Masterarbeit, 2015
146 Seiten, Note: 1,7
A Die britisch-deutsche Ausnahme? Das Phänomen des Populismus in Europa
I. Relevanz der Forschungsfrage
II. Aufbau der Arbeit
III. Forschungsstand
B Theoretischer Rahmen, Methode und Datenauswahl
I. Annäherung an einen vagen Begriff: Populismus
I.1 Populists und Volkstümler: Historische Populismen
I.2 Mannigfaltige Populismusverständnisse
I.3 Populismus als Diskurspaxis
I.4 Opposition gegen eine Elite – ganz ohne Klassenkampf
I.5 Krise als einigender Faktor
I.6 Die Quintessenz der (allgemeinen) Populismusforschung
II. Der ‚Sonderfall‘ des Rechtspopulismus
II.1 Den Rechtspopulismus begünstigende Entwicklungsprozesse
II.2 Das erneute Dilemma der begrifflichen Abgrenzung
II.3 Euroskepsis als ein möglicher Bestandteil von Rechtspopulismus -Theoretischer Hintergrund
III. Forschungsgegenstand, Methode und Datenkorpus
III.1 Einordnung des Forschungsgegenstands
III.2 Methode
III.3 Auswahl und Festlegung des Datenmaterials sowie die Entstehungssituation
C Komparativer Block / Analyse der Reden von Farage und Lucke
I. Entwicklung und Einordung der UKIP in Großbritannien
I.1 Das Parteiensystem in Großbritannien
I.2 Populismus und Euroskepsis in Großbritannien
I.3 Geschichte und politische Verortung der UKIP
I.4 Nigel Farage als ‚Kopf‘ der UKIP
II. Entwicklung und Einordung der AfD in der Bundesrepublik Deutschland
II.1 Das Parteiensystem in der BRD
II.2 Populismus und Euroskeptizismus in der BRD
II.3 Geschichte und politische Verortung der AfD
II.4 Bernd Lucke als ‚Kopf‘ der AfD?
III. Analyse der Reden von Farage und Lucke
III.1 Definition der Analyseeinheiten
III.2 Analyseschritte mittels des Kategoriensystems
III.2.1 Bestimmung der Typisierungsdimensionen
III.2.2 Bestimmung der Ausprägungen (theoriegeleitet), Formulierung von Definitionen, Ankerbeispielen und Kodierregeln und Gesamtdarstellung in einem Kodierleitfaden
III.2.3 Rücküberprüfung des Kategoriensystems an Theorie und Material
IV. Präsentation und Interpretation der Ergebnisse vor dem Hintergrund der Forschungsfrage
IV.1 Auftreten der Rechtspopulismuskategorien am Beispiel besonders eindeutiger Codierungen (Ankerbeispiele)
IV.2 Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Reden von Farage und Lucke / Code Relationen
D Fazit, aktuelle Entwicklungen und Ausblick
Die Arbeit untersucht vergleichend die politischen Strategien und Rhetorik der Parteivorsitzenden Nigel Farage (UKIP) und Bernd Lucke (AfD), um zu klären, welche rechtspopulistischen Kategorien in deren öffentlichen Reden als Mittel der politischen Auseinandersetzung verwendet werden und welche antagonistischen Weltbilder dabei konstruiert werden.
A Die britisch-deutsche Ausnahme? Das Phänomen des Populismus in Europa
Erfolgreiche und sich in den jeweiligen politischen Systemen etablierende populistische Parteien sind schon relativ lange ein Phänomen in Europa. Man denke an den Poujadismus in Frankreich, dem es in den 1950er Jahren gelang, landesweit eine zumindest begrenzte Rolle zu spielen (vgl. Priester 2007: 142ff). Auch in Österreich war und ist die bereits 1955 gegründete Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) eine etablierte rechtspopulistische Partei, die spätestens mit Jörg Haider als Vorsitzendem ab dem Jahr 1986 die Verhältnisse des Landes zunehmend verändert hat: „Rechtspopulismus in Österreich ist ein Bestandteil des dortigen politischen Systems geworden […].“ (Reinfeldt 2013: 45) Und in Dänemark ist es der Dänischen Volkspartei (DVP) mit einer ihr eigenen Ambivalenz - zwischen Außenseitertum und rechtspopulistischem Protest auf der einen und akzeptierter themenbesetzender Partei auf der anderen Seite – gelungen, sich im Parteiensystem Dänemarks zu verankern und auch die Agenda anderer politischer Kräfte mehr und mehr zu beeinflussen (vgl. Kuschel 2014a: 17). Ähnlich gelang es der Fortschrittspartei (FP) in Norwegen, sich als neue populistische Rechte zu etablieren. Insbesondere kamen den skandinavischen Populisten die schwächelnde Sozialdemokratie ab den 1970er Jahren zu Gute, die bestimmte Themen nicht oder nicht ausreichend genug ansprach (Restrukturierung der Sozialsysteme, Integration, Asyl- und Zuwanderungspolitik, Europapolitik, etc.) (vgl. Kuschel 2014a: 15).
Bei der Europawahl Ende Mai 2014 konnte man deutlich sehen, dass als populistisch bezeichnete Parteien in einigen europäischen Ländern zunehmend Einfluss auf die politische Landschaft haben: ‚Die Wahren Finnen‘ erhielten 12,9 % der finnischen Stimmen, ‚der Front National‘ 24,8 % der französischen, das als linkspopulistisch geltende ‚Movimento 5 Stelle‘ 21,16 % der italienischen Stimmen. Es gibt noch einige Beispiele mehr auf die hier nicht explizit eingegangen werden soll. Auffällig erfolgreich waren jedoch noch zwei weitere Parteien: Die United Kingdom Independence Party (UKIP), die mit 28 % stärkste Kraft aus Großbritannien wurde und die Alternative für Deutschland (AfD), die bei ihrer ersten Europawahl gleich 7,1 % der Stimmen in der BRD auf sich vereinen konnte. (vgl. Pausch 2015).
A Die britisch-deutsche Ausnahme? Das Phänomen des Populismus in Europa: Dieses Kapitel führt in die historische Etablierung populistischer Parteien in Europa ein und beleuchtet den Erfolg von UKIP und AfD bei der Europawahl 2014.
B Theoretischer Rahmen, Methode und Datenauswahl: Der theoretische Teil definiert Populismus als vagen Begriff, diskutiert den Rechtspopulismus sowie Euroskepsis und legt die methodische Vorgehensweise der qualitativen Inhaltsanalyse fest.
C Komparativer Block / Analyse der Reden von Farage und Lucke: Dieser Hauptteil analysiert die Parteiensysteme, die Entstehung der UKIP und AfD sowie die konkrete rhetorische Inhaltsanalyse der Reden beider Parteivorsitzender.
D Fazit, aktuelle Entwicklungen und Ausblick: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die weitere politische Entwicklung der Parteien unter Berücksichtigung des Stands von Mai 2015.
E Anhang: Enthält den detaillierten Kodierleitfaden mit den verwendeten Analysekategorien und Beispielen.
F Literatur: Umfassendes Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen, Artikel und Primärdaten.
Populismus, Rechtspopulismus, Euroskepsis, UKIP, AfD, Nigel Farage, Bernd Lucke, Inhaltsanalyse, Parteiensystem, Antagonismus, Elite, Volk, Europäische Union, Migration, Diskurs
Die Arbeit analysiert die rhetorischen Strategien und politischen Botschaften der Parteivorsitzenden von UKIP und AfD, Nigel Farage und Bernd Lucke, um festzustellen, wie diese rechtspopulistische Diskurse nutzen.
Die zentralen Themen sind das Phänomen des Rechtspopulismus in Europa, die Rolle der Euroskepsis, der Wandel der Parteiensysteme in Großbritannien und Deutschland sowie die Konstruktion von antagonistischen Weltbildern (Wir gegen Die).
Ziel ist es, durch eine systematische, theoriegeleitete Inhaltsanalyse herauszuarbeiten, welche rechtspopulistischen Kategorien in den Reden der Vorsitzenden dominieren und wie diese zur politischen Mobilisierung eingesetzt werden.
Der Autor verwendet eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring, ergänzt durch eine typisierende Strukturierung, um die Reden systematisch nach festgelegten Kategorien (wie Antagonismus-Aufbau oder Identitätskonstruktion) auszuwerten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Vorbereitung und einen komparativen Block, in dem die Entwicklung beider Parteien kontextualisiert und anschließend die in den Reden identifizierten Kategorien, wie EU-Kritik und Law-and-Order-Forderungen, interpretiert werden.
Charakteristisch ist die Konstruktion eines "Volkes" als homogene Einheit gegen eine korrupte "Elite", die Verwendung von Tabubrüchen, sowie die Verknüpfung von Euroskepsis mit Identitätspolitik.
Der Autor zitiert eine Einschätzung, nach der Lucke als "Gegenprogramm" zu charismatischen Figuren wie Geert Wilders oder Jörg Haider wirkt; er tritt eher bieder und professoral auf, was als bewusste Abgrenzung wahrgenommen wird.
Die Krise dient für beide als einigender Faktor, um ihre politische Agenda zu legitimieren. Sie stellen die Krise des politischen Systems oder die Euro-Krise als notwendige Begründung für ihre Forderungen nach einem Politikwechsel dar.
Während Farage für eine "harte" Euroskepsis mit der Forderung nach einem EU-Austritt steht, vertritt Lucke eine "weiche" Euroskepsis, die das Projekt EU zwar kritisiert, aber formal als Mitgliedstaat innerhalb der EU agieren möchte.
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