Masterarbeit, 2014
81 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Sozialisation und Geschlecht
2.1 sex und gender
2.2 Sozialisationstheorien
2.2.1 Lerntheoretische Erklärungsansätze
2.2.1.1 Bekräftigungstheorie
2.2.1.2 Imitationstheorie
2.2.2 Kognitiver Erklärungsansatz
2.2.3 Sozialpsychologischer Erklärungsansatz
2.2.4 Zwischenfazit
2.3 doing gender
2.3.1 Inszenierung von Männlichkeit
2.3.2 Inszenierung von Weiblichkeit
2.4 Mediale Einflüsse
2.5 Geschlechterrollen
2.6 Geschlechterstereotype
3. Mädchen, Jungen, Unterrichtsstörungen
3.1 Unterrichtsstörungen und Disziplinkonflikte
3.2 Repräsentation in Fallbeispielen
3.3 Unterrichtsstörungen durch Jungen
3.4 Unterrichtsstörungen durch Mädchen
3.5 Schlussfolgerungen
4. Die Rolle der Lehrperson
4.1 Aufmerksamkeitsverteilung
4.2 gendering-Prozesse
4.3 Geschlecht der Lehrperson
5. Folgen
5.1 Selbstkonzepte
5.2 Schulische Leistungen
6. Genderkompetenz als Handlungsperspektive
6.1 Was ist Genderkompetenz?
6.2 Elemente von Genderkompetenz
6.3 Genderkompetenz und Unterrichtsstörungen
7. Fazit
Die Arbeit untersucht die geschlechtsspezifischen Unterschiede im Störverhalten von Mädchen und Jungen im Unterricht und analysiert, wie diese durch Sozialisationsprozesse, gesellschaftliche Rollenbilder und das Verhalten von Lehrkräften konstruiert und gefestigt werden. Das primäre Ziel ist es, Lehrkräften Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen und die Notwendigkeit von Genderkompetenz für den professionellen Umgang mit Unterrichtsstörungen zu begründen.
2.3.1 Inszenierung von Männlichkeit
Trotz dessen, dass das traditionelle Männlichkeitsbild heutzutage in der Öffentlichkeit immer mehr in Kritik gerät, orientieren sich viele Jungen nach wie vor an einem „Ideal von Unabhängigkeit und Stärke, von Aktivität und Dominanz, das den Charakter eines Leitbildes von gelungener und sozial hoch bewerteter Männlichkeit hat“65. Diese Orientierung lasse sich besonders stark bei Jungen aus niedrigen sozialen Schichten und jenen mit Migrationshintergrund beobachten, allerdings sei das Leitbild für Jungen aller sozialer Milieus bedeutsam.66 Die zentralen Felder der Männlichkeitsinszenierung seien dabei speziell die Bereiche „Sport“ und „Technik“.
Im Zusammenhang mit männlicher Geschlechterinszenierung spielt die gleichgeschlechtliche peer group eine große Rolle. So versuchen Jungen zum einen an das ideale Männlichkeitsbild heranzukommen, indem sie Hierarchien untereinander schaffen, sich in „typisch“ männlichen Bereichen miteinander messen und versuchen, sich immer wieder selbst als männlich zu behaupten. Diese Hierarchien seien zwangsläufig wandelbar, da die darin erreichten Positionen von anderen Jungen bedroht werden könnten und gegen diese verteidigt werden müssten. Jungen, die als „unmännlich“ gelten, werden ausgegrenzt, wodurch die anderen wiederum ihre Geschlechtsidentität behaupten können.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der geschlechtsspezifischen Unterrichtsstörungen ein und erläutert die Relevanz der Untersuchung für die pädagogische Praxis.
2. Sozialisation und Geschlecht: Dieses Kapitel erörtert theoretische Ansätze zur Entstehung von Geschlechterrollen und verdeutlicht, wie diese durch Sozialisations- und Doing-gender-Prozesse konstruiert werden.
3. Mädchen, Jungen, Unterrichtsstörungen: Das Kapitel analysiert empirische Befunde zu geschlechtsspezifischen Verhaltensunterschieden und zeigt auf, wie Jungen und Mädchen den Unterricht unterschiedlich stören.
4. Die Rolle der Lehrperson: Hier wird untersucht, wie Lehrkräfte durch Aufmerksamkeitsverteilung und eigene Gendering-Prozesse zur Konstruktion von Geschlechterunterschieden beitragen.
5. Folgen: Dieses Kapitel befasst sich mit den Auswirkungen des Störverhaltens und der schulischen Interaktion auf die Selbstkonzepte und schulischen Leistungen der Kinder.
6. Genderkompetenz als Handlungsperspektive: Die Arbeit definiert Genderkompetenz als notwendige Schlüsselqualifikation für Lehrkräfte, um Störsituationen professionell und geschlechtersensibel zu bewältigen.
7. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer reflexiven pädagogischen Haltung zur Förderung aller Schülerinnen und Schüler.
Geschlecht, Unterrichtsstörung, Sozialisation, Doing Gender, Geschlechterrolle, Geschlechterstereotype, Lehrerverhalten, Genderkompetenz, Schulleistung, Selbstkonzept, Männlichkeit, Weiblichkeit, Schulpädagogik, Interaktion, Disziplin
Die Arbeit befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen Geschlecht und dem Auftreten sowie der Art von Unterrichtsstörungen im schulischen Alltag.
Die Arbeit behandelt Sozialisationstheorien, die Konstruktion von Geschlecht, empirische Störformen von Mädchen und Jungen sowie die Rolle der Lehrperson in diesen Prozessen.
Ziel ist es, die geschlechtsspezifische Dimension von Unterrichtsstörungen aufzudecken und Genderkompetenz als notwendige Handlungsperspektive für Lehrkräfte zu etablieren.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Analyse aktueller erziehungswissenschaftlicher und sozialpsychologischer Fachliteratur sowie empirischer Studien basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Geschlechtersozialisation, die Analyse der Störformen bei Jungen und Mädchen und die Untersuchung des Einflusses der Lehrperson.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Genderkompetenz, Doing Gender, Unterrichtsstörungen, Geschlechterstereotype und der Einfluss der Lehrperson.
Jungen stören tendenziell häufiger, lauter und aktiver (z.B. durch Lärm oder Aggression), während Mädchen eher subtile oder passive Störungen zeigen (z.B. Tagträumen oder Verweigerung).
Sie ermöglicht es Lehrkräften, eigene Stereotype zu reflektieren, das Geschlecht im Unterricht bewusst zu thematisieren oder zu entdramatisieren und Schülerinnen und Schüler als Individuen statt als homogene Gruppen zu fördern.
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