. Diese ursprünglichen Etymologien bezeichnen jeweils das ein „auswählendes Sammeln“. In der heutigen Bedeutung wird das lateinische „legere“ im eigentlichen Sinne des „Auflesens“, später jedoch auch als „Lesen von Spuren“ und somit in Entlehnung als dem „Folgen von Schriftzeichen“ (als Spur) und somit einem lesenden Verstehen, herangezogen.
Geht man nun von einer sprachlichen Dynamik aus, so ist offensichtlich, dass von einem Ursprungsbegriff, der das sachliche Auflesen von Dingen, das Auswählen im Sinne einer Lese und schließlich das Deuten einer Spur beschreibt, eine Entwicklung hin zu einem aktuellen Verständnis des Begriffs geführt hat.
Lesen ist eng verbunden mit dem Verstehen. Dies bedeutet, dass nicht allein das visuelle oder taktile Erkennen von Gegenständen, Symbolen, Zeichen, Spuren etc. ausreichend ist, um von einem Lesebegriff nach forschungsaktuellen Maßstäben zu sprechen. Jedes Lesen im verstehenden Sinne setzt also einerseits das Erkennen voraus. Dieses zumeist visuelle – jedoch auch etwas bei dem Ertasten der Blindenschrift „Braille“ taktil vorkommende – Erkennen löst eine kognitive Verarbeitung aus und formt eine Gesamtheit von einzelnen Komponenten zu einem sinnhaft begreifbaren Ganzen.
1 Einleitung: Einführung in die Relevanz des Leseverständnisses und Definition der Forschungsziele sowie der methodischen Vorgehensweise.
2 Theoretische Grundlagen des Lesens: Herleitung des Lesebegriffs, Beschreibung der Lesekompetenz und theoretische Einordnung von Lesestörungen.
3 ELFE 1-6 Leseverständnistest: Vorstellung der wissenschaftlichen Grundlagen, der Anwendungsbereiche, des Aufbaus und der statistischen Kennwerte des Tests.
4 Trainingsprogramm ELFE-T: Erläuterung der Konzeption, der Zielsetzung sowie der Anwendungsmöglichkeiten des Trainingsprogramms zur Leseförderung.
5 Durchführung der Tests und Trainingsprogramme: Detaillierte Darstellung des methodischen Vorgehens bei der empirischen Untersuchung an der Rostocker Grundschule.
6 Ergebnisdarstellung und Ergebnisanalyse: Präsentation und statistische Auswertung der gewonnenen Testdaten unter Berücksichtigung verschiedener Einflussfaktoren.
7 Ergebnisdiskussion: Kritische Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der ELFE-Testungen sowie eine Bewertung der Effektivität des ELFE-T Programms.
8 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Wirksamkeit der untersuchten Instrumente im Kontext der Lese-Rechtschreibstörung.
Lesekompetenz, Leseverständnis, Lese-Rechtschreibstörung, LRS, ELFE 1-6, ELFE-T, Leseförderung, Grundschule, Diagnostik, Lesestörungen, Trainingsprogramm, empirische Untersuchung, Schriftspracherwerb, Lesegeschwindigkeit, Wortverständnis.
Die Arbeit befasst sich mit der Evaluation der Wirksamkeit des standardisierten Leseverständnistests ELFE 1-6 und des ergänzenden Trainingsprogramms ELFE-T bei Erstklässlern in einer Diagnose- und Förderklasse.
Die zentralen Themen sind die wissenschaftlichen Grundlagen des Lesens, die Diagnostik von Lese-Rechtschreibstörungen (LRS), die Effektivität von computerbasierten Förderprogrammen sowie die Korrelation zwischen Testleistung und schulischer Bewertung.
Ziel ist es zu überprüfen, ob das ELFE 1-6 Verfahren als diagnostisches Instrument geeignet ist und ob das Trainingsprogramm ELFE-T messbare Fortschritte in der Lesekompetenz der untersuchten Grundschüler erzielt.
Es wurde ein klassisch-wissenschaftlicher Ansatz gewählt, der einen theoretischen Rahmen mit einer empirischen Datenerhebung kombiniert, wobei die Testergebnisse mittels der Statistiksoftware SPSS ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Vorstellung der Test- und Trainingsinstrumente, die methodische Durchführung der Studie an einer Rostocker Grundschule sowie die detaillierte Ergebnisdarstellung und Analyse.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Lesekompetenz, Leseverständnis, Lese-Rechtschreibstörung (LRS), ELFE 1-6 und die Evaluation von Fördermaßnahmen definieren.
Einige Testergebnisse mussten ausgeschlossen werden, da sie nicht die individuelle Eigenleistung der Kinder widerspiegelten, sondern durch eine externe Schulbegleitung beeinflusst wurden.
Die Autorin kommt zu dem kritischen Schluss, dass die Wirksamkeit von ELFE-T durch die empirische Untersuchung nicht schlüssig nachgewiesen werden konnte und stellt insbesondere die praktische Umsetzbarkeit im schulischen Alltag infrage.
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