Magisterarbeit, 2007
88 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Theoretischer und historischer Hintergrund: marxistische Positionen zu Kriegen zwischen kapitalistischen Staaten
2.1. Marx und Engels und die Kriege ihrer Zeit
2.2. Zwischen dem Tod von Marx und dem Ersten Weltkrieg
2.3. ‚Revolutionärer Defätismus‘ und die ‚Umwandlung des Krieges in einen Bürgerkrieg‘: Die Haltung Lenins zum Ersten Weltkrieg
2.4. Die Strömung der Kriegsgegner in der Zwischenkriegszeit
3. Marxisten und der Aufstieg des Faschismus
3.1. Die Faschismustheorie der Komintern
3.2. Die Faschismustheorie Trotzkis
3.3. Faschismustheorien der SAP und ihrer Schwesterparteien im ‚Londoner Büro‘
4. Am Vorabend des Krieges: Volksfront in Frankreich und Spanien
4.1. Die Volksfrontstrategie
4.2. Trotzkis Kritik der Volksfrontstrategie
4.3. Die Parteien des Londoner Büros und ihre Standpunkte zur Volksfrontstrategie
4.4. Revolution, Volksfront und Bürgerkrieg in Spanien
4.4.1. Die Rolle der PCE
4.4.2. Antistalinistische Kräfte in der spanischen Revolution
4.4.3. Krieg mit revolutionären Mitteln? Die Frage der militärischen Organisation im Bürgerkrieg
5. Programme gegen den Krieg
5.1. Die Komintern
5.2. Das Londoner Büro
5.3. Die Vierte Internationale
6. Marxisten im Zweiten Weltkrieg
6.1. Die Komintern
6.1.1. Vom Hitler-Stalin Pakt zur Invasion der Sowjetunion
6.1.2. Nach dem Überfall auf die Sowjetunion: die Wende der Komintern
6.2. Die Vierte Internationale im Krieg
6.2.1. Trotzkistische Kritik am Hitler-Stalin Pakt
6.2.2. Die Haltung zur Sowjetunion im Krieg als Problem der Trotzkisten
6.2.3. Die Entwicklung der ‚Proletarischen Militärpolitik‘ als politisches Programm der Trotzkisten zum Krieg
6.2.4. Die trotzkistische Reaktion auf den Kriegseintritt der Sowjetunion
6.2.5. Die Arbeit der britischen Trotzkisten in Betrieben, Gewerkschaften und in der Armee
7. Zusammenfassung und Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die unterschiedlichen Positionen und Reaktionen marxistischer Strömungen auf den Zweiten Weltkrieg, wobei sie insbesondere die historische Kontinuität zur Haltung gegenüber dem Ersten Weltkrieg analysiert und kritisch beleuchtet.
2.1 Marx und Engels und die Kriege ihrer Zeit
Es gab eine „eine richtige“ pauschale Haltung, wie sich Marxisten und revolutionäre Sozialisten zu Kriegen zwischen kapitalistischen Staaten verhalten sollten, auch bei Marx und Engels sucht man feste Regeln vergeblich, dennoch gibt es viele Kommentare und Stellungnahmen zu den zahlreichen Kriegen während ihrer Wirkungszeit.
Charakteristisch für Marx und Engels war eine eher pragmatische Haltung: Eine Unterstützung von Kriegen zur Herstellung der nationalen Einheit, etwa in Italien und Deutschland, oder um die reaktionären Regime Europas zu schwächen. In den Kriegen der Revolutionszeit von 1848 und den folgenden Jahren unterstützten Marx und Engels beispielsweise Ungarn und Italien im Kampf gegen die Habsburger Monarchie, während sie gleichzeitig im Schleswig-Holsteinischen Krieg die deutsche Seite gegen Dänemark unterstützten. Sie betonten dabei den grundsätzlich anderen Charakter dieses Kampfes im Vergleich zu den anderen zeitgleich von den Staaten des Deutschen Bundes geführten Kriegen.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, wie sich marxistische Strömungen im Zweiten Weltkrieg zu den militärischen Auseinandersetzungen positionierten, ausgehend von der Zersplitterung der Arbeiterbewegung nach 1914.
2. Theoretischer und historischer Hintergrund: marxistische Positionen zu Kriegen zwischen kapitalistischen Staaten: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung der Haltung von Marx, Engels und später Lenin gegenüber Kriegen, unter besonderer Berücksichtigung des Begriffs des „revolutionären Defätismus“.
3. Marxisten und der Aufstieg des Faschismus: Hier werden die unterschiedlichen Theorien der Komintern, Trotzkis und der SAP zum Faschismus als Instrument der Bourgeoisie bzw. als Reaktion auf die Krise des Kapitalismus analysiert.
4. Am Vorabend des Krieges: Volksfront in Frankreich und Spanien: Dieses Kapitel behandelt die strategische Neuausrichtung der Komintern hin zur Volksfront und die daraus resultierenden heftigen Kontroversen mit trotzkistischen und anderen linken Positionen.
5. Programme gegen den Krieg: Es wird analysiert, welche Programme die verschiedenen Strömungen (Komintern, Londoner Büro, Vierte Internationale) entwickelten, um auf die drohende Kriegsgefahr zu reagieren.
6. Marxisten im Zweiten Weltkrieg: Der Hauptteil der Arbeit untersucht die konkrete politische Praxis und die ideologischen Anpassungen der verschiedenen marxistischen Gruppen nach Kriegsausbruch, insbesondere im Kontext des Hitler-Stalin-Pakts und des Angriffs auf die Sowjetunion.
7. Zusammenfassung und Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel reflektiert die Erkenntnisse über die wechselvollen Kursänderungen der Komintern-Nachfolgeparteien und die im Vergleich dazu konstantere, wenn auch politisch schwierige Haltung der Trotzkisten.
Marxismus, Zweiter Weltkrieg, Komintern, Trotzkismus, Faschismustheorie, Volksfrontstrategie, Revolutionärer Defätismus, Sowjetunion, Proletarische Militärpolitik, Klassenkampf, Hitler-Stalin-Pakt, Arbeiterbewegung, Spanischer Bürgerkrieg, Vierte Internationale, Antifaschismus.
Die Arbeit analysiert die marxistischen Positionen und Strategien zum Zweiten Weltkrieg und ordnet diese in einen historischen Kontext ein.
Zu den Schwerpunkten zählen die Theorien zum Faschismus, die Volksfrontstrategie, die Rolle der Sowjetunion und die trotzkistische Kritik.
Das Ziel ist es, die Kriterien und Argumentationsmuster marxistischer Strömungen bei der Beurteilung von Kriegen aufzuzeigen.
Die Arbeit nutzt eine historisch-theoretische Analyse, basierend auf Primärquellen wie Parteiprogrammen, Resolutionen und Schriften führender Marxisten.
Der Hauptteil widmet sich den konkreten Reaktionen auf den Faschismus, der Volksfrontpolitik und dem Verhalten der verschiedenen Fraktionen nach Kriegsausbruch.
Wichtige Begriffe sind Marxismus, Komintern, Trotzkismus, Volksfront, Kriegseintritt der Sowjetunion und proletarische Militärpolitik.
Trotzki lehnte die Volksfront als eine Politik ab, die die Interessen des Proletariats einer bürgerlichen Bündnisstrategie unterordne und damit die revolutionäre Perspektive gefährde.
Die Außenpolitik der Sowjetunion beeinflusste maßgeblich die strategischen Kursänderungen der ihr angeschlossenen Komintern-Parteien, insbesondere bei den Bündniswechseln während des Krieges.
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