Bachelorarbeit, 2012
39 Seiten, Note: 3,0
1.0 Einleitung
2.0 Verleumdete Vielfalt – Die Sprachenlandschaft Frankreichs
2.1 Das Katalanische – lengua puente zwischen den Extremen
2.1.1 Ein kurzer Überblick über die Geschichte des catalá
2.1.2 Das katalanische Sprachgebiet heute
3.0 Geschichte der französischen Sprachgesetzgebung – ein Abriss
4.0 Französische Sprachpolitik heute
4.1 Frankreichs Sprachgesetze des 20. und 21. Jahrhunderts
4.1.1 Der Staat greift ein: Loi relative à l’emploi de la langue française
4.1.2 Der Umgang Frankreichs mit den Regionalsprachen: Loi Deixonne und Circulaire Savary
5.0 Neue Hoffnung für das Katalanische in Frankreich: Die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen
6.0 Das Nachbarland Spanien – ein Vorbild für Frankreich im Umgang mit den Regional- und Minderheitensprachen?
7.0 Die neue Akzeptanz: La politique du plurilinguisme en France
8.0 Das Katalanische aus Sicht seiner Sprecher –Zwischen Prestige, Vorurteilen und auto-odi
9.0 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Situation und die Fortbestandchancen des Katalanischen innerhalb des zentralistisch organisierten französischen Nationalstaates, wobei insbesondere die Spannung zwischen der traditionellen französischen Sprachpolitik und europäischen Einflüssen sowie dem Vergleich zum Nachbarland Spanien im Fokus steht.
1.0 Einleitung
Bei der Lektüre von sprach- und kulturwissenschaftlichen Werken fällt auf, dass das Katalanische oft nur als Sprache Spaniens genannt wird und sich die meisten Autoren hauptsächlich mit dem Katalanischen in Abgrenzung zur kastilischen Nationalsprache beschäftigen. Es wird dabei leider häufig nicht berücksichtigt, dass das katalanische Sprachgebiet weitaus größer ist als dies zunächst den Anschein hat und dass die katalanische Sprache auch über die Staatsgrenzen Spaniens hinaus in verschiedenen Ländern – jeweils mit unterschiedlichem Status, wie etwa in Andorra, wo das Katalanische Amtssprache ist oder in der italienischen Stadt Alghero¹ – vertreten ist. Auch auf französischem Staatsgebiet findet sich eine katalanische Sprachgemeinschaft, was insofern überraschend ist, als hier das politische Leitmotiv einer einsprachigen, französischsprachigen Nation vorherrscht. Trotz einer Sprachpolitik, die das Überleben einer Minderheitensprache erschwert, scheint das Katalanische auch in Frankreich nicht existenziell bedroht zu sein.
Wieso verdient aber nun das Katalanische in Frankreich eine derart detaillierte Betrachtung, wie es in dieser Arbeit geschehen soll? Es ist festzuhalten, dass das Katalanische eben „kein Dialekt des Spanischen ist“², sondern eine eigenständige romanische Sprache, die immerhin von ungefähr sechs Millionen Menschen³ weltweit aktiv gebraucht wird und somit zu deren Identitätsbildung beiträgt. Es soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass das Problem der Erhebung genauer Sprecherzahlen⁴ auch beim Katalanischen besteht und somit die Zahl der sechs Millionen Sprecher mit einer gewissen Vorsicht zu genießen ist. Nichtsdestotrotz bleibt die Tatsache bestehen, dass diese Sprache immerhin mehr Sprecher zu verzeichnen hat als viele offizielle Landessprachen, wie zum Beispiel das Dänische.⁵ Auch wenn sich die genannte Sprecherzahl auf das gesamte katalanische Sprachgebiet bezieht und die Mehrheit auf spanischem Staatsgebiet angesiedelt ist, bleibt doch eine beachtliche Zahl an Katalanischsprechern auf französischem Boden (100.000-120.000)⁶, die die katalanische Kultur jenseits des Zentrums Principitat de Catalunya⁷ leben und die sich mit ihr identifizieren.
1.0 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Katalanischen in Frankreich ein und beleuchtet die soziallinguistische Relevanz sowie das Ziel der Arbeit, den Status der Minderheitensprache kritisch zu untersuchen.
2.0 Verleumdete Vielfalt – Die Sprachenlandschaft Frankreichs: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die sprachliche Vielfalt in Frankreich und ordnet das Katalanische als „Brückensprache“ zwischen den romanischen Sprachgebieten ein.
3.0 Geschichte der französischen Sprachgesetzgebung – ein Abriss: Der Abriss skizziert die historische Entwicklung des französischen Zentralstaates und dessen Bestreben, eine einheitliche Nationalsprache als Identitätsmerkmal und politisches Instrument zu etablieren.
4.0 Französische Sprachpolitik heute: Hier wird die zeitgenössische französische Sprachpolitik analysiert, die sich einerseits gegen äußere Einflüsse wie das Englische richtet und andererseits den Umgang mit internen Regionalsprachen neu bewerten muss.
5.0 Neue Hoffnung für das Katalanische in Frankreich: Die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen: Dieses Kapitel diskutiert die Bedeutung der Europäischen Charta für den Minderheitenschutz und die Zögerlichkeit Frankreichs bei deren Ratifizierung.
6.0 Das Nachbarland Spanien – ein Vorbild für Frankreich im Umgang mit den Regional- und Minderheitensprachen?: Es erfolgt ein Vergleich zwischen dem französischen und dem spanischen Modell, wobei der liberalere Ansatz Spaniens nach der Franco-Diktatur kritisch beleuchtet wird.
7.0 Die neue Akzeptanz: La politique du plurilinguisme en France: Dieses Kapitel beschreibt den Wandel in der französischen Wahrnehmung, der sich durch institutionelle Unterstützung und eine beginnende Wertschätzung für Mehrsprachigkeit äußert.
8.0 Das Katalanische aus Sicht seiner Sprecher –Zwischen Prestige, Vorurteilen und auto-odi: Basierend auf Umfrageergebnissen wird das Selbstverständnis der Sprecher, das Spannungsfeld zwischen Prestige und Selbsthass sowie der Einfluss von Bildungsinstitutionen untersucht.
9.0 Ausblick: Der Ausblick fasst die Chancen für das Katalanische zusammen und betont die Notwendigkeit weiteren Engagements von Staat und Regionen zur Sicherung der kulturellen Identität.
Katalanisch, Frankreich, Sprachpolitik, Regionalsprachen, Minderheiten, Identität, Zweisprachigkeit, Europäische Charta, Sprachgesetzgebung, Plurilinguismus, Soziolinguistik, Roussillon, Auto-odi, Sprachenlandschaft, Integration.
Die Arbeit analysiert die Situation der katalanischen Sprache in Frankreich, einem Land, das traditionell eine sehr zentralistische und monolinguale Sprachpolitik verfolgt, und untersucht, inwieweit das Katalanische trotz widriger Umstände fortbestehen kann.
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der französischen Sprachgesetzgebung, den Vergleich mit der spanischen Sprachpolitik, die Bedeutung europäischer Initiativen wie der Sprachencharta sowie die soziolinguistische Untersuchung des Sprachgebrauchs bei den Sprechern vor Ort.
Das Ziel ist es, die Chancen für den Fortbestand des Katalanischen in Frankreich zu bewerten, indem untersucht wird, ob sich der französische Staat angesichts europäischer Einflüsse von seiner strikten Ablehnung gegenüber Regionalsprachen entfernt.
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zur historischen und rechtlichen Einordnung sowie eine qualitative Auswertung bestehender Umfragedaten, um das Sprachbewusstsein und die Einstellung der Sprecher zum Katalanischen zu analysieren.
Der Hauptteil befasst sich mit der Entwicklung der französischen Sprachpolitik vom 15. Jahrhundert bis heute, der rechtlichen Situation des Minderheitenschutzes, der Rolle des Nachbarlandes Spanien als Kontrastmodell und der aktuellen Einstellung der Sprecher in Frankreich.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Katalanisch, Frankreich, Sprachpolitik, Identität, Minderheiten, Zweisprachigkeit und der europäische Integrationsprozess.
Während Frankreich nach dem Prinzip der „einen Sprache der Republik“ verfährt, hat Spanien nach der Franco-Ära den Regionalsprachen in den Autonomiestatuten einen offiziellen Status eingeräumt und diese aktiv in Bildung und Medien integriert.
„Auto-odi“ bezeichnet den Selbsthass der Sprecher einer Minderheitensprache, die ihre eigene Identität oder Sprache aufgrund des gesellschaftlichen Drucks stigmatisieren und versuchen, sich durch die dominante Sprache (Französisch) einen höheren sozialen Status zu erkaufen.
Das Internet fungiert als wichtiger Raum für die katalanische Sprache, der es den Sprechern ermöglicht, Informationen abzurufen, Kontakte zu pflegen und somit auch außerhalb des öffentlichen Bildungssektors die Relevanz der eigenen Sprache zu stärken.
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