Diplomarbeit, 1993
96 Seiten, Note: 1
1 EINLEITUNG
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Untersuchung
1.3 Aufbau der Arbeit
1.4 Charakterisierung der Untersuchungsregion
2 METHODISCHES VORGEHEN
2.1 Wahrnehmung im kulturellen Kontext
2.2 Fallstudie
2.3 Quellenstudium
2.4 Teilnehmende Beobachtung
2.5 Befragung von Projektbeteiligten
3 THEORIE DER ENTWICKLUNGSARBEIT
3.1 Nachhaltige Landnutzung und Verwendung lokaler Ressourcen
3.2 Selbstbestimmte Entwicklung von Technologie
3.3 Interkulturelle Kommunikation
4 ALLGEMEINER HINTERGRUND
4.1 Traditionelle Landnutzungssysteme
4.1.1 Wanderfeldbau
4.1.2 Gemeindewald
4.1.3 Bewässerungsfeldbau
4.2 Situation in Nordthailand
4.2.1 Drogenhandel im »Goldenen Dre ieck«
4.2.2 Geopolitische Situation in Thailand nach 1940
4.2.3 Ökologische und ökonomische Situation
5 KULTUR UND WIRTSCHAFTSWEISE DER AKHA
5.1 Herkunft und Geschichte
5.2 Kulturelle Besonderheiten
5.3 Traditionelle Landnutzung
5.4 Aktuelle Probleme
6 PROJEKTBESCHREIBUNG
6.1 Das Projekt
6.1.1 Entstehung und Ziele
6.1.2 Aufbau der Organisation
6.1.3 Arbeitsweise
6.2 Das propagierte Landnutzungssystem
6.2.1 Propagierte Maßnahmen
6.2.2 Soziokulturelle Voraussetzungen
6.2.3 Ökologische und ökonomische Erwartungen
6.3 Projektstand
6.3.1 Realisierte Neuerungen
6.3.2 Probleme bei der Umsetzung
6.3.3 Probleme innerhalb der HADF
6.4 Bewertung des propagierten Landnutzungssystems
6.4.1 Beurteilung der Neuerungen
6.4.2 Methodische Änderungsvorschläge
6.4.3 Technische Änderungsvorschläge
6.5 Veränderungsvorschläge zu Problemen innerhalb der HADF
7 DISKUSSION
7.1 Prognose
7.2 Ableitung allgemeinerer Aussagen
Die Arbeit untersucht in einer Fallstudie die ökologischen und kulturellen Bedingungen traditioneller Landnutzungssysteme der Akha im Vergleich zu den Ansätzen der Hilfsorganisation HADF. Das primäre Ziel ist es, Erfolge und Schwierigkeiten bei der Umstellung auf nachhaltige Landwirtschaft zu identifizieren, um daraus allgemeingültige Erkenntnisse für die Entwicklungszusammenarbeit mit marginalisierten Bergvölkern abzuleiten.
1.1 Problemstellung
Zu Beginn der 90er Jahre herrscht größeres Elend, Unterernährung und mehr soziale und politische Unruhe als vor 25 Jahren. Keines der großen Ziele der beiden letzten Entwicklungsdekaden wurde erreicht. Der Blick richtete sich auf die marginalisierten Standorte. Mehr als ein Viertel aller Menschen hängen in ihrem Lebensunterhalt von traditioneller, extensiver Landbewirtschaftung ab. Mit ihrer Subsistenzwirtschaft produzieren sie nicht für den ökonomischen Markt und sind keine Abnehmer seines Angebots. Aus der Sicht einer nach Industrialisierung strebenden Gesellschaft ist das als verschwenderisch im Sinne der Nationalökonomie anzusehen: Die Dorfgemeinschaft, die sich mit Subsistenz zufrieden gibt, bindet Ressourcen und Produktivkräfte, die rationell zur Mehrung des Wohlstands einzusetzen wären. Die Entwicklungsanstrengungen richteten sich deshalb auf die Modernisierung dieser Bewirtschaftungsweisen. Marginalisierung und kulturelle Entwurzelung traten in der Folge verstärkt auf. [VERHELST, S.19 ff.]
Für große Teile der Bevölkerung war das mit negativen Begleiterscheinungen verbunden. Vorbehalte kamen gegen diesen Fortschritt und die moderne, industrialisierte und individualistische Gesellschaft auf. Unter diesen Voraussetzungen konnten die staatlichen Programme die Zielbevölkerungsgruppen kaum motivieren. Der Blick richtete sich auf basisorientierte Nicht-Regierungsorganisationen. Es wurden Hoffnungen in Entwicklungsansätze gesetzt, die auf lokale oder regionale Zusammenarbeit mit der marginalisierten Bevölkerung aufbauten. Die Betroffenen sollten in die Projektplanung und Ausführung einbezogen werden. Aufbauend auf ihr traditionelles Wissen sollten sie selber die Anpassungen an die neuen Umstände entwickeln, die ihrem kulturellen Selbstverständnis und der Tragfähigkeit des Ökosystems entsprechen. [WARREN, S.161]
1 EINLEITUNG: Definiert die Problemstellung der marginalisierten Bergvölker und den Untersuchungsrahmen der Fallstudie.
2 METHODISCHES VORGEHEN: Erläutert die qualitativen Forschungsmethoden wie Teilnehmende Beobachtung und narrative Interviews.
3 THEORIE DER ENTWICKLUNGSARBEIT: Diskutiert Konzepte zur nachhaltigen Landnutzung und selbstbestimmten Technologieentwicklung.
4 ALLGEMEINER HINTERGRUND: Beschreibt traditionelle Anbausysteme und den historischen Kontext in Nordthailand.
5 KULTUR UND WIRTSCHAFTSWEISE DER AKHA: Analysiert die Geschichte, Sitten und die soziokulturelle Bedeutung des Reisanbaus für die Akha.
6 PROJEKTBESCHREIBUNG: Detaillierte Analyse der HADF-Arbeit, der Strategien zur Erosionsbekämpfung und auftretender Umsetzungsprobleme.
7 DISKUSSION: Prognostiziert künftige Entwicklungen und leitet allgemeine Aussagen für alternative Entwicklungsansätze ab.
Akha, Wanderfeldbau, Nordthailand, HADF, nachhaltige Landnutzung, Partizipation, Bergvölker, Erosionsschutz, Alley Cropping, soziale Stabilität, kulturelle Identität, Entwicklungszusammenarbeit, Subsistenzwirtschaft, Staatsbürgerschaft, Projektmanagement
Die Diplomarbeit analysiert die Entwicklungsarbeit der Hilfsorganisation HADF bei dem Bergvolk der Akha in Nordthailand, insbesondere im Hinblick auf die Umstellung von traditionellem Wanderfeldbau auf dauerhafte, ökologisch nachhaltige Landnutzung.
Zentrale Themen sind der Konflikt zwischen ökologischer Notwendigkeit und kultureller Identität, die Partizipation der lokalen Bevölkerung, politische Rahmenbedingungen sowie die Herausforderungen der sozioökonomischen Integration der Bergvölker in den thailändischen Staat.
Ziel ist es, die Erfolge und Schwierigkeiten der HADF-Projektmaßnahmen vor dem Hintergrund der traditionellen Akha-Lebensweise zu bewerten, um Bedingungen für eine erfolgreichere und partizipatorischere Entwicklungszusammenarbeit aufzuzeigen.
Die Autor arbeitet primär mit qualitativen Methoden der Sozialforschung, darunter teilnehmende Beobachtung vor Ort im Projektdorf, narrative Interviews mit Dorfbewohnern und Projektmitarbeitern sowie eine umfassende Literatur- und Quellenanalyse.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Darstellung des allgemeinen Hintergrunds Nordthailands, eine detaillierte Analyse der Kultur und Wirtschaftsweise der Akha sowie eine kritische Fallstudie der HADF-Projektarbeit, einschließlich der Umsetzungsprobleme bei neuen Landnutzungstechniken.
Die wichtigsten Schlagworte sind Akha, Nachhaltigkeit, Partizipation, Wanderfeldbau, Entwicklungszusammenarbeit, kulturelle Identität, Erosionsschutz und Landnutzung.
Die traditionelle Lebensweise, das 'Zang', basiert auf historischen Erfahrungen, die den Reisanbau und das Leben im Wald als essenziell für die kulturelle Existenz definieren. Änderungen in der Landnutzung greifen daher tief in das soziale und spirituelle Gefüge der Gemeinschaft ein.
Die ID-Karten sind für die Akha entscheidend für ihren rechtlichen Status als Staatsbürger, ihre Reisefreiheit und ihren Schutz vor behördlicher Willkür oder Vertreibung, weshalb sie oft als Hauptanreiz für die Teilnahme an HADF-Maßnahmen dienen.
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