Bachelorarbeit, 2015
61 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Die Völkerschlacht bei Leipzig
3. Die deutsche Nationalbewegung
4. Öffentliche Festkultur des 19. Jahrhunderts
5. Die Initiatoren des Nationalfestes
5.1 Friedrich Ludwig Jahn
5.2 Ernst Moritz Arndt
6. Arndts Festentwurf
7. Umsetzung des Entwurfs
8. Festsymbolik
8.1 Feuer
8.2 Verbrüderungssymbolik
8.3 Eichenlaub
9. Das Wartburgfest
10. Ludewig I. von Hessen-Darmstadt und die Nationalbewegung im Großherzogtum
11. Die Entwicklung in Preußen
12. Der Deutsche Bund und die Karlsbader Beschlüsse
13. Der Traum vom Bund mit den Fürsten
14. Das Ende des „Teutschen Nationalfests“
15. Fazit
Die Arbeit untersucht die Entstehung, Durchführung und den Niedergang des ersten deutschen Nationalfestes von 1814, das als „Geburtsfest der teutschen Nation“ initiiert wurde. Im Zentrum steht die Analyse der Diskrepanz zwischen der anfänglichen euphorischen Hoffnung auf nationale Einheit und politische Partizipation sowie der nachfolgenden gesellschaftlichen Resignation angesichts restaurativer politischer Entwicklungen in den deutschen Staaten.
8.1 Feuer
Das Nationalfest wurde In fast allen deutschen Staaten gefeiert. Die Festverläufe stimmten jedoch nicht immer überein, da sie abhängig von den jeweiligen Organisatoren waren. Ein festverankerter Bestandteil war allerdings das Feuer.
Bei vielen Völkern ist das Feuer ein Sinnbild der Zerstörung. Es symbolisiert allerdings auch Reinigung, Umwandlung, Wiedergeburt und Erleuchtung. Die Feuerstöße, die tausendfach die Nacht des 18. Oktober in ein Flammenmeer verwandelten, standen jedoch noch für weitere Inhalte.
Das war zum einen das religiös motivierte Verkündungsfeuer, angelehnt an die biblische Erzählung von Moses, der auf dem Berg Horeb eine Flamme entzündete, um die Befreiung des Volkes Israel zu verkünden. Auf den „Altären der Natur“ entzündete man jetzt „Dankopferflammen“, denn die „heiligen Feuer“ hätten den Sieg über Napoleon ermöglicht. Vielfach wurde diese religiöse Komponente noch durch die Demutsgesten des Kniefalls und dem Entblößen des Hauptes verstärkt. Im Niedergang der Großen Armee glaubte man die Allmacht Gottes zu erkennen, der mit seinem Eingreifen die Wiederherstellung göttlicher Ordnung und Gerechtigkeit in die Wege geleitet habe.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Ereignis der Völkerschlacht bei Leipzig ein und erläutert die Bedeutung der Freudenfeuer als symbolische Geburtsstunde des Nationalfestes, während sie gleichzeitig die wissenschaftliche Fragestellung nach dem Scheitern dieser Hoffnungen skizziert.
2. Die Völkerschlacht bei Leipzig: Dieses Kapitel beschreibt das militärische Geschehen der Völkerschlacht im Oktober 1813 und deren Einordnung als Zäsur in der europäischen Geschichte sowie als Ausgangspunkt für die entstehende Nationalbewegung.
3. Die deutsche Nationalbewegung: Der Autor beleuchtet die Entstehung eines neuen Identitäts- und Nationalgefühls im Bildungsbürgertum, das sich aus der akademischen Bildung und der romantischen Literatur speiste.
4. Öffentliche Festkultur des 19. Jahrhunderts: Es wird analysiert, wie politische Feste im 19. Jahrhundert als Instrumente der politischen Erziehung und zur emotionalen Selbstvergewisserung einer sich formierenden Nation genutzt wurden.
5. Die Initiatoren des Nationalfestes: Die Biografien und politischen Bestrebungen von Friedrich Ludwig Jahn und Ernst Moritz Arndt werden dargestellt, die als zentrale Akteure hinter der Idee eines nationalen Gedächtnistages standen.
6. Arndts Festentwurf: Arndts publizistische Vorschläge zur Gestaltung der Feierlichkeiten, von den Freudenfeuern bis hin zum Kinderfest, werden hier detailliert aufgeführt.
7. Umsetzung des Entwurfs: Dieses Kapitel widmet sich der tatsächlichen Durchführung des ersten Nationalfestes und zeigt auf, wie der Gedanke durch mündliche Weitergabe über regionale Grenzen hinweg verbreitet wurde.
8. Festsymbolik: Hier werden die zentralen Symbole des Nationalfestes – Feuer, Verbrüderung und Eichenlaub – hinsichtlich ihrer Bedeutung für die nationale Identitätsbildung untersucht.
9. Das Wartburgfest: Das studentische Fest des Jahres 1817 wird als Wendepunkt beschrieben, an dem das Nationalfest zunehmend eine politisch-demonstrative Komponente erhielt.
10. Ludewig I. von Hessen-Darmstadt und die Nationalbewegung im Großherzogtum: Der Autor analysiert die restriktive Haltung des Darmstädter Großherzogs gegenüber der Nationalbewegung und seine Versuche, die Festkultur zu kontrollieren.
11. Die Entwicklung in Preußen: Die spezifische politische Situation Preußens nach 1806 und die Rolle der Reformen sowie die Reaktion des Königshauses auf die nationale Massenbewegung werden hier ausgeführt.
12. Der Deutsche Bund und die Karlsbader Beschlüsse: Dieses Kapitel behandelt die Gründung des Deutschen Bundes und die darauf folgende repressive Politik, die mit den Karlsbader Beschlüssen ihren Höhepunkt fand.
13. Der Traum vom Bund mit den Fürsten: Die anfängliche Hoffnung auf eine Eintracht zwischen Fürsten und Volk wird der später einsetzenden Resignation gegenübergestellt, als deutlich wurde, dass die Regierenden keine liberale Teilhabe wünschten.
14. Das Ende des „Teutschen Nationalfests“: Die Faktoren, die zum allmählichen Verstummen der offiziellen Feierlichkeiten führten, werden hier zusammenfassend dargelegt.
15. Fazit: Das Fazit stellt zusammenfassend fest, dass die Hoffnung auf einen liberalen deutschen Nationalstaat an den restaurativen Bestrebungen der europäischen Fürstenhäuser scheiterte.
Nationalfest, Völkerschlacht bei Leipzig, deutsche Nationalbewegung, Friedrich Ludwig Jahn, Ernst Moritz Arndt, Festsymbolik, Wartburgfest, Hessen-Darmstadt, Preußen, Karlsbader Beschlüsse, Freiheitskriege, politisches Fest, Bildungsbürgertum, Restauration, nationale Identität
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung, die inhaltliche Gestaltung und das spätere Scheitern der ersten deutschen Nationalfeste, die nach der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 entstanden sind.
Zentrale Themen sind die Entstehung eines nationalen Identitätsgefühls, die Rolle politischer Publizistik im 19. Jahrhundert, die symbolische Inszenierung von Festen sowie die Spannungsverhältnisse zwischen liberaler Nationalbewegung und absolutistischer Fürstenherrschaft.
Ziel der Arbeit ist es zu ergründen, warum die anfängliche Euphorie der Bevölkerung nach dem Sieg über Napoleon so schnell in Resignation umschlug und das Fest aus der kollektiven Erinnerung verschwand.
Die Arbeit basiert auf einer historisch-analytischen Methode unter Auswertung zeitgenössischer Festberichte, amtlicher Erlasse und einschlägiger Forschungsliteratur zur deutschen Nationalbewegung.
Im Hauptteil werden die Initiatoren, die konkrete Gestaltung der Feste durch Symbole wie Feuer und Eichenlaub sowie die regionalen Unterschiede der staatlichen Reaktion, insbesondere in Hessen-Darmstadt und Preußen, untersucht.
Die zentralen Begriffe umfassen Nationalfest, Befreiungskriege, Restauration, Völkerschlacht, Nationalbewegung sowie die politischen Akteure Jahn und Arndt.
Der Großherzog versuchte das Fest zunächst zu lenken und verbot später aus Angst vor politischen Unruhen explizit die für das Fest typischen Gestaltungselemente wie Freudenfeuer, Umzüge und Versammlungen.
Das Wartburgfest entwickelte sich von einem Gedenkfest zu einer politischen Demonstration, bei der die Bücherverbrennung und die kritischen Reden der Studenten die monarchische Souveränität herausforderten und den Weg für repressive Maßnahmen ebneten.
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